Medien, in eigener Sache: WuG, seit über zwei Jahren im Abo – vor Springer, der Süddeutschen Zeitung und anderen

Am 1. März 2013 hat WuG damit begonnen, Beiträge im Abonnement zu veröffentlichen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie eigenständig Themen entwickeln, in die Tiefe gehen und Zusammenhänge graphisch veranschaulichen. Um die buchstäblich existenzielle Bedeutung dieser Umstellung zu erkennen, musste ich nicht wie Bild-Chefredakteur Kai Diekmann unter viel Tamtam nach Silicon Valley reisen. Die existenzielle Not zwang mich zu der Einsicht: Guter Journalismus muss bezahlt werden. Dass Silicon Valley mit gutem Journalismus nichts zu tun hat, zeigt dieser Bericht der Süddeutschen Zeitung, die, wie zu hören und zu lesen ist, jetzt auch ein Bezahlmodell einführen wird.

“Eigene Recherchen stellt Circa nicht an, nicht einmal Nachrichtenagenturen hat die Firma abonniert. Man klaubt – manche würden sagen: klaut – sich die Nachrichten aus dem Netz zusammen. `We do a kind of reporting, a kind of fact checking´, sagt Matt Galligan. Eine Art von Journalismus? … Um Inhalte geht es nicht, wie so oft im Silicon Valley”, berichtet Bernd Dörries im Rahmen eines Beitrags über den Besuch Diekmanns im Silicon Valley über ein “journalistisches” Start up. Insofern vielleicht der richtige Fleck für den Bild-Chefredakteur.

WuG recherchiert noch selbst, analysiert, hinterfragt, lernt, diskutiert und entwickelt neue Themen. Das war von Anfang an Anspruch und Ansporn zugleich. Und die Meinung: Es verhält sich geradezu umgekehrt zu dem von Galligan ausgedrückten Verständnis: In einer Zeit, in der die Print-Medien immer kleinteiliger werden und so schon aus Platzgründen nur noch selten Raum für Analyse liefern, die diesen Namen auch verdient, fällt dem Online-Betrieb genau diese Rolle zu. Zumindest dann, wenn man nicht ans schnelle Geld denkt. Er gibt praktisch unbegrenzt Raum, einen Gegenstand zu entfalten und zu erklären. Das birgt natürlich auch Gefahren, die Gefahr zum Beispiel, nicht auf den Punkt zu kommen. Das zu vermeiden aber ist eben auch eine journalistische Aufgabe.

Allerdings zeigen Umfragen immer wieder, dass längere Texte weiterhin bevorzugt auf Papier gelesen werden. Gleichzeitig steigt die Zahl der E-Book-LeserInnen. Dem versuchen wir seit einigen Monaten damit Rechnung zu tragen, dass wir am Monatsende eine Edition mit allen im laufenden Monat erschienenen Beiträgen herausgeben, die im .pdf-Format in gedruckter Form oder als E-Book gelesen werden kann. Für AbonnentInnen ist dieser Service umsonst. Er kann aber auch außerhalb des Abonnements erworben werden.

Die Zahl der AbonnentInnen ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen, und fast alle AbonnentInnen sind dabei geblieben. Die Leserschaft reicht dabei von Bundestags- und Landtagsabgeordneten über ProfessorInnen der Volkswirtschaftslehre und Soziologie, Sachverständigen, UnternehmerInnen, LehrerInnen, Studienräten, Studierenden, JournalistInnen bis hin zu Menschen, die unabhängig von ihrer Profession gern über den Tellerrand der täglichen Nachrichten hinaus gucken.

Und doch müsste die Zahl der AbonnentInnen unbedingt weiter steigen, um die Existenz zu sichern und den Ausbau des Mediums zu befördern. Dazu gibt es Ideen, und ich bin zuversichtlich. In jedem Fall hat die Umstellung auf den Abonnement-Betrieb überhaupt erst das Überleben ermöglicht. Dafür bin ich den AbonnentInnen und SpenderInnen, die WuG nun schon seit Jahren möglich machen, sehr sehr dankbar und hoffe sehr, Sie weiterhin zufriedenzustellen. Und natürlich hoffe ich auf sehr viel mehr NachahmerInnen.

Ihr Thorsten Hild

Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung finanziert sich ausschließlich über Abonnements und Spenden. Noch sind diese nicht Existenz sichernd. Guter Journalismus muss bezahlt werden, um zu überleben. Deswegen:

Abonnieren Sie Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung oder spenden Sie bitte an:

Kontoinhaber: Thorsten Hild
Kontonummer: 5400653788
Bankleitzahl: 500 105 17
BIC: INGDDEFF
IBAN: DE53500105175400653788
————————————————————-

Sie können helfen, unseren Leserkreis zu erweitern!

Wirtschaft und Gesellschaft hat jetzt auch eine facebook-Seite und freut sich über jedes “Gefällt mir”.

Sie können Wirtschaft und Gesellschaft jetzt auch auf Twitter folgen: https://twitter.com/WiuGe

————————————————————-


Dieser Text ist mir etwas wert


Verwandte Artikel: