Bahnstreik, Medien: Spiegel online fühlt sich nach eigener Propaganda durch eigene Umfrage bestätigt

Wenn es nicht ein weiterer, ernst zu nehmender Tiefpunkt des deutschen Journalismus wäre, könnte man laut auflachen:

Spiegel online hat nach seiner heftigen Propaganda gegen die GDL und den Bahnstreik (siehe dazu zuletzt hier) eine Umfrage unter den eigenen Lesern gemacht und prahlt nun mit dem Ergebnis:

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Maria Marquart rückt die “Mini-Gewerkschaft” GDL in Spigel online in die Nähe von Terroristen! Kaum zu glauben, aber durchaus gängig in namhaften deutschen Medien: Maria Marquardt hat tatsächlich studiert und eine journalistische “Ausbildung” genossen (siehe hier)! Balzac hat diese Form des Journalismus in seinem Meisterwerk “Verlorene Illussionen” treffend als “geistiges Bordell” eingestuft.

Allein die Auswahl, die den Lesern zur Umfrage gestellt wird, spricht Bände:

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Das ist wirklich Schmieren-Journalismus, der unsere gestern getroffene Einschätzung auf geradezu groteske Weise bestätigt. Dass Spiegel online damit nicht allein steht, gab uns heute früh ein Leser mit auf den Weg. Die Süddeutsche Zeitung, so der Leser in einer E-Mail an die Redaktion, titelt heute früh mit: “Weselsky bleibt hart: Keine Schlichtung.” An sich fehlt nur noch, dass die Zeitungen den Schießbefehl auf die Streikenden fordern, um uns in vorangegangene Jahrhunderte zurückzukatapultieren und zu zeigen: Pressefreiheit für sich genommen, garantiert nicht, dass Medien sich nicht einseitig in den Dienst der Herrschenden stellen würden und kein Mittel scheuen, sich zu deren Handlangern zu machen. Die Einstufung eines Streiks als Terror kommt dem schon gefährlich nahe. Es ist vielleicht nur die moderne Variante des Schießbefehls.

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