Medien, Politiker, Meinungsforscher: Dümmer als Trump erlaubt

Das Entscheidende, um sowohl das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen, als auch die totale Fehleinschätzung der tonangebenden Medien, etablierten Politiker und Meinungsforscher zu verstehen, ist: Es kommt nicht darauf an, was man persönlich von Trump hält. Genau das aber war das bestimmende Motiv in den führenden Medien, bei den entscheidenden Politikern und Meinungsforschern. Sie alle haben sich förmlich dem Wahlkampfteam von Clinton zugeordnet – nicht selten schriller als diese selbst. Die Parallele zum Brexit ist offensichtlich. Sie alle haben damit der Demokratie einen schlechten Dienst erwiesen.

Denn eine wesentliche Grundlage für die Demokratie ist Aufklärung. Das, was uns Medien und Politiker geboten haben, war aber zweifellos Propaganda, die der Duden definiert als: “systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher oder ähnlicher Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen“. Propaganda ist das Gegenteil von Aufklärung und darf als ein Hauptfeind der Demokratie angesehen werden.

Wir haben von Anfang an versucht, den Horizont zu erweitern, indem wir, ohne uns auf irgendeine Weise auf die Seite eines Kandidaten zu schlagen, die zwei großen sozialen Netzwerke, facebook und twitter, systematisch ausgewertet haben. Von Beginn unserer Untersuchung (10. August 2016) an, lag Trump weit vor Clinton. Wir haben daraus jedoch bewusst nicht die Schlussfolgerung gezogen, dass Trump als sicherer Gewinner aus der Präsidentschaftswahl hervorgehen würde. Es gab jedoch Informationen, die beispielsweise dafür sprachen, dass die Nutzer nur in sehr geringer Zahl nicht real waren, das Ergebnis also hätten verfälschen können (Stichwort: social bots, siehe hierzu auch hier).

Wir konnten an den Ergebnissen unserer Analyse ablesen, dass Stand und Entwicklung in den sozialen Netzwerken diametral zu den meisten Umfragen standen. Und zwar nicht nur, was den sichtbaren Vorsprung Trumps vor Clinton anbelangt, sondern auch die Stabilität der Entwicklung über den gesamten Zeitraum im Vergleich zu den starken Schwankungen in den Umfragen betreffend, erst recht zu den Gefühlswallungen der führenden Medien. Darunter wohl der größte journalistische Versager in Deutschland, nur noch gleichzusetzen mit der New York Times in den USA: Spiegel online (siehe hierzu auch die Beispiele in unseren Analysen).

Ob Trump eine Gefahr für die Demokratie ist, wird sich noch erweisen; die einseitige und nicht selten geradezu an Schmierenjournalismus grenzende Berichterstattung zu US-Wahl und davor zum Brexit in Spiegel online hat die Demokratie schon jetzt mit Füßen getreten. Das Magazin steht jetzt ein zweites Mal ohne Kleider da. Damit freilich steht es in der deutschen Medienlandschaft nicht allein. Hier, abschließend unsere Ergebnisse, die auch den Wahltag gestern wie den Stand von heute früh beinhalten. Die beabsichtigte Horizont-Erweiterung zur gängigen Berichterstattung sollte zumindest einen Zweck erfüllt haben, der der Demokratie nur dienen kann: Nüchternheit und Skepsis walten zu lassen…Medien, Politiker, Meinungsforscher: Dümmer als Trump erlaubt (vollständiger Beitrag im Abonnement)


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