Tag Archiv für Arbeitsmarktreformen

Macron unter Erfolgsdruck: Die Spannungszahl Mai 2017 und eine Einschätzung der französischen Konjunktur

English Summary: WuG regularly analyses the business cycle so far for Germany, France, United States, Switzerland and the European Monetary Union as a whole on the basis of the monthly data of the labour market (unemployment=supply of labour; job openings=demand of labour). Out of this we calculate the economic activity indicator developed by Claus Köhler, former member of the German Council of Economic Experts. The result needs then careful interpretation and allows a very early and reliable estimation of the business cycle. So far this analysis is only published in German language under subscription.

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Frankreich: Proteste haben Konjunktur

Die Proteste in Frankreich haben Konjunktur. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Konjunktur – die Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivität, über die unter anderem die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP), gerade aber auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes Auskunft geben – bestimmt die Arbeitslosigkeit in Frankreich – wie anderswo (siehe grundsätzlich hierzu zuletzt: Konjunktur und Arbeitslosigkeit: Flassbeck irrt; siehe auch unsere gerade gestern erst erschienene Konjunktureinschätzung zu Frankreich hier). Die politischen Maßnahmen der französischen Regierung aber – zu der nicht allein die Änderungen des Arbeitsrechts zulasten der Arbeitnehmer, sondern auch Ausgabenkürzungen des Staates zählen – richten sich auf die Struktur der Wirtschaft. Deswegen ist es auch durchaus berechtigt, darin eine Parallele zur deutschen Agenda 2010 zu sehen (siehe dazu zuletzt hier). Was unter Struktur zu verstehen ist, bleibt dabei häufig vage. Grundsätzlich setzen sich die Vertreter von “Strukturreformen” für den Abbau von Arbeitnehmerrechten (Kündigungsschutz zum Beispiel), die Senkung von Staatsausgaben wie generell der Stärkung des Marktes gegenüber dem Staat ein. Es ist jedoch nicht nur die Politik, die die Bedeutung der Konjunktur für die Entwicklung des Arbeitsmarktes sträflich vernachlässigt und stattdessen das Heil in “Strukturreformen” sucht; die meisten Journalisten tun dies auch. Gerade erst haben die politische Korrespondentin der FAZ mit Sitz in Paris, Michaela Wiegel, und ihr Kollege, der Wirtschaftskorrespondent der FAZ, Christian Schubert, ebenfalls mit Sitz in Paris, dies wieder beispielhaft gezeigt.

Frankreich: Warum die Proteste Hollande wohl erhalten bleiben werden

Immerhin, die deutschen Leitmedien berichten über die Proteste in Frankreich und die ihnen zugrunde liegenden Arbeitsmarktreformen, die die Regierung Hollande anstrebt. Wenn auch nicht immer besonders intelligent und wohl auch nicht unvoreingenommen, wenn beispielsweise Burkhard Birke für die tagesschau von “reformunwilligen Gewerkschaften” schreibt (dass Berichterstattung auch unvoreingenommen sachlich geht, zeigt dagegen Stefan Brändle in der Frankfurter Rundschau). Die Gewerkschaften wären sicherlich nicht “reformunwillig”, wenn Hollande – immerhin dem Namen nach ein “Sozialist” – für geregeltere Arbeitszeiten und den Erhalt oder sogar eine Verbesserung des Kündigungsschutzes eintreten würde und die Arbeitsmarktreformen nicht für das Gegenteil stünden. Oder wenn Hollande überzeugend erklären könnte, dass seine Arbeitsmarktreformen wirklich Besserung versprechen würden, also eine spürbare Absenkung der Massenarbeitslosigkeit, die in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen in Frankreich in die Verzweiflung und nicht selten in die Arme Le Pens getrieben haben.

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Arbeitszeit: Deutschlands Rückkehr zur 50-Stunden-Woche

Auch die folgenden Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlichte, wird die Meinungsmacher in Politik und Medien nicht davon abbringen, die deutschen “Reformen” (Agenda 2010), als Erfolg zu feiern, für unbedingt notwendig zu erachten und sie anderen Ländern aufzudrängen: “Frauen, die in der Haupttätigkeit in Vollzeit arbeiteten, leisteten insgesamt in beiden Tätigkeiten durchschnittlich 46,9 Stunden (Männer 50,1 Stunden).” Die Mehrheit der hiervon betroffenen Deutschen ist natürlich nicht zur 50-Stunden-Woche zurückgekehrt, weil den Menschen nichts anderes mehr einfällt, als zu arbeiten, sondern, weil ein Job allein nicht mehr ausreicht, um die Existenz zu sichern oder den gewohnten Lebensstandard zu erhalten oder gar zu verbessern. Auch diese Kennziffer macht daher unmissverständlich deutlich, worauf das vermeintliche deutsche “Jobwunder” und die vermeintliche wirtschaftliche Stärke Deutschlands beruhen:

Konjunktur/Deutschland: Was bestimmt die Erwerbstätigkeit?

rekordhoch arbeitsmarkt

Gestern hat das Statistische Bundesamt die Zahl der Erwerbstätigen für den Monat Dezember bekannt gegeben. Was deren Entwicklung bestimmt, darüber verrät das Statistische Bundesamt jedoch nichts. Das aber ist angesichts der Diskussion um einen vermeintlichen “Beschäftigungsboom” (gibt man Beschäftigungsboom bei google ein, erhält man auf einen Schlag 11.500 Einträge) die zentrale Frage für die Wirtschaftspolitik. Entscheidet sie doch darüber wie ursachenorientiert die Regierung gegen Arbeitslosigkeit vorgeht. Wir haben erst zu Beginn des Monats das vermeintliche “Rekordhoch am Arbeitsmarkt” auf Basis der Entwicklung der Zahl der Arbeitnehmer und deren Beschäftigungsverhältnisse/-arten genauer untersucht (eine Eingabe von Arbeitsmarkt und Rekordhoch bei google ergab 69.000 Einträge). Der Begriff der Erwerbstätigen ist jedoch deutlich weiter gefasst. Und doch weist die langfristige Entwicklung, wie schon bei der Betrachtung der Arbeitnehmer und deren Beschäftigungsverhältnisse auf eine bestimmende Ursache dafür hin, warum die Zahl der Erwerbstätigen steigt oder fällt bzw. wie stark sie dies tut. Dass zwar mit einem schönen Leitbild aufwartende, aber diesem leider so gar nicht entsprechende “Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW)” (schon der Name verweist schließlich darauf, wem dieses Institut verpflichtet ist) verwies erst jüngst darauf, dass “die Reformen der Vergangenheit zu einem beispiellosen Beschäftigungsboom bei den Älteren geführt” haben. Das IW weiter: “Dabei handelte es sich keineswegs nur um Minijobs oder andere prekäre Beschäftigung. Denn auch der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 11 auf 29 Prozent. Hinzu kommen die Selbstständigen und die Beamten, die zwar nicht sozialversicherungspflichtig sind, aber dennoch nicht als Sozialfälle angesehen werden können. Somit hat die große Mehrheit der zusätzlich auf dem Arbeitsmarkt aktiven Älteren eine reguläre Beschäftigung gefunden.” Das ist natürlich entlarvend für das IW und zeigt, dass dieses Institut vieles sein kann, nicht aber “Wirtschaftsforschungsinstitut”, wie es in seinem Leitbild vorgibt, und auch nicht “Anwalt einer sozialen Marktwirtschaft”, die das Wort sozial auch wirklich verdienen würde. Und auch diesen Anspruch seines Leitbildes widerlegt das IW mit der oben aufgegriffenen Aussage eindrucksvoll: “Wir verbessern das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge.” Zum einen belegt das IW mit keinem Satz, warum es die “Reformen” gewesen sein sollen, die einen vermeintlichen Beschäftigungsboom ausgelöst haben, noch erklärt es seinen Lesern, dass auch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte prekär beschäftigt sein können. Schließlich muss man sich schon hermetisch von der Realität abschirmen, um zu der Feststellung zu gelangen, dass Selbständige nicht als Sozialfälle angesehen werden können. Viele tausende kleine Selbständige, wenn nicht Millionen, sind Sozialfälle. Mit dieser Manipulation steht das IW leider nicht allein. Die nüchterne Statistik aber kann wie so häufig helfen, die Wirklichkeit besser zu verstehen. Hier zwei weit zurückreichende Graphiken, die auf einen ganz anderen Zusammenhang zur Erklärung der Zahl der Erwerbstätigen verweisen...Konjunktur/Deutschland: Was bestimmt die Erwerbstätigkeit? (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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rekordhoch arbeitsmarkt

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Arbeitsmarkt: “Rekordhoch”?

Obwohl die gestern vom Statistischen Bundesamt herausgegebene Meldung über die ersten vorläufigen Berechnungen zur Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr mehr als verhalten ausfiel (Überschrift der Meldung: “Anstieg der Erwerbs­tätigkeit im Jahr 2013 verlangsamt”), löste sie bei den einschlägigen Medien von Spiegel online bis zum Deutschlandfunk Jubelstimmung aus. Auf allen Nachrichtenkanälen wurde das hervorgehoben, was Spiegel online in gewohnt reißerischer Manier in diese Überschrift packte: “Arbeitsmarkt: Zahl der Beschäftigten erreicht Rekordhoch”.

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