Tag Archiv für ARD

G20: Gabriel diskutiert mit Trump – und stellt die Welt auf den Kopf

Wenn es stimmt, was Die Welt heute früh berichtet – und wir weisen unten auf die Quelle zum Interview hin – , hat Außenminister Gabriel im Gespräch mit Trump die reale Welt auf den Kopf gestellt. Das wiegt um so schwerer, weil Gabriel bis vor kurzem noch Bundesminister für Wirtschaft und Energie war, die Faktenlage also kennt.

Assad-Interview: Thomas Aders nimmt Stellung – warum jetzt eine Richtigstellung der ARD/Tagesschau wichtig ist

Thomas Aders hat jetzt ausführlich Stellung zu den gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfen genommen, die im Nachklang seines Interviews mit Assad geäußert wurden (siehe seine Stellungnahme hier). WuG hatte hierzu gestern umfassend berichtet. Die Stellungnahme ist gleich aus mehreren Gründen bemerkenswert.

Assad-Interview, Thomas Aders, Deutscher Journalistenverband: “Sachliche und faire Berichterstattung”?

Im Nachklang des Interviews, das Thomas Aders für die ARD mit dem syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad geführt hat, wurde in den “Deutschen Wirtschaftsnachrichten” (DWN) der Vorwurf laut, Aders habe in einem Gespräch mit einem ARD-Moderator sein eigenes Interview mit Assad falsch wiedergegeben. Ich habe diesen Vorwurf anhand der Originalquellen, auf die die DWN verweisen, geprüft und als berechtigt befunden (siehe vor allem hier das Interview im Wortlaut und das auf derselben Seite eingestellte Video). Daraufhin habe ich am 3. März einen tweet an die Adresse von Aders gesendet und ihn gefragt:

Rundfunkbeitrag, offener Brief: Nach 78 Tagen Antwort vom Beitragsservice

Titelbild Beitragsservice

78 Tage nachdem ich meinen Brief an den Geschäftsführer des ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (früher GEZ) gesendet hatte erhielt ich Antwort vom Beitragsservice. Der Beitragsservice nennt das “Verzögerung”. Er widerspricht als erstes meiner Ankündigung, den Rundfunkbeitrag nur unter Vorbehalt zu zahlen. Richtig kurios wird es aber, wenn er über die vermeintliche politische Unabhängigkeit und Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks fabuliert.

Ukraine-Berichterstattung deutscher Medien hat Vorläufer – und wirft grundsätzliche Fragen auf

Nach der ARD hat jetzt auch das ZDF seinen “Eklat” zur Ukraine-Berichterstattung. Der Umgang führender Medien – besonders eklatant durch den “Spiegel” und “Die Welt” – wie auch von Intendanten und Redakteuren der kritisierten Anstalten mit den Einwänden wirft grundsätzliche Fragen auf. Sie reichen weit über den unmittelbaren Gegenstand der Kritik hinaus.

Spiegel/Programmbeirat/Kritik an Ukraine-Berichterstattung: Spiegel online fühlt sich wohl durch Kritik des ARD-Programmbeirats mit angegriffen – durchaus zurecht

“Der Spiegel” hat sich im Verlauf der Ukraine-Krise selbst mit äußerst einseitiger Berichterstattung als seriöses Nachrichtenmagazin disqualifiziert. Jetzt berichtet die Online-Ausgabe des Spiegel über die Kritik des ARD-Programmbeirats an der Ukraine-Berichterstattung der ARD. Die Art, wie Benjamin Bidder das unternimmt, lässt darauf schließen, dass sich der Spiegel durch die Kritik des Programmbeirats gleichsam selbst angegriffen fühlt. Dass dieses Gefühl durchaus berechtigt ist, zeigt nicht zuletzt der Artikel von Bidder. Der blamiert sich und seinen Arbeitgeber so richtig vor allem mit einer Argumentation.

Alltag im Regierungsviertel: Programmkritik

Morgens, es ist noch sehr früh, sechs Uhr vielleicht. Ich unternehme mit meiner vierbeinigen Kollegin Hilka einen ersten Gang durch das Regierungsviertel. Noch ist es dunkel. Es ist Freitag. Eine Sitzungswoche des Deutschen Bundestages klingt aus. Um das festzustellen, benötigt man keinen Kalender. Die schwarzen Limousinen des Bundestagsfahrdienstes verschwinden pünktlich aus dem Straßenbild. Der Lärm der schweren Rollkoffer klingt zwar noch in den Ohren, aber sie wurden von ihren unnachsichtigen Besitzern bereits am Abend oder in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag laut klagend über die Fußwege in Richtung Hauptbahnhof geschleift. Die Besitzer dieser bedauernswerten Poltergeister sind zumeist Mitarbeiter des Deutschen Bundestages oder irgendwelche kleine Lobbyisten, die in Berlin noch nicht zu Hause sind, vielleicht nie zu Hause sein werden. Die Bundestagsabgeordneten dagegen nehmen wie selbstverständlich den Fahrdienst des Bundestages in Anspruch oder werfen sich eilig in ein Taxi. Was kostet die Welt? Auch führt der Weg hinaus aus der Stadt die Bundestagsabgeordneten zumeist zum Flughafen und nicht zum Hauptbahnhof. Obwohl Sie mit ihrer Bahncard 100, 1. Klasse, die die Steuerzahler ihnen zum Geschenk gemacht haben, einfach in jeden Zug steigen und zu jeder Zeit in jede Richtung reisen können. Erster Klasse. Möglichst weit weg von den Menschen, die sie mehrheitlich gewählt oder auch schon nicht mehr gewählt haben. Möglichst weit weg von überfüllten Abteilen, die den Abgeordneten ihre Misswirtschaft und falsche Prioritätensetzung in der Verkehrspolitik buchstäblich vor Augen führen könnten.

Aberwitziger Kommentar zu Snowden von Horst Kläuser, ARD

Die Schlagzeile macht jeden Skeptiker, zu denen ich mich auch zähle, neugierig: “Snowdens fleckiger Heiligenschein”. Damit hat Horst Kläuser, ARD-Korrespondent in Moskau, seinen Kommentar überschrieben. Und wissen wir schließlich nicht wirklich viel zu wenig über Edward Snowden – genausowenig wie über vermeintlich Dank Datenschnüffelei verhinderte Terroranschläge, wie die US-Regierung und die Geheimdienste behaupten. Die können uns ja viel erzählen und haben uns schon viel erzählt (Massenvernichtungswaffen im Irak zum Beispiel). Was also hat Kläuser herausgefunden?

Endlich, sie ist da, die Zeitungskrise! – Oder müssen wir etwa doch noch länger warten, bis sich etwas ändert? (Teil III)

Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich in einem Mehrteiler mit der viel diskutierten “Zeitungskrise” auseinander. In Teil I hieß es vorgestern: Sie verdienen immer noch mehr als sie verdienen. In Teil II hieß es gestern: Giovanni di Lorenzo – Der Nachtwächter-Journalist und die eigentliche Zeitungskrise. In Teil III heißt es heute: