Tag Archiv für BILD

Vorfälle in Köln offenbaren doch nur politische Fehlentwicklungen – die vor Jahrzehnten begonnen haben

Das ist schon fast niedlich bzw. aberwitzig, wenn es nicht gleichzeitig so unreflektierter und schlechter Journalismus wäre, der angesichts der Dramatik der Ereignisse völlig unangemessen erscheint. Dabei hätte die Autorin noch nicht einmal über den eigenen Zeitungsrand hinausschauen müssen, um die hinter den Ereignissen von Köln stehenden, grundsätzlichen Probleme zu erkennen. Helene Bubrowski schreibt in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): “Aus der Schreckensnacht von Köln müssen die Behörden Konsequenzen ziehen. Denn das Vertrauen der Bürger in die Macht des Staates ist durch die massenhaften Übergriffe auf Frauen beschädigt worden.” Bubrowski scheint die Zeitung ihres Arbeitgebers nicht zu lesen. Anders ist ihre Fehleinschätzung wohl kaum zu erklären.

Biggest and most influential red top in Germany demands Merkel to be an “iron chancellor” against Greece

Bild - Die eiserne Kanzlerin

Just saw a tweet from Corinna Milborn, author, journalist, moderator, head of information, at the private German broadcaster ProSieben.Sat1.PULS4. “Oh my”, she writes, “if it as up to bild then we really have economic war soon” (na servas wenns nach der bild geht ist dann wirklich bald wirtschaftskrieg). Below an axtract of the titel of today´s edition of BILD. Merkel with spiked helmet and, in bold type: “Today we need the IRON CHANCELLOR – no new billions for Greece” (Heute brauchen wir die EISERNE KANZLERIN – Keine neuen Milliarden für Griechenland.) On that I sung already on the 19th June 2012 in front of the house of Merkel. Thankfully, there is a translation into Greece on it, too (see below). There you are, how predictive WuG is. Concerning the “billions for Greece”, however, often misunderstood by German politicians and media as “help”, just see here: How Greece helps Germany. But something is really new: The question I sing about in the song “When there will be resistance?” (Wann regt sich endlich Widerstand?) Greek people have clearly answered last Sunday! Feel free to share this.

BILD fordert die “eiserne Kanzlerin” – wir haben es schon 2012 so kommen sehen

Bild - Die eiserne Kanzlerin

Gerade stoße ich auf einen tweet von Corinna Milborn, Autorin, Journalistin, Moderatorin, Info-Chefin bei ProSieben.Sat1.PULS4. “na servas”, schreibt sie darin, “wenns nach der bild geht ist dann wirklich bald wirtschaftskrieg”. Darunter ein Ausschnitt der Titel-Seite der BILD von heute. Die Kanzlerin mit Pickel-Haube. Dazu in fetten Lettern: “Heute brauchen wir die EISERNE KANZLERIN – Keine neuen Milliarden für Griechenland.” Dazu passt hervorragend ein Lied, das meine Wenigkeit bereits am 19. Juni 2012 geschrieben und aufgenommen, ja sogar bereits vor dem Haus der Kanzlerin gesungen hat. Dankenswerterweise gibt es hierzu sogar eine Übersetzung ins Griechische. Da sehen Sie einmal, wie vorausschauend WuG ist. Es ist ja keineswegs so, dass niemand von etwas gewusst hat. Was nun die “Milliarden für Griechenland”, regelmäßig in deutschen Medien auch als “Hilfen” missverstanden, anbelangt, siehe zuletzt hier: How Greece helps Germany. Aber etwas ist doch neu: Die im Lied besungene Frage, “Wann regt sich endlich Widerstand?”, haben die GriechInnen am Sonntag klar beantwortet.

SPD, Meinungsforschung: INSA-Chef liegt so daneben wie die SPD

Normalerweise greift WuG Umfrageergebnisse des Meinungsforschungs-Instituts INSA nicht auf. Die folgende Aussage des Instituts-Leiters Hermann Binkert allerdings liegt so daneben, dass sie ins Gegenteil verkehrt die Lage der SPD erklären hilft.

“Die Debatte zeigt das fehlende Selbstbewusstsein der SPD. Wer nicht von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere nicht überzeugen.”

Medien, in eigener Sache: WuG, seit über zwei Jahren im Abo – vor Springer, der Süddeutschen Zeitung und anderen

Am 1. März 2013 hat WuG damit begonnen, Beiträge im Abonnement zu veröffentlichen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie eigenständig Themen entwickeln, in die Tiefe gehen und Zusammenhänge graphisch veranschaulichen. Um die buchstäblich existenzielle Bedeutung dieser Umstellung zu erkennen, musste ich nicht wie Bild-Chefredakteur Kai Diekmann unter viel Tamtam nach Silicon Valley reisen. Die existenzielle Not zwang mich zu der Einsicht: Guter Journalismus muss bezahlt werden. Dass Silicon Valley mit gutem Journalismus nichts zu tun hat, zeigt dieser Bericht der Süddeutschen Zeitung, die, wie zu hören und zu lesen ist, jetzt auch ein Bezahlmodell einführen wird.

PEGIDA und die Politik: Viele der “Prominenten” sind nicht “anständig”, am wenigsten Gerhard Schröder

Vielleicht ist es schon ein Widerspruch, dass den vermeintlich “Anständigen” die “Bild” als Sprachrohr dafür dient, ihre Stimme gegen Fremdenhass und Intoleranz zu erheben. Dass die “Bild” seit langem eine Art mediale PEGIDA ist, hat beispielsweise Margret Jäger bereits 2002 im Rahmen einer Studie für die Friedrich Ebert Stiftung herausgearbeitet. Sobald man aber das Aufkommen der PEGIDA in Beziehung setzt zur Politik und deren Ergebnissen, die eben viele jener “Anständigen”, allen voran Altkanzler Gerhard Schröder, zu verantworten haben, tut sich ein vielleicht noch viel größerer Graben auf – und das eigentliche Problem wird sichtbar.

Hartz IV: Warum die Arbeitsmarktgesetzgebung grundsätzlich falsch war

Zu zehn Jahren Hartz IV meint SPD-Chef Sigmar Gabriel, die entsprechende Arbeitsmarktgesetzgebung sei “grundsätzlich der richtige Weg gewesen”. Und er verweist auf die gesunkenen Arbeitsmarktzahlen: “Der Erfolg ist ja sicht­bar: damals hat­ten wir 5 Mil­lio­nen Arbeits­lose, heute sind es zwei Mil­lio­nen weni­ger”, so Gabriel gegenüberBild“. Warum aber war die Arbeitslosigkeit so hoch, als Hartz IV Gesetz wurde, und warum ist sie seitdem gesunken? Die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamts zeigen, dass Hartz IV für die Veränderung der Zahl der Arbeitslosen weder im Positiven noch im Negativen ursächlich war und ist. Vielmehr bestimmen vor wie nach der Einführung von Hartz IV dieselben Einflussfaktoren die Arbeitslosigkeit. Die lassen wiederum den Schluss zu, das Hartz IV, anders als Gabriel meint, ganz grundsätzlich der falsche Weg gewesen ist…Hartz IV: Warum die Arbeitsmarktgesetzgebung grundsätzlich falsch war (vollständiger Beitrag im Abonnement)

Geschützt: Hartz IV: Warum die Arbeitsmarktgesetzgebung grundsätzlich falsch war (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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Chef der Bundesagentur für Arbeit ignoriert Funktionsweise des Arbeitsmarkts und soziale Freiheitsberaubung durch Hartz IV

Die Welt und andere Medien berichten heute früh, dass der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, gegenüber “Bild” gesagt hat: “Hartz IV ist das beste Programm, das wir je hatten”. Und Deutschland, so Weise weiter, sei “auf lange Sicht auf dem Weg zur Vollbeschäftigung”. Die aktuelle Eintrübung der Konjunktur, meint Weise darüber hinaus, treffe den Arbeitsmarkt derweil nicht. Zwei Dinge bringt Weise damit zum wiederholten Mal zum Ausdruck: Er versteht die Funktionsweise des Arbeitsmarkts nicht. Und er ignoriert das soziale Elend, das Hartz IV nicht allein über die Arbeitslosen gebracht hat, sondern über viele Millionen Beschäftigte.

Eurokrise: Kommt doch noch Bewegung in die deutsch-französische Wirtschaftspolitik?

Zuletzt war Skepsis angezeigt: Frankreich folgte den deutschen Vorgaben in der staatlichen Haushalts- und allgemeinen Wirtschaftspolitik, die da vor allem lauten: staatliche Ausgaben kürzen, Löhne senken bzw. nicht verteilungsneutral steigen lassen, Arbeitnehmerrechte abbauen. Das muss – wie wir in verschiedenen Beiträgen ausführlich aufgezeigt haben – die französische Konjunktur weiter belasten. Weil Frankreich nach Deutschland die größte Volkswirtschaft in der Europäischen Währungsunion (EWU) und Deutschlands größter Handelspartner ist, muss sich dies auch negativ auf die europäische und deutsche Konjunktur auswirken. Wird die Konjunktur weiter belastet, muss auch die schon jetzt historisch hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich weiter steigen und die schon jetzt angegriffene politische Stabilität weiter gefährden. Jetzt aber geht die französische Regierung eventuell doch noch in die Offensive und weckt damit Erwartungen an eine Belebung der deutsch-französischen Wirtschaftspolitik und der Konjunktur.