Tag Archiv für DGB

Reallöhne: Zuwachs regelrecht eingebrochen

Reallohn - 26-06-2017

Das Statistische Bundesamt berichtete vergangenen Freitag über den Reallohnzuwachs im ersten Quartal 2017. Überschrift und Lesart der Statistik durch das Amt täuschen jedoch über einen wesentlichen Sachverhalt hinweg.

“Trotz deutlich stärker gestiegener Preise”, so das Statistische Bundesamt in seiner Überschrift, befänden sich die Reallöhne – die um den Zuwachs der Verbraucherpreise bereinigten Nominallöhne also – “weiter im Plus”.

Lohnentwicklung, EZB: Die Gewerkschaften sollten auf Draghi hören

Gestern hat sich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, zur aktuellen Geldpolitik, zur Wirtschaftslage und zur Kreditentwicklung geäußert. Die EZB ließ den Leitzins und die darüber hinaus gehenden, expansiven geldpolitischen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur unverändert. Die zurückhaltende Einschätzung Draghis gibt auch keinen Anlass zu vermuten, dass sich dies so schnell ändert. Eine wesentliche Rolle für die zwar verbesserte, aber immer noch unbefriedigende Entwicklung der wirtschaftlichen Aktivität, die damit verbundene Unterauslastung der Produktionskapazitäten und die Unterschreitung des Inflationsziels von “unter, aber nahe zwei Prozent” scheint dabei für Draghi die Lohnentwicklung zu spielen.

Deutschland, Tarifverdienste: Verteilungsspielraum ausgeschöpft?

English Summary: On the 1st March Destatis published the data on agreed earnings in the fourth quarter and in the year 2016. Did they develop according to the cost and inflation neutral margin of distribution?

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Entwicklung der Tarifverdienste bestätigt unsere Sorge und Kritik

Heute hat das Statistische Bundesamt die Tarifverdienste für das Jahr 2016 veröffentlicht. Sie sind, ohne Sonderzahlungen, lediglich um 1,9 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Der geringste Anstieg seit 2011. Der Zuwachs entspricht gerade einmal dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von “unter, aber nahe zwei Prozent”. Von der gleichzeitigen Entwicklung der Arbeitsproduktivität, sofern sie gestiegen ist, hätten die Arbeitnehmer demnach nicht profitiert. Beide, Inflationsziel und die Zuwachsrate der Arbeitsproduktivität, sollten als Verteilungsspielraum durch die Lohnentwicklung ausgeschöpft werden, um eine gleiche Einkommens- und Vermögensverteilung sowie außenwirtschaftliches Gleichgewicht und damit eine stabile Wirtschaftsentwicklung zu gewährleisten. Das Statistische Bundesamt merkt jedoch an: “Zur Kompensation von Preissteigerungen wird die Inflationsrate in Tarifverhandlungen häufig als Orientierungsmaßstab verwendet. Die niedrigen Inflationsraten der letzten Jahre könnten somit zur moderaten Entwicklung der Tarifverdienste beigetragen haben.” Diese Einschätzung ist zutreffend – und Ergebnis einer falschen Konzeption für Tarifverhandlungen. Sie bestätigt unsere Sorge und Kritik, die sich vor allem die Gewerkschaften gefallen lassen müssen.

Rezension: Macht und Ohnmacht in den deutschen Wirtschaftswissenschaften

Heterodoxie

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heterodoxie eine Lehre, die von der offiziellen Kirchenlehre abweicht. Für strenggläubige Vertreter der offiziellen Lehre (griechisch orthodoxía=Rechtgläubigkeit, Strenggläubigkeit) ist Heterodoxie dann auch gleichsam eine Irrlehre. Das griechische heterodoxía heißt aber zunächst einmal nur: verschiedene Meinung. Verschiedener Meinung sein, anderer Meinung sein (heterodoxein) zu dürfen erscheint aber nicht nur für das friedliche Zusammenleben innerhalb und zwischen verschiedenen Relegionsgemeinschaften existenziell. Für die Wissenschaft sind verschiedene Meinungen geradezu Voraussetzung dafür, alte Erkenntnisse zu prüfen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Was für die Naturwissenschaften heute aber selbstverständlich ist, scheint noch lange nicht für die Wirtschaftswissenschaften in Deutschland zu gelten, folgt man Arne Heise, Henrike Sander und Sebastian Thieme in ihrem Buch “Das Ende der Heterodoxie? Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland”. Den großen Bogen spannend, differenziert und akribisch zugleich untersuchen die Wissenschaftler das komplizierte Geflecht, das darüber bestimmt, welche Lehre zur herrschenden wird.

Mindestlohn: Wie hoch er 2017 sein müsste, um verteilungsneutral und existenzsichernd zu sein

Vor fast genau einem Jahr haben wir mit Hilfe von Daten aus den Berechnungen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2015 und weiteren Ausgangsdaten berechnet, wie hoch der Mindestlohn 2016 hätte sein müssen, um verteilungsneutral und existenzsichernd zu sein. Heute hat das Statistische Bundesamt die ersten Ergebnisse für das BIP 2016 veröffentlicht. Gemeinsam mit weiteren Ausgangsdaten können wir nunmehr berechnen, wie hoch der Mindestlohn 2017 sein müsste, um verteilungsneutral und existenzsichernd zu sein. Erfüllt der aktuelle Mindestlohn diese Voraussetzungen? Er ist zum Januar 2017 von 8,50 Euro brutto je geleisteter Arbeitsstunde auf 8,84 Euro erhöht worden…Mindestlohn: Wie hoch er 2017 sein müsste, um verteilungsneutral und existenzsichernd zu sein (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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Reallöhne: Lohnentwicklung unterstreicht verkehrte Diskussion

Reallöhne II - 22-12-2016

Heute hat das Statistische Bundesamt die neuesten Daten zur Entwicklung der Reallöhne veröffentlicht. Die Entwicklung der realen (preisbereinigten) Löhne ist die Differenz aus Nominallohnentwicklung und Verbraucherpreisentwicklung (Inflation). Wir hatten erst jüngst im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse zur Ausschöpfung des Verteilungsspielraums festgestellt, dass dieser weder durch die allgemeine Lohnentwicklung, noch durch die Tariflohnentwicklung in den zurückliegenden zwei Quartalen ausgeschöpft wurde (siehe zuletzt hier). Anders als die Arbeitgeberverbände, die Bundesregierung und die Gewerkschaften definieren wir den Verteilungsspielraum als Entwicklung der Arbeitsproduktivität plus Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die heute vom Statistischen Bundesamt präsentierten Daten zur Lohnentwicklung unterstreichen die verkehrte Herangehensweise von Bundesregierung, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, die nicht das Inflationsziel der EZB, sondern die tatsächliche Inflation als Maßstab für eine angemessene Lohnentwicklung nehmen.

Deutschland, Tarifverdienste: Verteilungsspielraum ausgeschöpft?

English Summary: On the 24th November the Federal Statistical Office (Destatis) has published the detailed gross domestic product (GDP) results for the third quarter of 2016. On this basis our journal regularly analyses whether the growth was appropriate, whether wages developed according to the cost and inflation neutral margin of distribution and the relationship between stock exchange and GDP (see here and here). On the 29th November Destatis published the data on agreed earnings in the third quarter. Did they develop according to the cost and inflation neutral margin of distribution?