Tag Archiv für Euroraum

Medien, Konjunktur: Erneut fragwürdige Konjunkturberichterstattung in Makroskop

Wir haben die Konjunkturberichterstattung des Ökonomen Heiner Flassbeck, respektive die des von ihm mit herausgegebenen Blogs Makroskop bereits des Öfteren kritisch aufgegriffen (siehe hier, hier, hier und hier). Regelmäßig beobachten wir – nicht nur zu diesem Thema – keineswegs allein die einschlägigen Medien, sondern auch die sich als alternativ hierzu begreifenden Angebote. In einem Vorspann zu einem im Abonnement erschienenen Artikel ist heute auf der Internetseite von Makroskop über die Konjunktur im Euroraum das folgende zu lesen:

Statistik des Tages: Warum nur hinterfragen die Verantwortlichen in Europa nicht ihre Wirtschaftspolitik?

Heute hat das Europäische Amt für Statistik, Eurostat, die Arbeitslosenquote für den Euroraum veröffentlicht. Der Vergleich mit den USA und Japan (siehe Graphik unten) zeigt erneut: Diese beiden Länder sind – auch wenn dort nicht alles Gold ist, was glänzt – erfolgreicher bei der Lösung des hier wie dort wirtschaftlich und gesellschaftlich drängensten Problems: der Senkung der Arbeitslosigkeit. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Europäischen Währungsunion allein zeigt zudem: Der Anstieg der Arbeitslosenquote auf das historisch hohe Niveau von um die 12 Prozent beginnt erst mit dem Einsatz der restriktiven Wirtschaftspolitik – Senkung der Staatsausgaben, Lohnsenkungen und Abbau von Arbeitnehmerrechten – im Frühjahr 2011. Wären diese Indizien nicht Grund genug, die bisherige Krisenpolitik grundsätzlich in Frage zu stellen?

Konjunktur/EWU: Die politische Dramatik hinter der vermeintlich nüchternen Konjunkturstatistik

Aufgrund der Meldungen zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland und in Europa ist eine Meldung fast untergegangen: Die Preisentwicklung in der Europäischen Währungsunion (EWU) zeigt weiter nach unten. Mit einer jährlichen Inflationsrate von 0,4 Prozent zeitigt sie den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. In den deutschen Medien war dies kein Thema. Wäre die Inflation so weit vom Inflationsziel nach oben abgwichen, wäre der Aufschrei dagegen wohl unüberhörbar gewesen. Drei Krisenländer sind bereits in der Deflation, andere wie die EWU insgesamt nicht weit davon entfernt. In diesem Kontext muss auch das ebenfalls heute gemeldete schwache Wirtschaftswachstum Sorge bereiten. Das schlimmste Signal aber setzen beide Entwicklungen für das größte zu bekämpfende Problem.

Eurokrise: “Rettungsprogramme” reißen gewaltiges Loch in die Unternehmensinvestitionen

Heute hat das europäische Amt für Statistik, Eurostat, die jüngsten Daten über die Entwicklung der Unternehmensinvestitionen außerhalb des Finanzsektors in der Europäischen Währungsunion (EWU) und der EU insgesamt veröffentlicht. Am Wochenende erst haben wir Hans Werner Sinn kritisch aufgegriffen, der meint, die Investitionen stünden immer am Anfang, Arbeitsplätze und Löhne würden folgen. Ohne dass sich die Lohnentwicklung in der EWU aber wieder spürbar fängt, ist kaum eine nachhaltige Erholung der Investitionen zu erwarten, denn die niedrige Kapazitätsauslastung bietet hierzu keinen Anreiz.

EWU/Konjunktur/Arbeitslosigkeit: Politik in der EWU erzielt immer noch keine Erfolge bei Bekämpfung der Arbeitslosigkeit – dabei ist es ganz einfach

Heute hat das europäische Amt für Statistik, Eurostat, die aktuelle Arbeitslosenquote für die Europäische Währungsunion (EWU) veröffentlicht. Sie liegt unverändert hoch bei 12 Prozent. Auch in den Ländern, in denen die europäische Wirtschaftspolitik am härtesten zugeschlagen hat, ist nach Jahren stark gestiegener Arbeitslosenquoten praktisch keine nennenswerte Veränderung eingetreten. In einigen Ländern ist die Arbeitslosenquote leicht gesunken, in anderen ist sie gestiegen. Dass das so ist, ist kein Zufall, sondern hat System.

Deutschland/Konjunktur/Außenhandel: Deutschlands Außenhandel 2013 – Rekordüberschüsse und rückwärts fahrende Lokomotive

Wir hatten zuletzt die Ausfuhrstatistik des Statistischen Bundesamts und die Berichterstattung darüber in den Medien zum Anlass genommen, diese einmal einer genaueren Betrachtung zu unterziehen – mit interessanten Ergebnissen (siehe dazu hier, hier und hier). Heute hat das Statistische Bundesamt die Außenhandelsdaten für den Monat Dezember und das Jahr 2013 vorgelegt und meldet den höchsten Außenhandelsüberschuss “seit der Erhebung der Außenhandelsstatistik”. Was aber verbirgt sich dahinter? Wir haben für eine umfassendere Einschätzung zusätzliche Daten vom Statistischen Bundesamt erhalten…Deutschland/Konjunktur/Außenhandel: Deutschlands Außenhandel 2013 – Rekordüberschüsse und rückwärts fahrende Lokomotive (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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EWU/USA: Inflation, Wechselkurs, Wettbewerbsfähigkeit – Zündstoff für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA, Deutschland und der EWU

Vor zwei Tagen hat das europäische Amt für Statistik, Eurostat, bekannt gegeben, dass, nach vorläufigen Angaben, die jährliche Inflation im Euroraum im Dezember 2013 auf 0,8 Prozent gesunken ist. Ein Jahr zuvor hatte sie noch 2,2 Prozent betragen. Berücksichtigt man das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von “unter, aber nahe zwei Prozent” und gießt dieses in die Zahl 1,9 Prozent, hat die Inflation ihr Ziel im Dezember 2012 um 0,3 Prozentpunkte verfehlt (überschritten), 2013 aber um 1,1 Prozentpunkte (unterschritten). Im Durchschnitt der 12 Monate des Jahres 2013 lag die Inflation nach vorläufigen Angaben bei 1,4 Prozent, 2012 betrug sie 2,5 Prozent. Zeitgleich sind die Verbraucherpreise in den USA im Dezember 2013 gegenüber Dezember 2012 um 1,5 Prozent gestiegen, im Durchschnitt der 12 Monate des Jahres 2013 um 1,4 Prozent. Entgegen weitverbreiteter Auffassung hat auch die amerikanische Notenbank ein Inflationsziel (siehe dazu hier [im Abonnement]). Einen Tag zuvor hat Eurostat bekannt gegeben, dass die EWU ihre Ausfuhren in die übrige Welt im Zeitraum Januar bis November 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1 Prozent gesteigert hat, während die Einfuhren der EWU aus der übrigen Welt im selben Zeitraum um 4 Prozent zurückgegangen sind. Nach England sind die USA der wichtigste Handelspartner der EWU. Gleichzeitig erzielt die EWU mit den USA nach England den größten Handelsbilanzüberschuss. Mit den USA erzielte die EWU 2013 (Januar bis Oktober) einen Handelsbilanzüberschuss von rund 61 Mrd. Euro. Einen ähnlich hohen Überschuss erzielte die EWU mit den USA bereits 2012. Welche Rolle fällt hierbei dem Wechselkurs des US-Dollars (USD) gegenüber dem Euro zu? Das Handelsblatt schrieb dazu erst gestern: “Euro fällt unter Marke von 1,36 US-Dollar”. Und meint: “Obwohl neue US-Wirtschaftsdaten nicht voll überzeugen konnten, gerät der Euro unter Druck. Der Kurs der Gemeinschaftswährung ist deutlich gefallen. Analysten erwarten weitere geldpolitische Lockerungen der EZB.” Zur Einschätzung dieser Entwicklung zitiert das Handelsblatt einen Analysten mit den Worten (kursive Hervorhebung, T.H.): “Wegen der niedrigen Inflation im Euroraum erwarten immer mehr Analysten erneute geldpolitische Lockerungen. ´Der Euro ist weiterhin überbewertet – die EZB wird irgendwann handeln müssen´, meinte Erik Welne vom Handelshaus FXCM. ´Auf der Sitzung Anfang März dürfte es auf eine Senkung des Leitzinses hinauslaufen´, prognostizierte Christoph Weil von der Commerzbank. Er ging davon aus, dass der Preisauftrieb weiter nachlässt. Der Dollar dürfte nach Einschätzung von Volkswirten vom anziehenden US-Wachstum profitieren. Wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, kann die Notenbank Fed ihre Konjunkturstützen weiter abbauen. Die US-Industrieproduktion ist im Dezember nach einem starken Vormonat weiter gestiegen, wie neue Zahlen zeigen. Daten vom Immobilienmarkt und zum Konsumklima blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück.” Trifft diese Einschätzung aber zu, müsste der Außenhandelsüberschuss der EWU mit den USA weiter steigen, weil letztere aufgrund ihres stärkeren Wachstums mehr Nachfrage auf die EWU richten, als umgekehrt. Was aber, wenn die USA, die schon zuvor den Exportüberschuss Deutschlands kritisiert haben, dies zum Anlass nehmen, den Wechselkurs in die entgegengesetzte Richtung zu lenken? Auf Deutschland dürfte der größte Anteil des EWU-Außenhandelsüberschusses mit den USA entfallen. Und müsste der Dollar gegenüber dem Euro nicht eher an Wert verlieren, wenn die Preise dort anziehen, in der EWU aber weiter an Auftrieb verlieren? Wir haben aufgrund unserer vorangegangenen Analyse bereits zwischen preislicher Wettbewerbsfähigkeit und Konjunktur als Einflussfaktoren auf die Außenhandelsentwicklung unterschieden. Das Bild, das der im Handelsblatt zitierte Analyst zeichnet, bestätigt diese Einschätzung – nur, dass der Analyst offensichtlich nur die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Blick hat. Wie hat sich also der Wechselkurs des USD gegenüber dem Euro 2013 und rückblickend bis zum Beginn der EWU entwickelt und wo steht er heute? Inwieweit bestimmt er das Außenhandelsungleichgewicht zwischen der EWU und den USA? Und welche Rolle spielt die Konjunktur?…EWU/USA: Inflation, Wechselkurs, Wettbewerbsfähigkeit – Zündstoff für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA, Deutschland und der EWU (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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US-Finanzministerium liest Deutschland Leviten – sie werden auf taube Ohren stoßen

wall street journal

Das US-Finanzministerium hat in seinem gestern veröffentlichten, halbjährlichen Bericht über internationale Wirtschafts- und Wechselkurspolitk an den Kongress Klartext zur deutschen Wirtschaftspolitik geschrieben. Allein, wie schon zuvor bei ähnlichen Interventionen der G20, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die noch geschäftsführende Bundesregierung und zukünftige Koalition sich demgegenüber erneut taub stellen wird. Denn das, was das US-Finanzministerium völlig zurecht thematisiert und moniert, ist weder bei SPD noch bei der Union Thema oder gar Gegenstand der Koalitionsverhandlungen. Über letzteren schwebt ein wirtschaftspolitisches Ozonloch, das allerdings nicht wie in der Natur den Klimawandel befördert, sondern den Stillstand.