Tag Archiv für Exportüberschuss

Neuer Rekordüberschuss im Außenhandel könnte Protektionismus befeuern

Das Statistische Bundesamt hat heute früh Außenhandelsdaten für das Jahr 2016 veröffentlicht. Der deutsche Außenhandel mit dem Rest der Welt verzeichnete demnach einen neuen Rekordüberschuss, der noch dazu den Rekord aus dem Vorjahr “deutlich übertroffen” hat. Interessant ist seit der Wahl Trumps, aber auch seit der Entscheidung über den Brexit, die gestern erst durch das britische Parlament bestätigt wurde, weniger der Rekord selbst, sondern dessen politische Dimension. Dabei liefert nicht nur das Statistische Bundesamt mit seinen nüchternen Daten den Kritikern des deutschen Exportüberschusses neue Munition. In dieser Hinsicht vielsagend war bereits eine vorgestern in den USA veröffentlichte offizielle Statistik, die darüber informierte, dass der drittgrößte Anteil am Außenhandelsdefizit der USA auf Deutschland entfällt – noch vor Mexiko, das Trump ja bekanntlich, neben China, auch außenwirtschaftlich ein Dorn im Auge ist. Der politische Druck aus dem Ausland ist seit Trump so groß, dass zumindest einige Medien, die bisher noch jedesmal den deutschen Exportüberschuss feierten, die Kritik daran nicht länger verschweigen (siehe zum Beispiel Handelsblatt und Deutschlandfunk). Andere Medien, wie beispielsweise Spiegel online, deutsche Politiker und deutsche Wirtschaftswissenschaftler meinen hingegen die Kritik weiter ignorieren zu dürfen (siehe hierzu auch unsere Kritik am Herausgeber des Handelsblatts, Gabor Steingart, und zur Aufregung über Trump und den britischen Finanzminister Hammond hier); aber selbst sie können den drohenden Protektionismus nicht länger ignorieren, wenn sie sich auch weigern, ihn in einen ursächlichen Zusammenhang mit dem deutschen Außenhandelsüberschuss zu stellen.

Aufregung über Trump und Hammond: Deutsche Meinungsführer betriebsblind

Die Aufregung in Deutschland ist groß: Der neu gewählte US-Präsident Trump nimmt, noch nicht einmal im Amt, schon die deutschen Exportüberschüsse ins Visier. So auch der britische Finanzminister Hammond. Kann es aber wirklich überraschen, dass gerade die Regierungen der beiden Länder, mit denen Deutschland seine höchsten Handelsüberschüsse erzielt, gegen Deutschland aufbegehren?

Deutscher Exportüberschuss: Ist die ifo-Prognose realistisch?

Gestern thematisierten viele Medien eine Prognose des ifo-Instituts für den Exportüberschuss, den Deutschland voraussichtlich in 2016 erzielen wird (siehe zum Beispiel hier). Mit einem Leistungsbilanzüberschuss von 8,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), so laut Medienberichten die Prognose des ifo-Instituts, würde sich das außenwirtschaftliche Ungleichgewicht Deutschlands mit dem Rest der Welt weiter vertiefen (2015: 8,4%). Laut ifo soll der Leistungsbilanzüberschuss auf 310 Milliarden Dollar steigen, 25 Mrd. Dollar mehr als 2015 (2015: 256,144 Mrd. Euro [1]). Es ist eine positive Entwicklung in der Berichterstattung, dass beispielsweise die Franfurter Allgemeine Zeitung darauf hinweist, dass die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse von der EU-Kommission und dem amerikanischen Finanzministerium kritisiert werden. Das ist – wie wir an anderer Stelle thematisiert haben – seit längerem der Fall, wurde aber sowohl von der Bundesregierung, als auch von den Medien regelmäßig heruntergespielt oder gleich ganz unter den Tisch fallen gelassen. Dazu passt, dass die Nachrichtenagentur Reuters, auf die sich die Berichterstattung in diesem Fall beruft, noch darüber hinaus gehende kritische Stimmen, wie beispielsweise die des OECD-Ökonomen Andres Fuentes, zitiert. Die Argumentation von Fuentes entspricht dabei exakt derjenigen in unseren Analysen zum Thema.

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Griechenland und die Ukraine zeigen: Nach “dem Osten” ist “der Westen” gescheitert

Über die Ukraine wird aktuell berichtet, sie stehe “unmittelbar vor dem Staatsbankrott” (siehe zum Beispiel hier). Dieselbe Nachricht halten die deutschen Medien seit Tagen für Griechenland bereit (siehe zum Beispiel hier). Ungewollt und unreflektiert, wie die deutschen Massenmedien nun einmal sind, verweisen sie indirekt zumindest auf einen stimmigen Sachverhalt: Nach “dem Osten” ist auch “der Westen” gescheitert. Gescheitert darin, den Menschen eine geeignete Lebensperspektive zu bieten. In der Ukraine schickt ein sich “dem Westen” anbiedernder Präsident, Petro Poroschenko, unschuldige junge Menschen in den Tod, in einen Krieg, den “der Westen” maßgeblich mitzuverantworten hat (siehe dazu unsere Analysen zur Ukraine, Russland, NATO). In Griechenland zwingt “der Westen” Griechenland eine Politik auf, die nach fünf Jahren nichts als wirtschaftlichen Niedergang, Massenarbeitslosigkeit, Massenverelendung und Perspektivlosigkeit hervorgebracht hat. Die griechische Regierung, die sich jetzt – zugegeben wenig überzeugend (siehe dazu unsere Analysen zu Griechenland) – anschickt, das Blatt zu wenden, wird ganz unverhohlen der Geldhahn zugedreht. Dass es auch anders geht, zeigen ausgerechnet die USA…Griechenland und die Ukraine zeigen: Nach “dem Osten” ist “der Westen” gescheitert (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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Eurostat bestätigt einseitige Ausrichtung der EWU auf Exportüberschuss und die Kritik des US-Finanzministeriums

Die monatlichen Meldungen des Europäischen Amts für Statistik (Eurostat) über die Entwicklung des Außenhandels, der Investitionen und der Unternehmensgewinne sind den deutschen Medien keine Meldung wert. Dabei offenbaren wohl keine anderen Statistiken so deutlich die zerstörerischen Auswirkungen der einseitig auf Exportüberschüsse ausgerichteten Politik der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die internationalen Wirtschaftsbeziehungen und die Binnenwirtschaft der Europäischen Währungsunion (EWU), die, ausgehend von Deutschland, auch erneut im Zentrum der Kritik des US-Finanzministeriums steht (siehe dazu hier, hier und hier).

US-Finanzministerium liest Deutschland erneut die Leviten – sie werden erneut auf taube Ohren stoßen

Am 31. Oktober 2013 hat WuG ausführlich über einen Report des US-Finanzministeriums an den Kongress berichtet, in dem eine fundierte Kritik an der einseitig auf den Export ausgerichteten deutschen Wirtschaftspolitik geübt wurde (siehe hier). Leider haben wir bis heute mit unserer damaligen Einschätzung recht behalten: “Allein, wie schon zuvor bei ähnlichen Interventionen der G20, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die noch geschäftsführende Bundesregierung und zukünftige Koalition sich demgegenüber erneut taub stellen wird. Denn das, was das US-Finanzministerium völlig zurecht thematisiert und moniert, ist weder bei SPD noch bei der Union Thema.” Gestern hat das US-Finanzministerium Deutschland erneut scharf angegriffen. Und wieder ist zu erwarten, dass die Kritik in Deutschland auf taube Ohren stoßen wird – es sei denn, die Amerikaner lassen ihren Worten Taten folgen…US-Finanzministerium liest Deutschland erneut die Leviten – sie werden erneut auf taube Ohren stoßen (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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Statistik des Tages/Deutschland/Außenhandel: Außenhandelssalden Deutschlands nach Ländergruppen

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Was es damit auf sich hat?

Hintergrund:

Deutschland/Konjunktur/Außenhandel: Deutschlands Außenhandel 2013 – Rekordüberschüsse und rückwärts fahrende Lokomotive (im Abonnement)

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