Tag Archiv für heiner flassbeck

Lohnzuwächse, Gustav Horn: Welches sind die Stabilitätserfordernisse?

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunktur (IMK), Gustav Horn, schrieb gestern in MAKRONOM: “So erfüllen die aktuellen Lohnzuwächse in Deutschland nahezu alle Stabilitätserfordernisse”. Welches diese Stabilitätserfordernisse sind, schreibt Horn nicht. Er tut dies nicht zum ersten Mal (siehe unseren offenen Brief an Horn vom 22. März 2016, der bis heute unbeantwortet blieb). Horn schreibt in seinem aktuellen Beitrag lediglich: “Sicherlich, dieser Prozess muss noch über einige Jahre weiter gehen – aber die Verbesserung ist vor dem Hintergrund einer für die Gewerkschaften wieder etwas günstigeren Regulierung des Arbeitsmarktes, z.B. durch die Einführung eines Mindestlohnes, unverkennbar.” Unsere Berechnungen zur Ausschöpfung des Verteilungsspielraums durch die Lohnentwicklung (1) zeigen jedoch gerade, dass die aktuellen Lohnzuwächse in Deutschland ungeachtet der von Horn angeführten Veränderungen nicht das in unseren Augen wichtigste Stabilitätserfordernis erfüllen: die Ausschöpfung des Verteilungsspielraums.

Bruttoinlandsprodukt, 2. Quartal: Ergebnisse unterstreichen unsere Kritik an Flassbeck

Heute früh hat das Statistische Bundesamt die detaillierten Ergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt  (BIP) im zweiten Quartal veröffentlicht. Der Ökonom Heiner Flassbeck hatte zur vorab veröffentlichten Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts zum BIP dem Statistischen Bundesamt unterstellt, dessen Zahlen seien ein Produkt der Phantasie und das Amt würde seine Zahlen nach den Erwartungen der Politiker ausrichten (siehe zu seinem Beitrag und unserer Kritik daran hier und hier). Wir werden in Kürze wie gewohnt auf Basis der detaillierten Zahlen die Fragen beantworten, ob das Wirtschaftswachstum angemessen war, ob der Verteilungsspielraum ausgeschöpft wurde, und wie sich die Realwirtschaft gegenüber der Börse entwickelt hat. Auch werden wir gegebenenfalls auf darüber hinaus gehende, erwähnenswerte Entwicklungen eingehen. Einige Werte seien unten allerdings schon jetzt genannt, die Flassbecks Unterstellungen einmal mehr infrage stellen.

NachDenkSeiten, Makroskop: Keine Alternative

Sie beklagen, dass die etablierten Medien ihrer Aufgabe, den demokratischen Willensbildungsprozess zu befördern, nicht gerecht werden (1). Und sie klagen an. Die NachDenkSeiten: Die Medien würden manipulieren, indem sie zum Beispiel wichtige Informationen verschweigen (2). Makroskop: Statistische Ämter würden ihre Berechnungen nach den Erwartungen von Politikern ausrichten (3). Sie “wollen die Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und damit auch die Qualität der politischen Entscheidungen fördern” und “ein Angebot sein für jene, die in den meinungsprägenden Medien kein ausreichend kritisches Meinungspotential mehr erkennen.” (4) Wie ist es aber um die Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und das kritische Meinungspotenzial dieser beiden Medien selbst bestellt?

Konjunktur in Deutschland und Europa: Flassbecks Bashing des Statistischen Bundesamts erscheint weder fundiert noch gerechtfertigt

Der Ökonom Heiner Flassbeck schimpft – nicht zum ersten Mal – über das Statistische Bundesamt. Seine Kritik erscheint aber weder fundiert noch gerechtfertigt, der schrille Ton noch dazu kaum zielführend.

Flassbeck unterstellt dem Statistischen Bundesamt, dass dessen vorläufiges Ergebnis des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal ein Produkt der Phantasie sei, und dass das Amt seine Berechnungen nach den Erwartungen der Politiker ausrichten würde:

Frankreich, Deutschland: Frankreich entwickelt sich nicht schlechter als Deutschland

Für den leitenden Wirtschaftsredakteur der Tageszeitung “Die Welt”, Holger
Zschäpitz, und seine Kollegin, die Wirtschafts-Korrespondentin Anja Ettel, steht fest: Frankreich “gibt ein jämmerliches Bild ab“. Dass Frankreich “zur Gefahr für Europa” wird, liegt ihres Erachtens am “starren und unflexiblen Arbeitsmarkt”. Es ist wohl nicht zu pauschal zu behaupten, dass diese Interpretation der Auffassung der Mehrheit in Politik und Medien in Deutschland entspricht. Ein Blick auf die nüchternen Daten des europäischen Amts für Statistik, Eurostat, dürfte daher viele überraschen.

Konjunktur und Arbeitslosigkeit: Flassbeck irrt

Flassbeck Screenshot 2 - 21-05-2016

Ein Leser wies mich gestern auf folgende Aussage hin, die der Ökonom Heiner Flassbeck im Rahmen seiner jüngsten Konjunkturanalyse zur Europäischen Währungsunion (EWU) getroffen hat: “Erst wenn es einen unzweideutige Belebung der Konjunktur gibt, kann man auch mit den Arbeitslosenzahlen wieder als Konjunkturindikator arbeiten.” Das ist, wie unsere Konjunkturanalyse für die EWU auf Basis der Arbeitslosenzahlen zeigt, falsch (siehe zuletzt hier). Im Gegenteil, die Arbeitslosenzahlen erweisen sich auch für die EWU insgesamt – wie selbst für einzelne Länder, die sich in einer extremen Krisensituation befinden, wie beispielsweise Griechenland – als wertvoller Konjunkturindikator, sowohl im Abschwung, als auch im Aufschwung und im Konjunkturverlauf insgesamt. Einen Hinweis darauf ergibt bereits der Verlauf der Zuwachsraten von realem BIP (Konjunktur) und der Zahl der Arbeitslosen, wie die folgende Graphik für den Zeitraum 1999 bis 2015 zeigt.

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Flassbeck Screenshot 2 - 21-05-2016

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Ausgemachter Blödsinn: Heiner Flassbeck über liberale Ökonomen und Freihandel

“…Der Freihandel ist das Einzige, was die liberalen Ökonomen aufgeboten haben, um den Wohlstand der Nationen zu erklären. Die Theorie basiert im Kern immer noch auf einer Doktrin, die vor 200 Jahren der englische Ökonom David Ricardo postuliert hat…” Schreibt der Ökonom Heiner Flassbeck in einem Gastbeitrag für die taz. So ein ausgemachter Blödsinn! Darin liegt ein Problem im Ökonomen-Streit, aus dem auch nicht selten ein falsches Verständnis und eine falsche wirtschaftspolitische Praxis resultieren:

Lohnstückkosten – häufig verwendet, aber selten erklärt

Bei der Analyse der Eurokrise wie auch bei anderen Währungskrisen wird von Ökonomen unterschiedlichster Schulen der Indikator Lohnstückkosten zur Erklärung der Wettbewerbsfähigkeit herangezogen. Jetzt schrieb mir ein Abonnent:

“Sehr geehrter Herr Hild,

Geschützt: Lohnstückkosten – häufig verwendet, aber selten erklärt (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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