Tag Archiv für Kritik

Medien, Konjunktur: Erneut fragwürdige Konjunkturberichterstattung in Makroskop

Wir haben die Konjunkturberichterstattung des Ökonomen Heiner Flassbeck, respektive die des von ihm mit herausgegebenen Blogs Makroskop bereits des Öfteren kritisch aufgegriffen (siehe hier, hier, hier und hier). Regelmäßig beobachten wir – nicht nur zu diesem Thema – keineswegs allein die einschlägigen Medien, sondern auch die sich als alternativ hierzu begreifenden Angebote. In einem Vorspann zu einem im Abonnement erschienenen Artikel ist heute auf der Internetseite von Makroskop über die Konjunktur im Euroraum das folgende zu lesen:

Assad-Interview: Thomas Aders nimmt Stellung – warum jetzt eine Richtigstellung der ARD/Tagesschau wichtig ist

Thomas Aders hat jetzt ausführlich Stellung zu den gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfen genommen, die im Nachklang seines Interviews mit Assad geäußert wurden (siehe seine Stellungnahme hier). WuG hatte hierzu gestern umfassend berichtet. Die Stellungnahme ist gleich aus mehreren Gründen bemerkenswert.

Bündnis 90/Die Grünen, Eurokrise, Griechenland: Erschreckend substanzlose Grünen-Spitze

Simone Peter, Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen, und Reinhard Bütikofer, Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, haben sich in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt zur “Griechenland-Krise” geäußert. Ihre Sicht auf Griechenland und die Eurokrise erweist sich dabei als erschreckend substanzlos. Nicht anders als die Bundesregierung, die sie als Oppositionspartei kritisieren, sparen sie die Rolle Deutschlands in der Eurokrise vollständig aus. Vielleicht ja nicht nur aus Unwissenheit, sondern in dem Wissen, als Grüne für eben jene Rolle maßgeblich mit verantwortlich zu sein.

Ungleichheit und Wirtschaftswachstum: OECD klammert vorrangige Ursache aus

Jetzt hat auch die OECD festgestellt, dass eine ungleiche Einkommensverteilung der wirtschaftlichen Entwicklung schadet. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist laut OECD so groß wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Besonders negativ würde sich der Unterschied zwischen Haushalten mit niedrigen Einkommen und dem Rest der Bevölkerung auswirken. Die OECD sieht eine wesentliche Ursache für die negativen Auswirkungen der Ungleichverteilung auf das Wirtschaftswachstum darin, dass die Einkommensungleichheit die Bildungschancen von Kindern aus armen Haushalten untergraben würde (“The paper finds new evidence that the main mechanism through which inequality affects growth is by undermining education opportunities for children from poor socio-economic backgrounds, lowering social mobility and hampering skills development.“). Die Auswirkungen ungleicher Einkommenverteilung auf das Wirtschaftswachstum sind jedoch viel unmittelbarer über den damit verbundenen Nachfrageausfall vermittelt:

Deutsche Rentenversicherung warnt vor gesetzlichen Rentenkürzungen – und rät zur “zusätzlichen Absicherung”

Das Schreiben der Deutschen Rentenversicherung, verfasst unter dem Betreff “Ihre Renteninformation”, erreicht Millionen ArbeitnehmerInnen. Man muss sich einmal ausrechnen, was es kosten würde, wenn private Versicherungskonzerne und Finanzdienstleister die darin für sie enthaltene Werbung als Hauspost versenden müssten. Und dann hätten sie ja immer noch nicht den offiziellen Segen der Deutschen Rentenversicherung. So aber gibt´s beides frei Haus: die Werbung und den Segen.

Hollande stellt richtige Forderungen an Deutschland – und zeigt gleichzeitig den Schwachpunkt des jetzt auch von Frankreich eingeschlagenen “Reformkurses”

Spät, aber nicht zu spät? Das wird erst die Zukunft erweisen. Das, was der französische Präsident Francois Hollandes jetzt gegenüber der “Le Monde” von Deutschland gefordert hat, hätte er bereits zu Beginn seiner Amtszeit fordern sollen, zum Wohle Frankreichs, Europas – und auch Deutschlands. Seine darüber hinaus gehenden Äußerungen offenbaren aber einen zentralen Schwachpunkt, der keine Besserung für Frankreich und die Europäische Währungsunion (EWU) erwarten lässt.

Unser Fußball-Weltmeisterschaft Spezial – Teil 9: Was die Halbzeit offenbart

Seit über 20 Jahre steigert es meine Lebensqualität, keinen Fernseher zu besitzen, ja nicht einmal einen zu haben. Jetzt aber, während der WM, jedesmal, wenn ich ums Eck husche, um König Fußball zu begegnen, da fällt mir eines besonders auf: Die durchgestylten ModeratorInnen der “tagesthemen” und des “heute journal”, die in der Halbzeit den Bildschirm gleich Außerirdischen einnehmen. Ja, geht´s noch! Finanzieren wir das eigentlich auch mit unseren Rundfunk- und Fernehgebühren: die Edel-Garderoben der Teleprompter-Generation?

Der Krankenkassen-Horror geht weiter (jetzt aktualisiert um ein positives Telefonat mit der Techniker Krankenkasse; jetzt aktualisiert um Telefonat mit DAK: jetzt mit Nachricht von TK, das Kündigungsbestätigung von DAK per Fax eingegangen ist)

Am 25. Januar habe ich unter dem Titel “Asoziale DAK – Wie ´DAK-Gesundheit´ krank macht” mein Martyrium mit der DAK geschildert. Daraufhin erhielt ich von der DAK Anrufe und Schreiben, in denen die DAK ihre Fehler einräumte und sich dafür entschuldigte. Das fiel zusammen mit meiner Kündigung der DAK und meiner Anmeldung bei der Techniker Krankenkasse (TK). Nach meiner fristgerechten Kündigung war dann meine Mitgliedschaft bei der DAK am 31. März 2014 beendet. Nun aber erhielt ich am 1. April einen Anruf von der TK, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich, weil meine Kündigungsbestätigung von der DAK nicht bei der TK eingegangen sei, nicht bei der TK versichert sei, sondern nach den dafür vorgesehenen Regelungen wieder bei der DAK.

Krim-Krise: Krim – inelle Propaganda – der Spiegel-Titel

Gestern sendete Der Spiegel diesen twitter. Ein irres Bild in meinen Augen. Hätte es angesichts dieser Aufmachung nicht genausogut heißen können: “Der Brandstifter – Wer stoppt den Spiegel?”

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Völlig zutreffend schrieb ein twitter-Leser daraufhin unter den tweet des Spiegel:

EFI-Jahresgutachten 2014 – lediglich unprofessioneller Mist in professoralem Gewand, oder eine weitere gezielt lancierte Vorlage für die mediale Dauerkampagne gegen die Energiewende in Deutschland? – Ein Kommentar von Thilo Kilper

Energiewende - aber richtig

Am 26. Februar 2014 wurde das diesjährige Jahresgutachten der von der Bundesregierung eingerichteten “Expertenkommission Forschung und Innovation” (EFI), der sechs Wirtschaftsprofessoren angehören, offiziell an Bundeskanzlerin Merkel und Bundesforschungsministerin Wanka in medienwirksamer Weise überreicht (1). Die beiden abgeleiteten Kernthesen des Jahresgutachtens sind dabei so absurd und weit entfernt davon, was man gemeinhin als “gesunden Menschenverstand” bezeichnen würde, dass es einen für den ersten Moment die Sprache verschlägt: