Tag Archiv für Schulden

Gabor Steingarts Fehldiagnose

Gut, dass Gabor Steingart nicht Arzt, sondern Journalist geworden ist. So leichtfüßig, wie er die “Schuldenmacher aller Staaten” für “geisteskrank” erklärt. Sein “Morning Briefing” ist zwar unterhaltsam zu lesen – ganz im Gegensatz zur besserwisserischen Verkniffen- und Verbissenheit einiger sich als alternativ begreifender Blogs und Medien. In diesem Fall aber könnte Steingarts erfrischende Eloquenz doch leicht über einen fundamentalen Trugschluss hinwegtäuschen.

Was Argentiniens Stellung im Welthandel über die tatsächliche Entwicklung des Landes verrät, warum das ganze Brimborium über die Zahlungsunfähigkeit des Landes lächerlich ist und welche Schlussfolgerung Argentinien daraus ziehen sollte

“Argentinien ist pleite – und jetzt?”, fragte tagesschau.de gerade vor zwei Stunden. “Argentinien ist bankrott”, meldete der Focus vor sieben Stunden. Auch der Focus meint zu wissen: “Argentinien ist pleite.” Die FAZ fragt immerhin: “Wie pleite ist Argentinien wirklich?” Der Fokus der Antwort richtet sich aber wiederum nur auf das unmittelbare Ereignis, dass Argentinien einen Hedgefonds nicht bedienen will oder kann. Die Rating-Agenturen spielen natürlich auch wieder mit und sprechen von einem “partiellen Zahlungsausfall”. Schaut man aber auf die längerfristige Entwicklung Argentiniens und seine Stellung im Welthandel, offenbart sich ein anderes Bild, das die Aufregung über einen vermeintlichen Zahlungsausfall Argentiniens nicht nur relativiert, sondern den gesamten Journalismus und Wissenschaftsbetrieb, der sich wie oben aufgegriffen zum Thema äußert, ohne Kleider dastehen lässt. Das zeigt nicht zuletzt auch ein Vergleich mit Argentiniens wichtigstem Handelspartner…Was Argentiniens Stellung im Welthandel über die tatsächliche Entwicklung des Landes verrät, warum das ganze Brimborium über die Zahlungsunfähigkeit des Landes lächerlich ist und welche Schlussfolgerung Argentinien daraus ziehen sollte (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

Geschützt: Was Argentiniens Stellung im Welthandel über die tatsächliche Entwicklung des Landes verrät, warum das ganze Brimborium über die Zahlungsunfähigkeit des Landes lächerlich ist und welche Schlussfolgerung Argentinien daraus ziehen sollte (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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Deutschlandfunk, Kahrs (SPD) und Brinkhaus (CDU) belegen weiteres Mal grassierenden ökonomischen Analphabetismus in Politik und Medien

Die ModeratorInnen des Deutschlandfunks benötigen dringend ein ökonomisches Alphabetisierungsprogramm. Zu Staatshaushalt und Steuereinnahmen fällt ihnen nichts außer Haushaltskonsolidierung, “Wahlgeschenke”, kalte Progression ein. Auch das gern im Mund geführte Wort von der Generationengerechtigkeit haben sie nicht im Ansatz verstanden. Wenn das alles das Bild und die Situation der Menschen und die Richtung, die Deutschland nimmt, nicht so negativ beeinflussen würde, käme man aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. Weil es so ausgesprochen dämlich ist. Dasselbe gilt für die Politik. Politik und Journalismus bilden gewissermaßen eine unwissende Einheit, einen ganz eigenen Kosmos. Ein Bannerträger dieser Dämlichkeit war heute früh der haushaltspolitische Sprecher (sic!) der SPD, Johannes Kahrs.

Deutschlandfunk/Wirtschaftsredaktion: Nach Klemens Kindermann nun auch Jörg Münchenberg – hat die Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks eigentlich auch anderes zu bieten als neoliberalen Mainstream?

Klemens Kindermann ist Abteilungsleiter der Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks. Wir haben ihn gerade erst vor wenigen Tagen kritisch aufgegriffen. Jetzt hat sich Jörg Münchenberg in einem Kommentar zur Diskussion um Barroso zu Wort gemeldet – und nimmt darin die inhaltlichen Platitüden des deutschen Außenministers tatsächlich ernst. Mehr als fragwürdig ist sein Schluss-Plädoyer. Hat die Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks eigentlich auch anderes zu bieten als neoliberalen Mainstream? …Deutschlandfunk/Wirtschaftsredaktion: Nach Klemens Kindermann nun auch Jörg Münchenberg – hat die Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks eigentlich auch anderes zu bieten als neoliberalen Mainstream? (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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Krise bedroht auch Herzstück der Marktwirtschaft

Alle sorgen sich um Schulden, vor allem Staatsschulden. Deswegen schreiben alle von einer Staatsschuldenkrise. Die Staatsschulden seien nicht nachhaltig, weil nicht von den nachkommenden Generationen zu schultern. Von da aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, die Eurokrise auch als einen Generationenkonflikt zu interpretieren. Das alles ist, weil es mit wenigen Ausnahmen jeder schreibt, sagt und zur politischen Handlungsmaxime erhebt, allzu bekannt. Richtig ist es dennoch nicht. Das Herzstück der Marktwirtschaft sind Investitionen.

Das große Missverständnis heißt: Erst sparen, dann investieren. Umgekehrt funktioniert es: Investieren geht dem Sparen voraus

Wenn jetzt häufiger Stimmen laut werden, dass der drakonische Sparkurs, der Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien verordnet wurde, von Investitionen begleitet werden müsse, ist das zwar ein Fortschritt, ein grundlegendes Missverständnis bleibt aber bestehen, und das heißt: Nur wer spart, kann auch investieren. Es verhält sich jedoch umgekehrt: Nur wer investiert, kann auch sparen. Damit steht auch eine Erholung der Volkswirtschaften und eine Überwindung der sozialen Not, die die bisherigen Sparprogramme mit sich gebracht haben, weiterhin in Frage.

Alltag im Regierungsviertel: Post vom Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle

Heute erhielt ich Post von Rainer Brüderle (zur Vergrößerung auf das Bild klicken).

Wie jeden Mittag gehe ich kurz meine Post holen. Ich habe eine sehr freundliche Postbotin. Wenn ich ihr auf der Straße begegne, grüßt sie mich immer und fragt, ob sie schon mal gucken soll, ob für mich etwas dabei ist.

SPD-Führung geht Schuldenabbau über alles (05.09.2011)

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Was soll man dazu noch sagen: Die Wahlverlierer von gestern – Steinmeier vorneweg – erklären sich zu Siegern von morgen und wollen im Kern doch nichts anderes machen, als die jetzige Regierung aus CDU/CSU und FDP und deren Vorgängerregierung: die SPD.