Tag Archiv für ver.di

Fotografie und Gesellschaft: Macht ver.di Sie wirklich stark?

An Eigenlob jedenfalls spart die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nicht. Das war schon beim gesetzlichen Mindestlohn so (siehe hier). Jetzt hat sie erneut zugeschlagen. An derselben Stelle, wo zuvor ein riesiges Plakat zum Mindestlohn prangte, hängt jetzt eines mit dieser Aufschrift:

Zur Vergrößerung auf Foto klicken.

Ergebnis bei Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst: Einigung angemessen?

Verdi tweet Tarifeinigung öffentlicher Dienst - 02-05-2016

Anlässlich der laufenden Tarifverhandlungen und Streiks im Öffentlichen Dienst, hatte Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung (WuG) in einem Beitrag vom 14. April Orientierungshilfen für eine angemessene Einigung im Tarifstreit angeboten (siehe hier). Am 29. April haben Verdi und die Arbeitgeber eine Einigung erzielt. Wer die April-Ausgabe von WuG abonniert hat, kann sich auf Basis des Artikels und den ihm zugrunde liegenden Berechnungen und Erläuterungen ein eigenes Bild darüber machen, ob die erzielte Einigung angemessen ist oder nicht. “Die Bundestarifkommission empfiehlt den Mitgliedern die Annahme des Tarifergebnisses in der nachfolgenden Befragung. Es gilt eine Erklärungsfrist bis zum 31. Mai 2016″, gab Verdi noch am Tag der Einigung in einer Pressemitteilung bekannt. Bis zum 31. Mai 2016 haben die Gewerkschaftsmitglieder also Zeit, sich für oder gegen das Tarifergebnis auszusprechen. Ungeachtet aller Unübersichtlichkeit bei der erzielten Einigung wird eines auf Anhieb deutlich: Sie liegt mit einer Laufzeit von 24 Monaten und einer ersten Erhöhung von 2,4 Prozent ab ersten März 2016 und einer weiteren Erhöhung von 2,35 Prozent ab ersten Februar 2017 weit unter den von Verdi ursprünglich geforderten sechs Prozent mehr Lohn für ein Jahr (siehe dazu auch die Angaben hier).

Kita-Tarifstreit: Gute Erziehung

Wenn das nicht wegweisend ist: Die Gewerkschaftsmitglieder im Sozial- und Erziehungsdienst werden den Namen ihrer Berufsgattung vollends gerecht. Nicht nur lehnen sie ein unsoziales Schlichtungsergebnis mit großer Mehrheit ab; ihre Ablehnung hat geradezu erzieherisches Potenzial.

Kita-Tarifstreit: Das ist keine Schlichtung, das ist ein Affront

Bevor wir uns dem Ergebnis der Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission widmen, sei herausgestellt, dass diese nicht bzw. nicht allgemeinverständlich darüber informiert, mit welchem Tarifergebnis die Betroffenen zu rechnen haben. Allgemeinverständlich hieße, die Einigungsempfehlung würde die Beschäftigten und die breite Öffentlichkeit darüber informieren, wie niedrig oder hoch die jährliche Gehaltserhöhung für die jeweilige Berufsgruppe und im Durchschnitt für die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes ausfällt. Darüber informiert weder die Einigungsempfehlung noch ver.di in seinen Pressemitteilungen (siehe hier, hier und hier). Lediglich in anderen Medien ist nachzulesen, dass die Schlichter Steigerungen von 2 bis 4,5 Prozent vorgeschlagen haben bzw. eine Erhöhung von durchschnittlich 3,3 Prozent (siehe zum Beispiel hier und hier). Diese offensichtlich auf einer Agenturmeldung der dpa basierenden Beiträge verraten wiederum nicht die in der Einigungsempfehlung genannte Laufzeit: Mindestlaufzeit 5 Jahre!

Die Entwicklung bei Karstadt wirft auch kein gutes Licht auf ver.di und grundsätzliche Fragen auf

Karstadt-MitarbeiterInnen sollen erneut Einkommensverzicht üben. Schließungen und Entlassungen stehen darüber hinaus an (siehe zusammenfassend hier). ver.di erscheint absolut hilflos. Immerhin verrät die Gewerkschaft, was man sich ohnehin denken konnte: “Die heute getroffenen Entscheidungen nehmen vielen von ihnen ihre Existenzgrundlage.” Handlungsoptionen aber, was jetzt zu tun ist, gibt die Gewerkschaft nicht. Oder meint ver.di wirklich, dies sei eine Handlungsoption, auf die die alte Unternehmensführung gehört hätte und die neue Unternehmensführung hören würde, wenn ver.di ebenda schreibt:

Skizzen: Mindestlohn für Taxifahrer – Wird ver.di dabei helfen, 8,50 Euro für Taxifahrer 2015 zu verhindern?

Unter der Überschrift “Anteil der Beschäftigten mit Niedriglohn ist gestiegen” meldete das Statistische Bundesamt im September 2012: “Besonders hoch war 2010 der Anteil von Beschäftigten mit Niedriglohn bei Taxifahrer/-innen (87,0 %).” Unwahrscheinlich, dass sich daran seitdem etwas geändert hat. Jetzt wollen laut Zeitungsmeldungen der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband und ver.di über einen eigenen Mindestlohn-Tarifvertrag verhandeln, um die ohnehin nicht Existenz sichernden 8,50 Euro ab 2015 für die Taxifahrer zu verhindern.

Alltag im Regierungsviertel: Mindestlohn – deutsche Gewerkschaften im Irgendwo

Gestern war es einmal wieder soweit. Meine vierbeinige Kollegin und ich streiften mittags durch das Berliner Regierungsviertel. Den Schiffbauerdamm hinauf, von der S-Bahn-Station Friedrichstraße kommend.

ver.di gelingt es auch im “Aufschwung” nicht, Verteilungsspielraum auszuschöpfen: Eine Faustregel für kommende Tarifverhandlungen – Ein Gastbeitrag für die NachDenkSeiten

Gestern früh meldete der Deutschlandfunk unter der Überschrift “Einigung im Tarifstreit: Drucker bekommen mehr Geld”, dass die rund 150.000 Beschäftigten der Druckindustrie mehr Geld erhalten. ver.di und der Bundesverband Druck und Medien hätten sich in der Nacht auf einen neuen Flächentarifvertrag geeinigt. Danach sollen die Löhne ab Mai um drei und im April nächsten Jahres noch einmal um ein Prozent steigen. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate. Damit hat Verdi innerhalb kürzester Zeit bereits das zweite Mal in Folge den gesamtwirtschaftlichen Verteilungsspielraum (Produktivitätsentwicklung plus Inflationsziel der Europäischen Zentralbank) nicht ausgeschöpft. Und das, obwohl sich Deutschland doch im “Aufschwung” befindet, wie der Bundeswirtschaftsminister gleichfalls gestern wieder betont hat: Ein “Aufschwung auf breitem Fundament”, “die Einkommen der privaten Haushalte nehmen kräftig zu”, so Gabriel…Weiterlesen auf den NachDenkSeiten.

Aktuelle Nachrichten und Hintergrund: Warnstreiks bei der Post

Heute streiken erneut Angestellte der Post (Warnstreiks der Postangestellten in elf Bundesländern).

Hintergrund: Tarifverhandlungen Post: Höchste Zeit für ein vernünftiges Angebot – Ein Gastkommentar von Andrea Kocsis, Verhandlungsführerin in der Tarifrunde mit der Deutschen Post AG

Wirtschaft und Gesellschaft hat jetzt auch eine facebook-Seite und freut sich über jedes “Gefällt mir”.

Rente: Politische Lösung der ungleichen Rentenwicklung notwendig – Von Gunnar Winkler, Präsident der Volkssolidarität

Gunnar Winkler

Systematische Beschneidung der gesetzlichen Rentenleistungen

Das Rentenplus von 3,29 Prozent im Osten ist erfreulich und zeigt, was schon in den letzten Jahren möglich gewesen wäre, wenn nicht diverse Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel gewirkt hätten. Die weit unter der Preissteigerungsrate liegende Anpassung in den alten Ländern um lediglich 0,25 Prozent ist aber eine “bittere Pille”.