Tag Archiv für VW

Deutschland – China: Direktinvestitionen – Entwicklungen und Schlussfolgerungen

Unter Rückgriff auf die Presseschau des Deutschlandsfunks haben wir erst gestern das Bild aufgezeigt, das führende Medien in Deutschland von China zeichnen. China wird demnach als Bedrohung und als unfairer Wettbewerber wahrgenommen und dargestellt. Diese Wahrnehmung hat jüngst einmal mehr Auftrieb erhalten durch die Verhinderung von Übernahmen deutscher Unternehmen durch chinesische Unternehmen seitens des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel. Was in der Regel nicht berichtet wird, ist, wie sich die Direktinvestitionen Deutschlands in China und die Direktinvestitionen Chinas in Deutschland entwickelt haben und auf welchem Niveau sie sich bewegen. Das Wissen darüber aber kann die Situation versachlichen. Das heißt nicht, dass diese quantitative Betrachtung nicht durch strategische oder sicherheitspolitische Überlegungen ergänzt werden müsste. Die unten aufgezeigten Dimensionen machen aber deutlich, dass solch strategischen und sicherheitspolitischen Überlegungen und Entscheidungen, wie sie Gabriel mit dem Verbot von Übernahmen getroffen hat, die allgemeine Hysterie und Voreingenommenheit gegenüber chinesischen Investoren in Deutschland nicht rechtfertigen können, die Journalisten und Politiker derzeit schüren… Deutschland – China: Direktinvestitionen – Entwicklungen und Schlussfolgerungen (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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VW: Wozu Hedgefonds doch gut sein könnten

Vieles spricht dafür, dass ein System, wie es sich bei VW etablieren konnte, nur über enge, sich gegenseitig stützende, ausschließlich auf den eigenen, persönlichen Vorteil bedachte Machtverhältnisse funktioniert. Es ist daher naheliegend, dass die Vorstandsmitglieder, Gewerkschaftsvertreter und die niedersächsische Landesregierung gemeinsam dafür Verantwortung tragen, dass es zu solch unerhörten Vorstandsgehältern und dem diesen zugrunde liegenden Geschäftsgebaren kommen konnte, wie wir es erst vorgestern detaillierter aufgezeigt haben. Heute nun meldet das Manager-Magazin, dass sich der Hedgefonds TCI bei VW eingekauft hat und eben jene Strukturen beabsichtigt zu attackieren. Man mag Hedgefonds aus vielen ökonomischen und sozialen Gründen für gefährlich halten; in diesem Fall aber könnte sich der Einstieg von TCI doch als nützlich erweisen. Wie mächtig das Machtgeflecht von VW ist, wird dabei auch an den unsicheren Erfolgsaussichten deutlich, die das Manager-Magazin TCI bescheinigt:

Die unerhörte Bereicherung der VW-Vorstände

Es war in den vergangenen Wochen viel von Verzicht der VW-Vorstände zu lesen. Dass der vermeintliche Verzicht sich noch als Gewinnmaschine für die Vorstände entpuppen könnte, hat Thorsten Hapke für den NDR bereits hervorragend dargelegt. Dass die VW-Vorstände dies selbst in Betracht ziehen, zeigt sich auch daran, dass es im Vergütungsbericht des Konzerns hierzu heißt: “Der Auszahlungsbetrag darf das Zweifache des ursprünglich zurückbehaltenen Betrags nicht überschreiten.” Es könnte also in der Zukunft eine Verdoppelung des Betrages herausspringen, auf den die Vorstände heute eben nicht verzichten, sondern den sie lediglich “zurückbehalten”. Der “zurückbehaltene” Betrag – 30 Prozent der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2015 – wird “auf Basis des durchschnittlichen Aktienkurses der 30 Handelstage vor dem 22. April 2016 (Anfangs-Referenzkurs) in virtuelle Vorzugsaktien der Volkswagen AG mit einer dreijährigen Haltedauer umgewandelt” und “gleichzeitig ein Ziel-Referenzkurs definiert”, “der 125% des Anfangs-Referenzkurses entspricht.” Die unerhörte Bereicherung der VW-Vorstände wird aber ganz losgelöst von dieser jüngsten Entwicklung deutlich, sobald man deren Vergütungen ins Verhältnis der Löhne und Gehälter setzt, die ansonsten im VW-Konzern verdient werden. Zur Rechtfertigung berufen sich die Vorstände auf das Gesetz. Der Gesetzgeber, die Bundesregierung, ist also unmittelbar mitverantwortlich – und könnte der unerhörten Bereicherung von Managern sehr leicht einen Riegel vorschieben…Die unerhörte Bereicherung der VW-Vorstände (vollständiger Beitrag im Abonnement)

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Energiewende aber richtig, Elektro-Mobilität: Kaufprämie ja – aber nur mit industriepolitischer Vorgabe

Energiewende - aber richtig

Die Kaufprämie zur Förderung von Elektro-Autos konkretisiert sich und scheint immer näher zu rücken. Käufer von Elektro-Autos sollen mit einer Prämie dafür belohnt werden, dass sie von den herkömmlichen Antriebstechnologien Abstand nehmen. SPD und Grüne fordern eine Kaufprämie von 5.000 Euro, geht aus einem Bericht in Spiegel online vom 2. Februar hervor. Während die Bundesregierung – allen voran der Bundesfinanzminister – die Auswirkungen einer Kaufprämie auf den Bundeshaushalt ängstigt, das Umweltministerium dagegen schon über Produktions-Quoten nachdenkt, mit denen sie die Automobilindustrie zur verstärkten Produktion von Elektro-Autos antreiben will, warnen Verbraucherverbände und die noch jedes Mal inflationär zu Energie-Themen interviewte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung lapidar vor einer Kaufprämie bei Fehlen einer gesamten Ausrichtung der Mobilität auf Nachhaltigkeit. Wer hätte das gedacht! Ein gewichtigeres Argument gegen eine Förderung hat demgegenüber jüngst der Handelsblatt-Journalist Norbert Häring ausführlich diskutiert: “Bei der Produktion des nötigen Stroms entstehen je nach Energiequelle zum Teil beträchtliche Emissionen.” Härings Sorge: “Nur die Autoindustrie wird auf jeden Fall profitieren.” Eine nahe liegende Option wird bisher dagegen gar nicht diskutiert. Sie hätte aber bereits bei der berühmten Abwrackprämie greifen sollen, kann die vorgetragenen Sorgen meines Erachtens entkräften und eine nachholende Entwicklung der Elektro-Mobilität in Deutschland gegenüber anderen Ländern, in denen die Elektro-Mobilität bereits wesentlich weiter vorangeschritten ist, beschleunigen.

VW-Skandal: Vision und Menetekel

Gestern in der früh auf dem Fahrrad: Ein VW-Passat pustet mir seine manipulierten Abgaswerte ins Gesicht. Jetzt, zu dieses Jahreszeit, wird einem dies besonders bewusst, weil man den schmutzigen Atem auch sieht, der da aus dem Auspuff strömt. Ich suche schnell das Weite und denke, ist das nicht vielleicht der Kern der ganzen Geschichte: Die bisherige Motorentwicklung war und ist einfach ausgereizt. Gewiss, hier und da lässt sich noch an einer Stellschraube drehen. Aber wirklich groß etwas herauszuholen ist da nicht mehr. Und deswegen ist es nur konsequent, durchaus menschlich, allzu menschlich, dass in einem auf Gewinnmaximierung und Markteroberung ausgelegten System, auch Marktwirtschaft oder Kapitalismus genannt, zuerst der bequemere und billigere Weg des Manipulierens gesucht wird, anstatt eine neue, noch nicht durch Massenproduktion verbilligte, rentable Technologie voranzutreiben und am Markt zu etablieren und nicht zuletzt damit in Konkurrenz zur bisherigen Technologie zu treten. Daraus ergibt sich zweierlei: Vision und Menetekel.

VW, BER: Ist Deutschland in der Praxis noch ein Rechtsstaat?

English Summary: Is Germany in practice still a constitutional state? The recent VW emission scandal and the response of the German government creates doubt. And there are other cases, too, like the ongoing airport construction scandal in Berlin (BER). Where is the proper action of the prosecution, the article asks. That companies try everything to raise their profits is not surprising, the author argues. The core of the problem is that politicians have become their henchmen by submissively fitting legislation to their interests.

VW/Schweden: Die Deutschen regieren nicht nur in Südeuropa rücksichtslos

Das Handelsblatt berichtet heute unter der Überschrift “Überrollt von Volkswagen” über den Unmut, den die deutsche Unternehmensführung von VW bei ihren schwedischen Partnern bei Scania erregt. Zurückgespiegelt auf Deutschland wirft die herrische Art, mit der die deutschen Unternehmensführer ihre schwedischen Partner düpieren, die Frage auf, warum sich deutsche Arbeitnehmer diesem Arbeitgebergebaren eigentlich unterordnen (müssen) und die Politik nicht längst eine egalitärere Unternehmenskultur eingefordert hat, sondern im Gegenteil den Arbeitnehmern vor allem durch die Agenda 2010 in den Rücken gefallen ist und damit jene Unternehmenskultur, in der der Chef sagt, was gilt, befördert hat?

VW – Kein Kunststück

Volkswagen feiert sich. “Der Hersteller aus Wolfsburg setzte mit seinen Pkw-Marken rund 9,07 Millionen Autos ab, was einem Wachstum von 11,2 Prozent entspricht”, berichtet das Handelsblatt. Die Grundlage des Erfolgs liegt in Nordamerika und Asien. Warum wohl?