Tag Archiv für wirtschaftsforschungsinstitute

Frühjahrsgutachten: Deutschland – Allein zu Haus

“Der Überschuss der deutschen Leistungsbilanz wird weiter steigen auf einen neuen Rekordwert von 256,0 Milliarden Euro; das sind 8,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung. 2014 waren es knapp 220 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Für 2016 werden sogar 266 Milliarden erwartet oder ebenfalls 8,5 Prozent.” So ist es in der Pressemitteilung des heute veröffentlichten Frühjahrsgutachtens der “führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute” zu lesen. Zur Begründung heißt es ebenda:

+++Eilmeldung: Bericht über Herbstgutachten der “Wirtschaftsforschungsinstitute” entfällt wegen Niveauunterschreitung

Gestern haben die “Wirtschaftsforschungsinstitute” ihr Herbstgutachten veröffentlicht. Der Auftraggeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Bezahlen tun wir es, die Steuerzahler. Selbstverständlich wollten auch wir über das Gutachten berichten, damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, auf Ihre Kosten kommen. Die Lektüre offenbarte aber sehr schnell, dass diesem Gutachten jedwede Wissenschaftlichkeit abzusprechen ist. Es ist – und wir nehmen für uns das Copyright für diesen Begriff in Anspruch – ein Schlechtachten. Gut ist es nur für das Wirtschaftsministerium, das dann auch prompt nach Veröffentlichung mit dieser Botschaft auf seiner Internetseite aufmachte.

Geschützt: Über Wirtschaftsforschungsinstitute, denen man die öffentlichen Gelder entziehen sollte, einen Deutschlandfunk-Abteilungsleiter für Wirtschaft und Gesellschaft, der diese Wirtschaftsforschungsinstitute unterwürfigst “kommentiert” und einen SPD-Fraktionsvorsitzenden, der in der Zypern-Bundestagsdebatte ein weiteres Mal zeigt, dass die SPD keine Alternative ist (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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Über Wirtschaftsforschungsinstitute, denen man die öffentlichen Gelder entziehen sollte, einen Deutschlandfunk-Abteilungsleiter für Wirtschaft und Gesellschaft, der diese Wirtschaftsforschungsinstitute unterwürfigst “kommentiert” und einen SPD-Fraktionsvorsitzenden, der in der Zypern-Bundestagsdebatte ein weiteres Mal zeigt, dass die SPD keine Alternative ist

Deutschland – nicht die, man kann es wirklich so sagen, “normalen” Menschen, wohl aber Politiker, Journalisten und Wirtschafts-”Forscher” – ist wirklich extrem. Extrem einseitig und zugleich extrem schwach in der Meinungsbildung, in der Berichterstattung, in der Wirtschafts-”Forschung”. Wobei letztere ihren Namen wirklich nicht verdient. Das haben die “führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute” gestern ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Beginnen wir also mit ihnen.

Zum 1. April: An alle Wirtschaftsforschungsinstitute

Nun ist der 1. April leider schon fast wieder vorbei. Den Sachverständigenrat gibt es schließlich das ganze Jahr! Daher mein ganz ernst gemeinter Vorschlag an alle deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute zum 1. April:

Behelligt uns zukünftig nur einmal im Jahr mit Euren Konjunkturprognosen und zwar zum 1. April. Dann wissen alle sogleich, dass sie Euch nicht ernst nehmen sollen.

Wirtschaftsforschungsinstitute in der Krise (13.10.2011)


Eine kleine Trilogie der Pressekonferenzen zu den aktuellen Konjunkturprognosen

Wie kühne Hoffnungen zerstieben

Am 5. Oktober machte das IMK den Aufschlag zu den Konjunkturprognosen im Herbst. Und tatsächlich sind die Wirtschaftsaussichten herbstlich zu nennen: Die Konjunktur kühlt sich nach Auffassung der Konjunkturforscher ab.