Bücherverbrennung/Medien-Geschichte/Axel Springer: Organisator der Bücherverbrennung in Kiel, Verherrlicher der Ostfront und Pressechef Ribbentrops war persönlicher Referent und Sicherheitsberater Axel Springers

Der Historiker Werner Treß von der Humboldt-Universität Berlin, Herausgeber des 2009 erschienenen Werkes “Verbrannte Bücher 1933 – mit Feuer gegen die Freiheit des Geistes”, sagte heute früh im Interview mit dem Deutschlandfunk:

“Ja, aus Paul Karl Schmidt, auch genannt Paul Carell, wurde ein sehr erfolgreicher Buchautor, der verschiedene Bücher veröffentlichte, die sich – kann man so sagen – verherrlichend auf den Zweiten Weltkrieg an der Ostfront bezogen, und er war bis zum Tod von Axel Springer dessen persönlicher Referent und Sicherheitsberater, einer wahrscheinlich sogar der engsten Vertrauten von Axel Springer. Und an diesem Beispiel Paul Karl Schmidt – er war ja nicht nur Organisator der Bücherverbrennung in Kiel, die er auch viel radikaler durchführte als in anderen Orten, sondern er war eben als Pressechef von Ribbentrop, muss man so sagen, ein veritabler Nazi und auch Kriegsverbrecher, der sich an der Organisation des Holocaust in der Slowakei und auch in Ungarn mitschuldig gemacht hat.”

Interessant auch diese Frage Heinemanns:

“Wieso haben die Eliten dermaßen versagt?

Treß: Es ist vielleicht insgesamt infrage zu stellen, dass sozusagen Bildung Menschen vor Inhumanität und menschenfeindlichen Handlungen schützt oder sie hinreichend reflektiert macht.”

Das vollständige Interview ist hier nachzulesen: Goebbels wähnte sich in bester Form – Historiker über die Bücherverbrennung vor 80 Jahren und das Versagen des Bildungsbürgertums – Werner Treß im Gespräch Christoph Heinemann

Wirtschaft und Gesellschaft hat jetzt auch eine und freut sich über jedes “Gefällt mir”.

 


Dieser Text ist mir etwas wert


Verwandte Artikel:
  • Keine verwandten Artikel vorhanden.