Leserbriefe

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14.03.2017

Zum Beitrag: Türkei und Deutschland: Lasst sie reden

Guten Tag Herr Hild,

mit Ihren Ausführungen bin ich nur bedingt einverstanden. Sie erwähnen nicht, dass bei den beiden Parlamentswahlen, die in der Türkei im Jahr 2015 stattgefunden haben, 53 Prozent (Juni 2015) bzw. knapp 60 Prozent (November 2015) der in Deutschland stimmberechtigten Türken für die AKP gestimmt haben. Das waren ziemlich klare Voten, insbesondere die zweite Wahl. Insofern kommen mir schon Zweifel an der politischen Urteilsfähigkeit eines Teils – nicht aller! – hier lebenden Türkinnen und Türken. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass viele Türkischstämmige überwiegend türkische Medien konsumieren, die von Erdogan mittlerweile “voll auf Linie” gebracht worden sind? Hierzu noch eine Beobachtung: In meiner Regionalzeitung DIE RHEINPFALZ, in der das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei ebenfalls heiß diskutiert wird, finde ich in den Leserbriefspalten ausschließlich die Zuschriften deutscher Leser. Da nicht davon auszugehen ist, dass die Türken sich dafür nicht interessieren, vermute ich, dass diese sich aus türkischen Zeitungen und TV-Sendern “informieren”.

Mit besten Grüßen,

Mark Krieger

28.01.2017

Zum Beitrag: Jahreswirtschaftsbericht: Fünf Mal Zündstoff

Lieber Herr Hild,

im SGB III, § 16 (2) heißt es: “Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten als nicht arbeitslos”, obwohl sie einen Arbeitsplatz suchen. Werden diese Menschen zu den Arbeitslosen hinzugezählt, erhält man – entsprechend den Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit – die “Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)”. Im Dezember 2016 betrug die Unterbeschäftigungsquote 7,9 % (Tabellenanhang zum Monatsbericht Dezember2016, 5.11 Unterbeschäftigung).

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler, Jahrgang 1928, ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von 1974 bis 1990 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier. Claus Köhler hat sich in WuG zuletzt hier zu Wort gemeldet: Wirtschaftswissenschaften: Was Theorie leisten sollte.

Zum Beitrag: Alles Lüge oder was? Medienlandschaft und -kritik in Deutschland – von Wolfgang Lieb

13.01.2017

Lieber Herr Hild,

ich will Ihnen – und auf diesem Wege auch Herrn Lieb – gerne für den
lesenswerten Artikel vom 19.12.2016 danken (Alles Lüge oder was?
Medienlandschaft und -kritik in Deutschland
).

Dazu möchte ich ergänzend anmerken, dass ich bei der Situation, die Herr Lieb mit der  Rationalisierung nach Innen beschrieb, an den Bereich der Wissenschaft denken  musste. Normale unbefristete Arbeitsverhältnisse gibt es dort kaum; über 80 Prozent der Stellen in den Hochschulen sind befristet. Wer in die aktuellen  Stellenausschreibungen schaut, wird zudem feststellen, dass es sich sehr häufig um Teilzeitstellen handelt (50 Prozent oder manchmal auch 75 Prozent). Die – wenn auch befristeten – Vollzeitstellen sind also rar gesät. Wer dann in der Wissenschaft die Butter oder Margarine aufs Brot will, muss sich deshalb etwas einfallen lassen. Die “Lösung” ist dann meist, Drittmittel zu beantragen. Dabei handelt es sich um den Regelfall im Hochschulbetrieb, wie eindrucksvoll dadurch belegt wird, dass sich
bereits selbst “die DFG immer mehr in die Rolle eines Grundfinanziers der Universitäten” gedrängt sieht.

Zusammen mit der zunehmenden Standardisierung, der Verwertbarkeit von  Wissenschaft im Sinne von Ranking-Werten, der ständigen Evaluation usw. sind das sicher nicht die besten Voraussetzungen für Kontroversität und Vielfalt (welche Folgen das im Bereich der Ökonomik haben kann, das lässt sich plastisch in einem 2012 von Mathias Binswanger publizierten Beitrag nachlesen).

Insofern lässt sich ergänzend zu Wolfgang Liebs Ursachen-Analyse fragen, wie vielfältig und kontrovers Medien und Journalismus überhaupt sein können, wenn bereits in der Wissenschaft, auf die dort zur Untermauerung der eigenen Aussagen gerne Bezug genommen wird, einiges im Argen liegt.

Mit herzlichen Grüßen
Sebastian Thieme

Zum Beitrag: Globalisierung, Digitalisierung: Fürchtet Euch nicht

8. September 2016

Lieber Herr Hild,

vielen Dank. Ja, so wie die industrielle Revolution Folge der Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität und des mechanischen Webstuhls war, ist die digitale Revolution und damit die Globalisierung Folge der Erfindungen im modernen Informationssystem. Weder die industrielle Revolution ließ sich noch die digitale Revolution lässt sich zurückdrehen. Maschinenstürmer konnten und Globalisierungsgegner können dagegen nichts ausrichten.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler, Jahrgang 1928, ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von 1974 bis 1990 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

Zum Beitrag: Globalisierung, Digitalisierung: Fürchtet Euch nicht!

7. Dezember 2016

Sehr geehrter Herr Hild,

das ist außergewöhnlich, dass ein Notenbanker die Dinge so klar beim Namen nennt. Vielen Dank für diesen Hinweis und auf die erläuterten Zusammenhänge von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Zum Beitrag: Gabor Steingarts Fehldiagnose

26. September 2016

Lieber Herr Hild,

vielen Dank für Ihren Artikel. Eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik verlangt das Zusammenspiel von Geld- und Finanzpolitik. Davon kann aber leider zurzeit keine Rede sein.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler, Jahrgang 1928, ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von 1974 bis 1990 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

Zum Beitrag: NachDenkSeiten, Makroskop: Keine Alternative

6. September 2016

Sehr geehrter Herr Hild,

Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Ich war früher einmal fleißiger Leser der Nachdenkseiten, frequentiere heute aber nur noch selten diese Seite. Seit dem Ausscheiden von Wolfgang Lieb ist die Qualität der NDS stark zurückgegangen, und was mir am meisten missfällt, ist der rechthaberisch-dogmatische Ton vieler Beiträge. Fakten, die der eigenen Meinung widersprechen, werden entweder ignoriert oder als “ideologisch” abgetan. Das ist nicht das, was ich mir unter kritischem Denken vorstelle. Die Herausgeber der NDS erweisen damit der Sache, um die es geht, einen Bärendienst.

Mit freundlichen Grüßen,

Mark Krieger

Anmerkung der Redaktion vom 11.09.2016: Siehe zum Beitrag, “NachDenkSeiten, Makroskop: Keine Alternative”, jetzt auch die Reaktion des Herausgebers der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, auf diesen Beitrag hier.

Zum Beitrag: Frankreich entwickelt sich nicht schlechter als Deutschland

3. Juni 2016

Lieber Herr Hild,

auch ich lese immer wieder Artikel, in denen die Ideologie und nicht Fakten die Feder führen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Flut an Daten nicht zu einer Versachlichung der Diskussion führt, sondern abschreckt, in diese Flut einzutauchen.

Herzliche Grüße,

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler, Jahrgang 1928, ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von 1974 bis 1990 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

30.03.2016

Zum Beitrag Diäten-Erhöhung: Politik als Selbstbedienungsladen – eine Verhöhnung nicht nur der Abgehängten, sondern aller Demokraten, durch die Abgeordneten

Sehr geehrter Herr Hild

Danke auch für diesen lesenswerten Artikel. Eine kleine Anmerkung zum
Zitat von Herrn Bielicki, nachdem es so sei, dass “jemand, der ihn
[den Job] tut, doch nicht verdienen, was sie oder er verdient”, dessen
Vertrag sei “alle vier Jahre kündbar.”

Dies wäre allenfalls dann der Fall, wenn alle Abgeordneten über
Direktmandate ins Parlament einzögen. In der Praxis ist ein Großteil -
mindestens 50 % – der “Volksvertreter” jedoch über Plätze auf einer
“starren” Wahlliste (https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlliste#Wahllisten_nach_Wahlmodus )
zu ihren “Jobs” gekommen, diese können also eben nicht einfach
abgewählt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Feltens

Anmerkung der Redaktion: Die von Herrn Feltens kritisierte Passage in dem Text von Bielicki ist auch mir bereits beim ersten Lesen kritisch aufgestoßen. Ich bin Herrn Feltens sehr dankbar für die Klärung des Sachverhalts in seinem Leserbrief oben. Thorsten Hild

08.03.2016

Zu den Beiträgen Assad-Interview, Thomas Aders, Deutscher Journalistenverband: “Sachliche und faire Berichterstattung”? und Assad-Interview: Thomas Aders nimmt Stellung – warum jetzt eine Richtigstellung der ARD/Tagesschau wichtig ist:

Hallo Herr Hild,

ohne Facebook und twitter kann ich nur via Mail meine Anerkennung für
Ihr Nachhaken und die Reaktion von Herrn Aders zum Ausdruck bringen.
Das ist beispielhaft für den Umgang, den wir in so wichtigen Dingen
miteinander pflegen sollten. Ich hoffe, Herr Aders erhält für seine
Reaktion positive Rückmeldungen zuhauf (auf welchem Wege auch immer).

Viele Grüße

Heiner Biewer

11.02.2016

Zum Beitrag Gegen die Lagerbildung in der Ökonomie und zu Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung (WuG) generell:

Lieber Herr Hild,

vielen Dank für Ihren Beitrag “Gegen die Lagerbildung in der Ökonomie”. Sie haben damit wieder ein wichtiges Thema berührt. Man neigt nämlich viel zu viel dazu, Wissenschaftler, Journalisten und Ihre Arbeiten von vornherein einzukasteln: der ist ein Neoliberaler, der ist ein Keynesianer, der ist ein Monetarist und dem ist Haushaltsdisziplin egal. Ich finde es gut, dass Sie ein solches Verhalten geißeln. Wenn ich Ihre Artikel gerne lese, dann eben auch darum, weil Sie keine vorgefassten Meinungen vertreten. Es ist wohl Ihr wirtschaftswissenschaftliches Herz, dass Sie veranlasst, Aussagen auf einer theoretischen Basis zu entwickeln, die aber dann auch klar zu formulieren. Das journalistisch Interessante ist die Aktualität Ihrer Beiträge. Dabei bewundere ich Sie, was Sie als Herausgeber von Wirtschaft und Gesellschaft alles leisten: aktuelle Beiträge, monatliche Zusammenfassungen und vieles mehr.

Ich bin auf Ihren nächsten Artikel gespannt und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler, Jahrgang 1928, ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre. Er war von 1969 bis 1974 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und von 1974 bis 1990 Mitglied des Direktoriums und des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

12.01.2016

Zum Beitrag: Vorfälle in Köln offenbaren doch nur politische Fehlentwicklungen – die vor Jahrzehnten begonnen haben

Hallo Herr Hild,

erlauben sie mir bitte, auf einen Aspekt bezüglich der hierzulande
“schlechten” Polizeiausstattung zu verweisen:

Bei, zum Beispiel, G7/20-Gipfeln in Elmau/Heiligendamm, Occupy-Demos in Frankfurt
und Anti-TTIP-Demo in Berlin war die Polizei zum Teil mit Bundeswehrunterstützung in jeder Hinsicht sehr präsent.

Am 10.10.15 in Berlin reichte es sogar zu einer Polizeikette um das
Bundeskanzleramt, von der ich mich persönlich überzeugen konnte und sie
anschließend weiträumig umgehen durfte.

Mir scheint, dass es sehr vom jeweiligen Ereignis abhängt, ob und wie
die Polizei eingesetzt wird. Das Sicherheitsbedürfnis der Normalbevölkerung spielt – wie Köln gezeigt hat – eher eine untergeordnete Rolle.

Herzliche Grüße,

A. O.

Anmerkung von Thorsten Hild: Ich habe dem Leser, der der Redaktion bekannt ist, aber anonym bleiben möchte, zustimmend wie folgt geantwortet:

Lieber Herr O.,

vielen Dank für Ihre Nachricht – die ich, mit Ihrem Einverständnis natürlich
nur – gern in der Rubrik Leserbriefe veröffentlichen würde.

Ich stimme Ihnen völlig zu. Just in den vergangenen Tagen musste ich
zurückdenken an die Demos G8/Heiligendamm, bei denen die Polizei in
Armeestärke aufmarschierte.

Wenn es um die eigene Sicherheit geht, spart die Politik an nichts, auch
dann nicht, wenn es darum geht, Demonstranten einzuschüchtern
(G8/Stuttgart…).

Der einzelne Polizist bleibt dennoch schlecht bezahlt und jenen politischen
Entscheidungen auch ausgeliefert.

Herzliche Grüße,

Thorsten Hild

www.wirtschaftundgesellschaft.de

17.12.2015

Zum Beitrag: Klimawandel als Event – und was dabei übersehen wird

Sehr geehrter Herr Hild,

leider muss ich einigen Ihrer Behauptungen und Folgerungen in Ihrem
Beitrag “Klimawandel als Event – und was dabei übersehen wird”
widersprechen.

“Ökologische Nachhaltigkeit gründet nämlich vor allem auf – und jetzt
müssen alle Bioladen-Besucher ganz tapfer sein – technischem
Fortschritt, Wachstum und Beschäftigung.”

Erst mit dem, was Sie als technischen Fortschritt bezeichnen, ist die
Landwirtschaft überhaupt erstmalig in der Menschheitsgeschichte *nicht
nachhaltig* geworden, da von den Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft
mit Fruchtfolge und Brache abgewichen wurde. Die derzeitige
industrielle, extensive Agrarwirtschaft mit der Verwendung von
Kunstdünger, Pestiziden und Monokulturen zerstört mittel- und
langfristig die Qualität der Böden (fehlender Humus, Erosion, fehlende
Bodenfauna) und ist eine Hauptursache für den terrestrischen
Artenschwund, zusammenbrechenden Ökosystemeden und – durch übermäßige
Nutzung von Grundwasser – des zunehmenden globalen Wassermangels.

Es gibt nur zwei Argumente, die für diese Art der Landnutzung
sprechen. Das eine ist ökonomischer Natur, nach dem die Landwirtschaft
so effizienter (produktiver), also mit weniger Personaleinsatz zu
bewerkstelligen sei. Das ist natürlich richtig – solange die
externalisierten und langfristig wirksam werdenden Kosten nicht
eingepreist werden müssen.

Das zweite Argument ist, dass eine Weltbevölkerung der derzeitigen
Größe ohne die Industrialisierung der Landwirtschaft (inklusive
gentechnisch veränderter Organismen) mit Hilfe der vorhandenen Flächen
nicht zu ernähren sei (hier zeigt sich allerdings, wie verheerend
Wachstum – im allgemeinen wie auch im Falle eines
Bevölkerungswachstums – in Wahrheit ist). Dieses Argument konnte
bisher meiner Kenntnis nach bisher nicht belegt, wohl aber widerlegt
werden.

“Diese (Integration und Wohlstand) wiederum verdanken sich zu einem
Großteil dem technischen Fortschritt, der nicht nur die Arbeit spürbar
erleichtert, sondern sie zugleich auch produktiver gemacht hat;
letzteres ist wiederum die Grundlage dafür, dass unser Wohlstand seit
der Industrialisierung so unerhört gestiegen ist.”

Das ist im Prinzip richtig, dennoch blenden Sie in der Argumentation
aus, dass dieser technische Fortschritt und Produktivitätszuwachs sich
nicht aus einer nachhaltigen Quelle speisen, sondern durch den
massiven Einsatz fossiler Energiequellen erkauft wurde und es darüber
hinaus gewaltige Kollateralschäden in den Bereichen Umwelt und
Gesundheit gibt. Dass unser materieller Nachkriegswohlstand zugleich
auf einer massiven Umverteilung von Süd nach Nord basiert, räumen Sie
ja immerhin selbst ein.

Derzeit sieht es doch wohl so aus: für die Erfüllung menschlicher
Grundbedürfnisse reicht heutzutage die Arbeitskraft eines kleinen
Teils der Bevölkerung. Ein großer Teil (in den westlichen
Industrienationen) findet Beschäftigung und Einkommen in Bereichen,
die auf künstlich erzeugtem Bedarf beruhen. Jeder Haushalt in
Deutschland besteht aus etwa 20.000 Dingen, von denen etwa 90% nutzlos
und entbehrlich sind. Trotzdem wird weiter beworben und konsumiert,
als sei dies ein Selbstzweck. Und genau das ist es ja auch, nur dass
dieser Zweck nicht den Menschen dient, sondern “der Wirtschaft”. Dass
hier tatsächlich ein Interessenkonflikt vorliegt, ist wohl nur wenigen
bewusst; allerdings gibt es mittelerweile zunehmend Stimmen, die nach
Sinn und Maß unserer Konsumgesellschaft fragen und nach den möglichen
Alternativen einer Postwachstums-Gesellschaft suchen.

Um zur Landwirtschaft zurückzukommen: es wäre in der Tat weniger
“produktiv”, diese vollständig nach ökologischen Kriterien zu
betreiben. Aber nur im Hinblick auf den Personalaufwand. Und
angesichts der Tatsache, das unsere Gesellschaft sich schwer tut, für
alle Menschen sinn- und wertstiftende Arbeitsplätze bereitzustellen
und eine hohe Quote von Minderbeschäftigten und Arbeitslosen hinnimmt,
mutet es wie ein Hohn an, dass zeitgleich unsere Lebensgrundlage
vermeintlichen Effizienzgewinnen mittels Personaleinsparung geopfert
wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Feltens

28.11.2015

Zum Beitrag: Bundeswehr in Syrien: Ich würde sie so gern in den Krieg schicken

Wir sind im Krieg – Hurra!!! Hurra!!! Hurra!!!

Woher nimmt dieser Daniel Brössler von der Süddeutschen die Freiheit, um nicht zu sagen Frechheit, für Deutschland zu reden? Was hat Herr Brössler verstanden? Was hat unsere Regierung verstanden? Jeder, der das Geringste von Militärstrategie versteht, weiß, dass nur Bodentruppen mit Luftunterstützung, wie es ein pensionierter General und Stratege der Bundeswehr im Tagesthemen-Interview mit Pinar Atalay sagte, erfolgversprechend gegen den IS wäre.

Bisher hat noch keine Armee durch einen “Krieg gegen den Terror”, wie W. Bush es ausdrückte, und wie es jetzt ganz ähnlich benannt wird, etwas gegen Terroristen ausrichten können. Und in diesem Fall geht es ja wohl in erster Linie um das innenpolitische Ansehen Hollandes, der seit Tagen ein Präsidentenhopping betreibt und Barak Obama damit sichtlich langweilte.

Aber wir können ja nicht anders, wo wir doch auch bei W. Bush mit dem Afghanistaneinsatz so schön hereingefallen sind, als der den Bündnisfall ausrief. Immerhin konnte Schröder, wenn auch nur aus Kalkül, vermeiden, dass wir in den Irak einmarschiert sind. Ja, wir wussten damals schon: Wäre Angela Merkel bereits an der Macht gewesen, dann wären wir auch im Irak gelandet.

Sichtlich verstört stammelten Steinmeier und von der Leyen dann auch in den ersten Interviews, dass sie nicht anders konnten, als Hollande mit den 130 Toten auftrumpfte. Immerhin hatte Busch für seine USA 3000 Tote. Proportional ist das vielleicht stimmig. Aber das war’s auch schon. Nur, können wir denn wirklich anders? Immerhin sind wir drittgrößter Waffenexporteur, da kann man sich einfach nicht lumpen lassen. Immer nur Mordwerkzeug exportieren? Da wird man doch unglaubwürdig.

Wir haben unseren ersten Bündnisfall in Europa – und damit auch unseren ersten Krieg seit dem 2. Weltkrieg. Hurra!!! Hurra!!! Hurra!!!

Karl Kroll

26.11.2015

Zum Beitrag: Palmöl: Wer Indonesien sagt, sollte auch Malaysia sagen

Hallo Herr Hild,

die Frage, die sich mir zunächst stellt, ist, ob es in Indonesien überhaupt Beispiele für so genanntes nachhaltig hergestelltes Palmöl gibt, und, wenn ja, ob es sich dabei um mehr als einstellige Prozentbeträge gemessen am Gesamtvolumen handelt. Die zweite Frage ist dann: was genau ist überhaupt so genannte nachhaltige Forstwirtschaft? Selbst wenn damit gemeint sein sollte, dass an der Stelle der einmal errichteten Plantage die Palmölproduktion dauerhaft betrieben werden kann, wird der Begriff “Nachhaltigkeit” ad absurdum geführt, da ja ein artenreicher Regenwald hierfür abgeholzt und in eine Palmen-Monokultur verwandelt wurde. So gesehen können wir unseren Planeten und letztlich unsere Spezies auch “nachhaltig” zu Tode wirtschaften.

Ich will nicht sagen, dass Deutschland diesbezüglich ein gutes Beispiel abgibt; der so genannte deutsche Wald existiert außer in Märchen ja auch schon seit langer Zeit praktisch nicht mehr, es handelt sich ja auch hier vornehmlich um hochgradig anfällige “Holzäcker” zumeist nicht heimischer Baumspezies. Das Problem ist nur: wenn Länder im Zuge ihrer nachholenden Entwicklung und Industrialisierung dem Beispiel westlicher Industrienationen folgen und dabei die afrikanischen, südamerikanischen und asiatischen Regenwälder in ähnlichem Umfang in die “Nutzung” genommen (also weitgehend abgeholzt) werden, brauchen wir uns um die Frage der Nachhaltigkeit keine weiteren Gedanken mehr zu machen. Allein schon die gigantischen zusätzlichen Mengen an CO2 werden mit den ohnehin anfallenden (und bereits angefallenen), aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe stammenden Mengen die in ihren verheerenden Auswirkungen zumeist immer noch unterschätzte Klimaerwärmung auf ein katastrophales Niveau bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Feltens

Anmerkung der Redaktion: Dieser kritische und anregende Leserbrief ist ein willkommener Anlass, den Gegenstand weiter zu vertiefen. Das soll in Kürze geschehen. Vielen Dank dafür an den Leser auch an dieser Stelle. Hier zunächst einige kurze Stichpunkte zu den vom Leser ausgeführten Überlegungen: 

1. Es geht in dem Beitrag um Malaysia und gerade nicht um das Negativ-Beispiel Indonesien.

2. Ich meine nicht, dass mit der Errichtung von Palmöl-Plantagen, die Nachhaltigkeit zwingend ad absurdum geführt wird. Man darf dabei beispielsweise nicht übersehen, dass es eben jene Plantagen und deren Bewirtschaftung sind, die es ihrerseits möglich machen, noch bestehende Regenwälder zu erhalten. Ich werde dies am Beispiel Malaysia in einem weiteren Beitrag untersuchen. Ich meine, Malaysia hat, parallel zum Ausbau der Palmöl-Wirtschaft, riesige Naturreservate geschaffen und erhält diese. Dies wäre wohl kaum möglich, ohne eine nachhaltige Forstwirtschaft. In diesem Zusammenhang ist auch der Hinweis des Lesers auf Deutschland interessant. Es mag ja sein, dass der deutsche Wald nicht “gesund” ist; in Deutschland wie in Europa insgesamt, sind die Jahrhunderte zuvor die Wälder jedoch nahezu verschwunden, bis neue Energieträger und eine nachhaltige Forstwirtschaft im Rahmen der Industrialisierung wieder Wälder entstehen ließen, die im übrigen häufig kräftiger sind, als der vorherige Wildwuchs und das vorherige verwilderte Unterholz. Seit den 1970er Jahren hat Deutschland meines Wissens nach Waldzuwachs. Auch dieser Rückgriff auf die europäische Vor- und Industrialisierungsgeschichte bietet meines Erachtens reichlich Anschauungsmaterial für eine positive Entwicklung von nachhaltiger Forstwirtschaft und Industrialisierung. Darüber hinaus gilt es immer zu berücksichtigen, welche Folgen eine ausbleibende Industrialisierung für die Wälder hat. So verschwinden in Afrika die Regenwälder kaum wegen einer Industrialisierung, sondern wegen einer ausbleibenden Industrialisierung; der hauptsächliche Energieträger ist immer noch die Holzkohle, die wild gebrannt wird, und auch die traditionale Landwirtschaft, unter anderem durch Brandrodung, vernichtet weite Waldgebiete; das dürfte auch für Indonesien gelten. Diese komplexeren Entwicklungszusammenhänge blenden die Kritiker der Palmöl-Plantagen und anderer industrieller Landwirtschaft und Forstwirtschaft zumeist vollständig aus, obwohl sie ganze Bücher darüber verfassen, weswegen ich sie auch nur vermeintliche Umweltschützer und Entwicklungs-Experten nenne. Anlass genug, den Gegenstand weiter zu vertiefen.

Thorsten Hild

25.08.2015

Zum Beitrag: Griechisches Wirtschaftswachstum: Weitere Kuriositäten aus dem Kabinett deutscher Medien und dem Leserbrief vom Chefvolkswirt der ING-DiBa, Carsten Brzeski (siehe weiter unten in dieser Rubrik)

Sehr geehrter Herr Hild,

ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Sie den Beitrag von Chief Economist Carsten Brzeski unwidersprochen lassen. Keiner seiner Vorwürfe an Sie erscheint mir berechtigt, wenn ich in die von Ihnen verwendete Quelle schaue, auf die Sie sich in Ihrem Beitrag beziehen. 1. Die Quelle, aus der Sie zitieren, ist korrekt angegeben und für den Leser nachvollziehbar. 2. Die Zitate sind nicht aus dem Zusammenhang gerissen, sondern genau in dem Kontext von Ihnen wiedergegeben, in dem sie im Original erscheinen. 3. Polemik ist ein in der Wissenschaft zulässiges Instrument, um eine Sache zu verdeutlichen. 4. Wenn Carsten Brzeski meint, dass sei nicht seine Meinung, fühlt er sich in der “Welt” wohl nicht richtig wiedergegeben. Dann hätte er sich bei der “Welt”, nicht bei Ihnen beschweren müssen.

Es ehrt Sie, dass Sie Kritik an Ihren Beiträgen hier veröffentlichen. Ihren guten Journalismus sollten Sie sich aber auf die Art und Weise, wie Brzeski ihn zu Unrecht infrage stellt, nicht in Verruf bringen lassen. Bleiben Sie sich treu. Sie sind eine wichtige Stimme in der Nachrichtenwelt.

H.W.

Anmerkung des Herausgebers, Thorsten Hild: Ich stimme dem Leser in allen Punkten zu., fand es aber wichtig, den Leserbrief Carsten Brzeskis unkommentiert hereinzunehmen und auf ihn aufmerksam zu machen, damit sich die LeserInnen selbst eine Meinung bilden konnten. Ich empfehle auch, die Originalaussage von Bzreski in der “Welt” zu lesen, um sich selbst ein Bild zu machen.

24.08.2015

Zum Beitrag: Griechisches Wirtschaftswachstum: Weitere Kuriositäten aus dem Kabinett deutscher Medien

Sehr geehrter Herr Hild,

zu gutem Journalismus gehört auch, dass man seine Quellen überprüft, Zitate nicht aus dem Zusammenhang zerrt und Polemik vermeidet. Wie ich sehe, haben Sie meine Zitate aus dem Welt-Artikel von Herrn Kaiser zu deutlich subjektiven Kommentaren hinreißen lassen. Zu meinem Zitat, dass die Wachstumszahlen der Peripherie durch die Bundesregierung ausgenutzt werden, stehe ich auch weiterhin. Mit keiner einzigen Silbe habe ich gesagt, dass das meine Meinung ist bzw. dass das volkswirtschaftlich richtig ist. Es geht hier um eine Prognose, nicht um einen Erklärungsansatz. Der aufmerksamen Leser sollte das deutlich sein. Wenn Sie mich kennen würden oder sich die Mühe gemacht hätten, bei mir nachzufragen, würden Sie wissen, dass ich nicht wirklich ein Befürworter der deutschen Krisenrezepte bin.

Wenn Sie also in der Zukunft noch mal wissen wollen, wann ich mir zum letzten Mal die Handelsbilanzen der verschiedenen Euro-Staaten angeschaut habe oder was ich von der europäischen Austeritätspolitk (die übrigens mehr ist als nur Austerität) finde, melden Sie sich doch einfach direkt bei mir.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Brzeski

Chief Economist

ING-DiBa

04.08.2015

Allgemein zu WuG, geschrieben von einer Abonnentin, mit der Bitte, ihn als Leserbrief zu veröffentlichen. Vielen Dank!

Liebe Leserinnen und Leser von WuG,

vermutlich profitieren Sie ebenso sehr wie ich von den sorgfältig und auch für Laien verständlich aufbereiteten wirtschaftlichen Analysen dieses Blogs. Diese Analysen und die klar und nachvollziehbar dargestellten Einschätzungen bringen mir mehr Information als viele Artikel in herkömmlichen Medien und ein besseres Verständnis der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Situation in Deutschland und in der EU.

Ein ganz besonderes Highlight sind die Reiseberichte, in denen Thorsten Hild anschaulich seine Begegnungen und Erlebnisse während seiner monatelangen Reise durch die südeuropäischen Länder schildert: In seinen Reiseberichten kommen Menschen zu Wort, keine Statistiken.

Sie als interessierte Leserinnen und Leser können höchstwahrschneinlich ermessen, wieviel Zeit und Arbeit die Recherche, die Auswahl und Zusammenstellung von Grafiken sowie das Verfassen eines gut lesbaren Artikels erfordern. Daher bitte ich Sie sehr herzlich darum, Ihre Wertschätzung für Thorsten Hilds Arbeit in Form eines Abonnements auszudrücken. Sie sichern damit die Zukunft dieses informativen und unabhängigen Blogs und Sie sichern sich über Ihre Zahlung Informationen, die sich wohltuend vom überwiegend Angebotenem abheben.

Herzliche Grüße

R. Krüger

25.06.2015

Kita-Tarifstreit

Sehr geehrter Herr Hild,

thematisieren Sie bitte den Schlichterspruch in der Tarifauseinandersetzung Verdi-Kita. Weder im Deutschlandfunk noch in den “Mainstream-Medien” habe ich gehört bzw. gelesen, dass die an sich niedrige Lohnerhöhung für 5 Jahre gelten soll. Das bedeutet, nach 5 Jahren ist die Erhöhung von der Inflation aufgefressen.

Freundliche Grüße

M. Lehmann

Hier der am 26. Juni auf Anregung des Lesers erschienene Beitrag zum Thema:

Kita-Tarifstreit: Das ist keine Schlichtung, das ist ein Affront

13.06.2015

Zum Beitrag: Griechenland: WuG-Vorwahl-Prognose bestätigt sich – auch die politischen Ratschläge?

Hallo Herr Hild,

mit großem Interesse und Freude lese ich beinahe täglich Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung (WuG) und lasse mich gerne von Ihnen aufklären. Ihre Beiträge haben eine viel höhere Qualität als alle Qualitätsmedien und aus diesem Grund habe ich Sie auch abonniert.

In der Regel schreibe ich keine Leserbriefe, aber Ihr letzter Eintrag Griechenland: WuG-Vorwahl-Prognose bestätigt sich – auch die politischen Ratschläge? hat mich einfach fassungslos gemacht.

Eben noch hat die Bundesregierung den Bild-Bericht über eine Grexit-Vorbereitung dementiert, und Sie streuen hier unbedarft Gerüchte!

Ferner ist Ihre Naivität bezüglich der Einladung Yellens in den Bundestag kaum zu übertrefffen.

In welcher Welt leben Sie eigentlich? Wer kontrolliert denn den IWF?

Glauben Sie ernsthaft, dass ein renommierter Ökonom, der gleichzeitig Finanzminister ist, Zeit hat Ihre Ratschläge durchzuarbeiten, und denken Sie ernsthaft, dass sich Merkel und Schäuble vor aller Welt die Blöße geben würden, sich im Parlament belehren zu lassen?

Glauben Sie nicht, dass das einer Bankrotterklärung gleich käme?

Und wer hat Ihnen eigentlich erzählt, dass die griechische Seite kein Konzept hat?

Waren Sie bei den Verhandlungen dabei? Glauben Sie der Troika ist mit sachkundigen Argumenten beizukommen?

Die wissen doch sehr wohl was sie für eine humanitäre Katastrophe in GR, SP, POR angerichtet haben!

Bedarf es da noch ernsthaft Überzeugungsarbeit, dass alles aber auch alles andere besser wäre als die eingeschlagene Richtung?

Und glauben Sie ernsthaft, dass Frau Mohn und Frau Springer eine völlig sachliche und korrekte Berichterstattung zulassen würden?

Glauben Sie ernsthaft eine erfolgreiche linke Regierung würde in Europa und in der NATO toleriert?

Und die Aussage, dass Varoufakis und Tspiras mit WuG besser beraten wären ist an Unverschämtheit und Arroganz kaum zu überbieten. So sieht nachtreten aus!

Wir alle sind extrem niedergeschlagen und frustiert, ob der Merkelschen Politik und des GR Bashing in den Medien. Wir alle wünschen uns eine gute Lösung für alle, aber so nicht Herr Hild!

Trotzdem wünsche ich Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Gruß

Z.M.

(Mein Antwortschreiben an den Abonnenten, der anonym bleiben möchte:

Lieber Herr …,

vielen Dank für Ihren kritischen Leserbrief, den ich gern in der Rubrik Leserbriefe veröffentliche (morgen, sobald die Internet-Verbindung es zulässt; ich sitze gerade im Zug). Ich teile weder Ihre Empörung noch Ihre Kritik, finde sie aber sehr wichtig für den Meinungsbildungsprozess. Genau dafür soll dieses Medium offen sein.

Dass die griechische Seite kein Konzept hat, entnehme ich den Beiträgen und Äußerungen der Regierungsmitglieder. Ich würde auch nicht so weit gehen zu sagen, dass sie kein Konzept hat, sondern dass sie von Anfang an – wie in verschiedenen Beiträgen dargelegt – den falschen Schwerpunkt gesetzt hat.

Und selbstverständlich sollte ein Finanzminister die Zeit haben zu lesen. Das ist durchaus auch – zumindest für einige PolitikerInnen (einige davon haben WuG sogar abonniert) – Praxis in der Politik.

Und was die “Blöße” anbelangt: Denken Sie doch nur an Merkels Kehrtwende im Fall Fukushima/Kernkraft.

Was die Einladung Yellens anbelangt: Denken Sie doch nur an die deutliche und fundierte Kritik des amerikanischen Finanzministeriums an die Adresse der deutschen Wirtschaftspolitik oder an die Kritik von Summers und Krugman. Gewiss, Yellen würde vielleicht vorsichtiger und ganz gewiss nicht polemisch reden, aber es wäre nicht unmöglich, und es wäre der Sache dienlich; und es wäre ein Zeichen gewesen, den Versuch zu machen.

Die anderen Punkte, die Sie in Ihrer Aufgeregtheit anführen, lasse ich einmal so stehen.

Herzliche Grüße auf dem Weg von Monopoli nach Lecce und Dank noch einmal für Ihren Beitrag,

Thorsten Hild)

01.06.2015

Zu WuG und WuG unterwegs

Lieber Herr Hild,

ich schreibe Ihnen auch einen kleinen Leserbrief. Mit großer Aufmerksamkeit lese ich Ihre Reiseberichte und freue mich auch immer wieder über Ihre Kritik an den deutschen Medien. Sehr bemerkenswert auch wie Hilka so eine anstregende Reise bewältigt.

Ich bin gerade für einen kurzen Forschungsaufenthalt in Japan. Hier wird mit Krisen ganz anderes umgegangen als in Europa, nämlich mit radikaler keynesianischer Ausgabenpolitik. Hier liegt die Arbeitslosigkeit unter 5%, der geringste Wert seit 1990. Hier gilt es immer noch als verpönt, wenn Unternehmen Arbeitskräfte entlassen. Auch wenn es sicherlich negative Aspekte gibt (sehr hohe Arbeitsbelastung), zeigt es doch, dass Kapitalismus auch anders funktionieren kann.

Wenn Sie wieder zurück in Storkow sind, würde ich mich freuen, wenn wir uns auch mal detailierter Austauschen können.

Mit Grüßen aus Tokio,

Axel Mangelsdorf

30.05.2015

Zum Beitrag: Eurokrise, Portugal, Spanien, Griechenland, Süddeutsche Zeitung: Thomas Urban – ein “Journalist”, dem es offensichtlich nur um die Bestätigung der eigenen Ideologie geht

Lieber Herr Hild,

ja es ist schon ein Jammer mit unserer Wirtschaftspolitik. Vor vier Jahren hat vor allem die Jugend Tunesiens einen Diktator entmachtet und eine Demokratie errichtet. Nun lese ich in der Neuen Zürcher Zeitung vom 20. Mai 2015, S. 11. “Wer keine Zukunft mehr sieht, so sagen viele Tunesier, entscheidet sich entweder für den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa oder ziehe nach Syrien in den Jihad, wo neben einem guten Einkommen auch sozialer Status winke und das vermeintliche Versprechen, für eine ‘gerechte Sache’ zu kämpfen.” Besser kann man das Versagen westlicher Wirtschaftspolitik nicht beschreiben.

Bei 50 % Jugendarbeitslosigkeit in Spanien wäre ich nicht überrascht, wenn sich in der nächsten Wahl extremere Kräfte zu Worte melden.

Weiterhin eine gute Reise und herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt”. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

14.05.2015

Zum Beitrag: SPD, Meinungsforschung: INSA-Chef liegt so daneben wie die SPD

“Pkw Maut ist beschlossen, dank Druck vom SPD Chef Gabriel”

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit der kleinste Koalitionspartner CSU seine politischen Ziele durchsetzen kann. Seehofer braucht lediglich Konsequenzen ankündigen – schon knicken CDU und SPD ein.

Auffällig ist hierbei die Willfährigkeit der SPD, insbesondere die des Parteivorsitzenden, Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel. Sei es u.a. bei der Vorratsdatenspeicherung, bei der Herdprämie und nicht zuletzt der Maut.

Er hat es wieder einmal geschafft, seine Partei und die SPD Landesfürsten auf “Linie” zu bringen. Damit mutieren er und seine Partei zu Erfüllungsgehilfen der Schwesterparteien. Gemessen an ihren Wahlkampfaussagen hat die SPD viel versprochen, auch angeschoben, aber nur unzureichend abgeschlossen.

Selbstverständlich erfordern Koalitionen Kompromisse, aber das darf nicht bis zur Selbstaufgabe gehen.

Brandt sagte: “Es hat keinen Sinn, eine Mehrheit für die Sozialdemokraten zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein.” Mit anderen Worten, lieber als Opposition agieren als sozialdemokratische Werte und Ziele aufgeben.

Und genau auf diesem Weg befindet sich die SPD unter dem Vorsitz des gewendeten und zwischenzeitlich der Wirtschaft genehmen Sigmar Gabriel. Man gewinnt den Eindruck, dass Gabriel eine schon fast panisch zu nennende Angst hat, wieder auf der Oppositionsbank sitzen zu müssen. Etwa wie Franz Müntefering: “Opposition ist Mist.”

Offenbar genießt Gabriel seinen derzeitigen Status und riskiert damit, dass um seiner Machtwillen die SPD Teile ihrer sozialen Werte aufgibt und dabei an Zustimmung und Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung verliert.

Horst Sellge

05.05.2015

Zu den Beiträgen: Bahnstreik, Medien: Spiegel online fühlt sich nach eigener Propaganda durch eigene Umfrage bestätigt und Bahnstreik, Medien: Spiegel online macht einseitig Arbeitgeber-Propaganda

Geehrte Damen und Herren,

als ehem. langjähriger gelernter und studierter Eisenbahner und Gewerkschaftsmitglied (seit 1965) – DR und DBAG – verfolge ich mit großer Aufmerksamkeit und wachsendem Zorn die Verlautbarungen der deutschen “Qualitätsmedien” und der Politik über die nunmehr 8. Runde der lfd. Tarifauseinandersetzung. Was gegenwärtig wieder gegen den Herrn Claus Weselsky läuft, ist ein Kampagnen-Journalismus der übelsten Sorte und politischer Rufmord.

Die wahren Ursachen liegen auf der Hand, werden aber vor dem normalen Publikum verschwiegen.

Infolge gravierender gesundheitlicher Probleme musste ich bereits zum November 1998 unbefristet berentet werden. Da ich nicht zum Zugpersonal gehörte, war eine Mitgliedschaft in der GDL für mich nicht möglich; leider! Dafür habe ich die arbeitgeberfreundliche und anbiederische Einstellung der damaligen “transnet-Gewerkschaft” nach 1994 am eigenen Leib und zur Genüge persönlich erlebt. Das Motto: “Du bist nichts, Dein Betrieb ist Alles”! In diesem Zusammenhang möchte ich nur den Namen Norbert Hansen nennen. Es ist kaum beschreibbar, welchen “Flurschaden” der Mann durch sein Verhalten in den Reihen der organisierten Eisenbahner verursacht hat, viele Gewerkschaftsaustritte gehen ebenfalls auf sein Konto.

Auch mit der Rechtsnachfolgerin der transnet, der EVG, bin ich vom Auftreten, Erscheinung und Wirksamkeit her, nur sehr bedingt zufrieden.

Trotzdem bin ich nach wie vor – auch als Ehemaliger – Gewerkschaftsmitglied geblieben, schließlich ist eine Mitgliedschaft die einzige Möglichkeit eigene Anliegen verbal zu artikulieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Gerhard Wichta, Dipl.-Ing.(FH)

10.03.2015

Zum Beitrag: Gabriels Besuch in Saudi-Arabien: Wie haben sich die deutschen Exporte und Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien entwickelt?

Hallo Herr Hild,

bezüglich der von Ihnen genannten Zahlen zu deutschen Rüstungsexporten
ergeben sich bei mir noch ein paar Fragen.
Zunächst eine bezüglich der Skala im Balkendiagramm des im aktuellsten
Artikel verlinkten Textes von 2013
(http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/06/deutschlands-entwicklung-als-waffenexporteur-1998-bis-2012/ ) mit den Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts: lag der Wert der deutschen Rüstungsexporte wirklich im Bereich von 1000 – 3000 Mrd. US $ jährlich, oder hätte es vielmehr “Mio. US $” heißen
müssen? (Anmerkung der Redaktion: Herr Feltens hat recht. Wir haben dies auf seinen Hinweis hin geprüft und korrigiert. Vielen Dank!)

Des weiteren basieren die Zahlen im Artikel zu den Exporten nach
Saudi-Arabien, wie Sie selbst sagen, lediglich auf der Ausfuhr von
“Waffen und Munition”, wobei schweres – und vergleichsweise teures -
Kriegsgerät (Panzer, Boote, Helikopter?) demnach offenbar nicht
enthalten ist. Ist es daher überhaupt möglich, eine Zahl dafür
anzugeben, welchen Anteil deutsche Rüstungsexporte an den
Gesamtexporten haben (die von Ihnen weiter unten im Artikel genannte
Zahl von 0,05 % ist aufgrund fehlender Angaben zu anderen
Rüstungsgütern ja vermutlich zu gering angesetzt)? Es wäre nämlich
durchaus interessant zu erfahren, welche Anteile am Export wie auch am
Bruttoinlandsprodukt auf die Rüstungsindustrie entfallen und damit
einen Anhaltspunkt dafür zu bekommen, wie “wichtig” die deutsche
Rüstungsindustrie – wollte man nach rein ökonomischen Aspekten
urteilen – wirklich ist. (Anmerkung der Redaktion: Herrn Feltens ist auch hier zuzustimmen. Die heute noch einmal geprüften SIPRIS-Daten, die wir im Beitrag nicht verwendet haben, ergeben jedoch ebenfalls einen sehr geringen Anteil der Rüstungsexporte an den Gesamtexporten: 2013: 0,6% (Deutschland – Saudi-Arabien); 0,07 (Deutschland-weltweit). Eine tiefere, mehr als dreistellige Untergliederung der Außenhandelsstatistik (SITC), die die UNCTAD allerdings nicht ausweist, würde ein genaueres Bild, vielleicht sogar ein vollständiges Bild ermöglichen, sofern diese eine eindeutige Unterscheidung nach zivilen und militärischen Gütern ermöglicht (zum Beispiel Kriegsschiffe). Die im Beitrag verwendete “Hilfsbrücke”, erscheint mir dennoch geeignet, die Dynamik des Rüstungsgeschäfts abzubilden bzw. sich dieser anzunähern. So verweisen auch die SIPRIS-Daten auf ein deutlich gestiegenes Rüstungsexportvolumen nach Saudi-Arbien in den zurückliegenden Jahren. Für kritische Hinweise, wie Sie Herr Feltens hier mitteilt, sind wir sehr dankbar, und sie sind, wie Kritik generell, ausdrücklich erwünscht.)

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Feltens

13.01.2015

Zum Beitrag: Charlie Hebdo: Der “Krieg gegen den Terrorismus” ist gescheitert – was zu tun gewesen wäre und ist

Sehr geehrter Herr Hild,

vielen Dank für diesen Artikel; er spricht mir aus der Seele. Diese gut strukturierte und die wahren Ursachen für gewaltbereiten Islamismus hinterfragende Analyse verdiente es eigentlich, Pflichtlektüre jedes Europäers (und auch US-Amerikaners) zu werden.

Allein, diese Sicht wird sich wohl nicht mehrheitlich durchsetzen; vermutlich gibt es neben den Profiteuren des status quo auch zu viele, die Fehler und Schuld bei sich selber suchen müßten (ja, letzltich auch wir Wähler und Bürger tragen Verantwortung für das, was in unserem Namen geschieht) – etwas, was den meisten Menschen ungleich schwerer fallen dürfte als einen Sündenbock zu finden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ralph Feltens

05.01.2015

Zum Beitrag: Medienkritik, Deutschlandfunk: Der Journalismus im Deutschlandfunk hat nachhaltig an Qualität eingebüßt

Anmerkung der Redaktion (Thorsten Hild): Ein Leserbrief von Prof. Dr. Wolfgang Schöller. Wolfgang Schöller ist Professor emeritus für Volkswirtschaftslehre mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaftsprobleme / Entwicklungsländer. Er hat zuletzt an der Universität für Wirtschaft und Politik in Hamburg und zuvor über viele Jahre an den Wirtschaftsfakultäten der Universitäten Dar es Salaam/Tansania und Maputo/Mozambik gelehrt. Er lebt heute in Berlin. Ich habe von seiner Lehrtätigkeit stark profitiert, und es hat sich erfreulicherweise bis heute ein streitlustiger und fruchtbarer Gedankenaustausch erhalten. Daher das Du.

Lieber Thorsten,

den DLF höre ich ebenfalls seit ich weiß nicht wann. Dieser Sender war oder ist für mich zentral wichtig, da er mir die Zeitungslektüre weitgehend ersetzte, die ich aufgrund meiner Augen ja ohnehin nicht länger betreiben, oder die ich bis vor zehn Jahren nur sehr mühsam an einem Lesegerät bewerkstelligen konnte. Ich hatte immer den Eindruck, ausreichend informiert zu sein, sogar besser als die schnarchenden Kollegen. Was ich im DLF früh am Morgen bereits erfahren konnte, auch die zentralen Interviews, wurde nicht durch die SZ und schon gar nicht durch die Frankfurter Rundschau übertroffen. Das Handelsblatt hatte ich immer abonniert. Dieses staubtrockene Blatt vermittelte mir über Jahrzehnte einfach solide Fakten. Meinungen muss ich nicht abonnieren. Was ich aber auch immer verfolgte, war natürlich die
BILD. Ich versuchte in dieser Welt zu leben. Abgesehen davon faszinierten mich die Schlagzeilen.

Das Handelsblatt habe ich seit vier oder fünf Jahren überhaupt nicht mehr verfolgt. Zu
geschwätzig, zu personalisiert. DLF? Stimmt, ich lassen den Sender in der Küche, im Bett oder am Schreibtisch laufen, ich höre hinein, aber das stimmt tatsächlich, ich höre oft weniger konzentriert hin. Die DLF-Sendung “Wirtschaft und Gesellschaft” um 17 Uhr lasse ich nie aus, bin aber meist gelangweilt. Was ich da erfahren will, ist eigentlich nur noch, was für Themen in der Politik gebuttert werden. Hinweise, mehr kaum noch. Kultur höre ich und bin zumindest nicht schlechter informiert als die so genannte Kunstszene, das ist in aller Gegenarroganz ja auch nicht schwer.

Klar, für Dich ist dieses Thema enorm wichtig. Für mich ja eigentlich nur noch, um informiert zu sein und nicht zu verdeppern. Ich bin nicht mehr im Job. Mag auch sein, so dachte ich manchmal, dass es eine Frage des Alters sein mag, nicht der Zipperlein, sondern einfach der Kenntnis und der immer wieder getesteten Struktur im Kopf, dass unsereins oft gelangweilt die Debatten verfolgt. Da ist Vorsicht geboten, um nicht zum Besserwisser zu werden. Das geht mir in der PROKLA so. Die jüngeren Leute stellen Fragen, machen Themenvorschläge, die mich langweilen. Wenn ich dann beim Pausenkaffee mich mit älteren Fossilen unterhalte, dann höre ich, dass das doch schon vor … Jahren alles analysiert worden sei. Na und, sage ich? Das ist kein Argument.

Was mir in Deinem zutreffenden Verriss aber auffällt, ist, dass die NachDenkSeiten sowie die andere Presse gar nicht vorkommen. Die NachDenkSeiten hatte ich seit Jahren tatsächlich täglich und genau gelesen. Mittlerweile reichen mir da meist fünf Minuten. Ich brauche diesen politischen, recht selbstgerechten Jammerkasten nicht. Die fehlende Gegenöffentlichkeit in diesem Infoportal kann ich nur noch verachten. Das reicht von intellektueller Faulheit, moralisierendem Geschwätz bis hin zur gebetsmühlenartig wiederholten Jammerei.

Dann gibt es noch die Gegenblende. Die meisten Artikel sind ähnlich verzichtbar für mich, vielleicht nicht für die Gewerkschaftsmitglieder. Ich frage mich oft, was wird denn den Lesern da erklärt? Dass wir nicht in der besten aller Welten leben, das weiß ich durchaus.

Wolfgang Schöller, Berlin

10.12.2014

Zum Beitrag: Eurokrise: Produktionspotenzial, Wirtschaftswachstum und Erwerbslosigkeit in der Europäischen Währungsunion

Lieber Herr Hild,

das ist eine sehr interessante Analyse. Um das Wirtschaftswachstum zu erhöhen, müssten monetäre Politik und Finanzpolitik zusammenwirken. Mit einer “Schwarze-Null-Politik” ist das nicht zu machen.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

30.09.2014

Zum Beitrag: Isabel Schnabel/”Wirtschaftsweise”: Professorin gaukelt “Bild”-LeserInnen etwas vor

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier taucht natürlich die Frage auf, wie eine Frau Schnabel zu ihrer Professur und zu der hohen Position gelangt ist angesichts so mangelhafter Kenntnisse.

Bei Wikipedia:

“Ab 1992 studierte sie Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Auslandsaufenthalte führten sie an sie Sorbonne nach Paris, nach Sankt Petersburg und an die University of California, Berkeley. 1998 schloss sie als Jahrgangsbeste mit dem Diplom ab. Im Februar 2003 promovierte sie in Mannheim summa cum laude mit der Dissertation Macroeconomic Risks and Financial Crises – A Historical Perspective. Danach arbeitete sie als Wissenschaftlerin am Lehrstuhl von Martin Hellwig, an der Harvard University sowie am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.[2]

Im April 2007 trat sie eine Professur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an.

Daneben forscht sie am Centre for Economic Policy Research und ist Prodekanin der Graduate School of Economics, Finance, and Management.[3]

Im April 2014 wurde Schnabel vom Bundeskabinett für den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als Nachfolgerin von Claudia Maria Buch vorgeschlagen, die zum Monatsende ausschied und als Vizepräsidentin zur Deutschen

Bundesbank wechselte. Am 26. Juni 2014 wurde sie als Mitglied des Rates bis zum 28. Februar 2017 berufen.[4]”

Kann man so eine Weißwäscherin auf wissenschaftlicher Ebene konfrontieren?

Welche persönlichen Beziehungen haben ihr, ausser dem Fleiß, einen solchen Aufstieg ermöglicht ?

mfG

Dr. med. Joachim Elz-Fianda

Luckengasse 26

86720 Nördlingen

08.09.2014

Zu einem Eintrag auf der facebook-Seite von Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung

So lange die SPD das S in ihrem Kürzel (sozial) der Arbeitgeberlobby vor die Füße wirft, an der Agenda 2010 festhält und Gabriel sogar eine noch arbeitgeberfreundlichere Agenda 2020 oder 2030 anpeilt, wird sie wohl weiterhin der FDP hinterher laufen: In den Abgrund der Bedeutungslosigkeit!

Die SPD hat in ihrer jüngeren Geschichte zwei Fehler gemacht, die sie jeweils zwischen 5 und 10 Prozent der Wählerstimmen gekostet haben:

Helmut Schmidt hat die Friedens- und Anti-Kernkraft-Bewegung unterschätzt und so die Grünen hochkommen lassen, Schröder, Müntefering und Gabriel unterschätzen die Anti-Hartz-IV Stimmung und lassen so die Linkspartei erstarken.

Mit freundlichen Grüßen

U. Hohmann

07.08.2014

Zum Beitrag: Hollande stellt richtige Forderungen an Deutschland – und zeigt gleichzeitig den Schwachpunkt des jetzt auch von Frankreich eingeschlagenen “Reformkurses”

Lieber Herr Hild,

auch die Kommission trifft eine Verantwortung. Wir haben schließlich das Europäische Semester mit seinen Scoreboards zur Überwachung makroökonomischer Ungleichgewichte. Danach sollte das Leistungsbilanzdefizit gemessen am BIP im Dreijahresdurchschnitt 6 % nicht überschreiten. Deutschland aber liegt bei 7,3 %. Da müsste die Kommission stärker eingreifen.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

17.06.2014

Zum Beitrag: FAZ/Patrick Bernau/Diskussion: Bildung war noch nie so nutzlos – wie in der Wirtschaftsredaktion der FAZ

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu FAZ/Patrick Bernau/Diskussion: Bildung war noch nie so nutzlos – wie in der Wirtschaftsredaktion der FAZ

Ich habe dazu bereits am 15.6. folgenden Leserbrief an die FAZ gesandt.

“Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem auch die Wirtschaftsredaktion der F.A.Z. nicht mehr bestreiten kann, dass die wirtschaftliche Ungleichheit zwischen Reich und Arm zunimmt, entwickelt sie eine spezielle Logik mit der bewiesen werden soll, dies sei gar nicht schlimm (“Reichtum war noch nie so nutzlos” F.A.Z. vom 14.6.). Der Leser liest mit Erstaunen, von ihrem Geld könnten sich die Reichen aber längst nicht mehr so einen großen Vorsprung an Annehmlichkeiten kaufen wie früher. Welch eine Ungerechtigkeit gegenüber den Reichen! Nach dieser Logik gibt es sub specie aeternitatis wohl auch keinen Unterschied zwischen einem kerngesunden und einem todkranken Menschen. Sterben müssen schließlich beide. Der Artikel ist einfach nur ein dreistes Stück Volksverdummumg.

Mit freundlichen Grüßen”

Eine Antwort habe ich nicht erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Helmut Eschweiler

Alt-Moabit 106

10559 Berlin

17.05.2014

Zu den Beiträgen: Streit um “Kosten der Einheit”: Schröder und Ragnitz irren beide und “Kosten” der deutschen Einheit: Haben DIW, ifo und Forschungsverbund SED-Staat da nicht etwas Entscheidendes vergessen?

Lieber Herr Hild,

Sie haben mit Ihren Ausführungen recht. Es ist offenbar schwer zu kapieren, dass einem Ausgabeüberschuss stets ein Einnahmeüberschuss entsprechen muss.

Mit herzlichen Grüßen

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

04.05.2014

Zum Beitrag: Statistik des Tages/Ukraine/Russland/Deutschland: Wirtschaftskraft und Wohlstand

Lieber Herr Hild,

objektive wirtschaftliche Analysen der Ukraine sind in dieser schwierigen Situation gefragt. Sie haben sie geliefert.

Mit herzlichen Grüßen

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

25.04.2014

Zum Beitrag: Infrastruktur richtig finanzieren, Vollbeschäftigung erreichen, Haushalt konsolidieren und die Eurokrise überwinden helfen

Lieber Herr Hild,

Ich habe Ihren ausführlichen Artikel zu Thema Verkehrsinfrastruktur gelesen, wobei ich nebenbei anmerke, dass der Artikel zu lang ist. Zum Thema muss ich folgendes sagen:

Das mit den Investitionen im öffentlichen Bereich ist nach meiner Beobachtung immer schon eine niedrigprioritive Sache gewesen in Deutschland. Als ich im Herbst 1987 angefangen habe, regelmäßig von Holland nach Deutschland zu reisen, weil meine “frischgebackene” Freundin nahe Bonn lebte, fiel mir eigentlich immer auf, wie sehr Deutschland im privaten Bereich reich ist, aber im Öffentlichen gar nicht. Insbesondere kamen mir solche Gedanken, wenn ich (sehr oft) mit dem Zug reiste. Oberhausen, Duisburg, Neuss: der eine nach dem anderen Tristesse pur. Viele Haltestellen von Nahverkehren machten einen traurigen Eindruck. Man sieht in diesem Land sehr oft unansehnliche, z.T. verrostete Zäune und Absperrungen.

Da muss ich schon sagen, Deutschland hat – im Vergleich zu Holland, Österreich und der Schweiz (Belgien ähnelt in dieser Beziehung schon eher Deutschland) – einfach andere Prioritäten. Die Schröderjahre haben dies verschlimmert, das schon. Auch die Abschaffung der Vermögenssteuer hat dazu beigetragen.

Wenn ich jetzt sehe, was für Infrastrukturprojekte in Holland durchgeführt wurden (Ring Eindhoven, neuer Bahnhof Arnhem, mehrfach architektonisch phantastische Brückenbauten usw.), oder ich sehe mir den erneuerten Bahnhof in Salzburg an: einfach klasse. Über die Schweiz brauchen wir gar nicht reden. Dieses Land ist seit eh und je supersauber und gepflegt. Ich bin sehr selten dort, aber ich habe Erinnerungen als Kind, wie ich mit meinen Eltern mehrere Winter in den Wintersport gereist war. Rein vom optischen Eindruck ist Deutschland ganz anders als die Schweiz. Das war direkt hinter Basel bereits klar vernehmbar.

Wenn ich jetzt sehe … ja, dann wird der Rückstand Deutschlands im Öffentlichen gerade im Vergleich rapide schlimmer. Einzige Ausnahme ist vielleicht Berlin, aber das hat auch alles mit der Wende zu tun, und das Bedürfnis, danach richtig aufzumöbeln. Ansonsten fallen mir einige Hochgeschwindigkeitsstrecken ein.

Ach, noch kurz zum Artikel: Ich befürchte: Wenn es hier mit Investitionen losgeht, wird es bestimmt so sein, dass ganz viele Arbeiter aus irgendwoher kommen (nicht aus Deutschland) und hier nahe der Baustellen in flugs eingerichtete und aufeinandergestapelte Wohncontainer untergebracht werden. Zuletzt fiel mir das wieder auf, bei irgendeiner Immo-Baustelle, wo ich dran vorbeigefahren war.

Rob Maris
52372 Kreuzau

10.03.2014

Zum Beitrag: Das e-Wort, das die Notenbankpolitik der Fed von der der EZB unterscheiden und verstehen hilft – und welche entscheidende Reform es für die EZB nahelegt (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

Lieber Herr Hild,

ja, so ist es, wie Sie es schildern. In Europa ist eine Arbeitslosenquote von 12 % offenbar keine Herausforderung.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

09.03.2014

Zum Beitrag: Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland und Russlands Stellung im Welthandel – was ist kennzeichnend, was ist perspektivisch möglich? – Eine realistische Vision für Integration, Frieden und Wohlstand in Europa (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

Anmerkung der Redaktion (Thorsten Hild): Ein Leserbrief von Prof. Dr. Wolfgang Schöller. Wolfgang Schöller ist Professor emeritus für Volkswirtschaftslehre mit dem Lehr- und Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaftsprobleme / Entwicklungsländer. Er hat zuletzt an der Universität für Wirtschaft und Politik in Hamburg und zuvor über viele Jahre an den Wirtschaftsfakultäten der Universitäten Dar es Salaam/Tansania und Maputo/Mozambik gelehrt. Er lebt heute in Berlin. Ich habe von seiner Lehrtätigkeit stark profitiert, und es hat sich erfreulicherweise bis heute ein streitlustiger und fruchtbarer Gedankenaustausch erhalten. Daher das Du.

Lieber Thorsten,

zu Deinem Artikel über den Osthandel fällt mir noch folgendes zu Wolf von Amerongen ein:  Vor ewigen Zeiten gab er ein Interview im Radio, an das ich mich nicht
wörtlich, aber sinngemäß erinnere.

Er habe nichts gegen Entwicklungshilfe, und schon gar nicht sei die deutsche
Industrie gegen die Industrialisierung der Entwicklungsländer. Das Problem
bestehe aber darin, dass die Entwicklung dieser Länder so langsam verlaufe.

Es sei angesichts dieser Tatsache vielleicht sinnvoller, Entwicklungshilfeleistungen nach Osten zu leiten. Dort bestehe eine industrielle Basis. Die Ostländer hätten Wachstumsraten, anders als die Entwicklungsländer. Der Bedarf der Ostländer an Ausrüstungsgütern sei langfristig sehr groß. Eine Schwierigkeit bestehe für die Ostländer jedoch darin, außer Rohstoffen auch andere Güter im Westen abzusetzen.

Der Osthandel, der unter Brandt politisch eingeleitet wurde, war von Wolf v. Amerongen ohne Einschränkung begrüßt worden.

Alles Gute,

Wolfgang

16.02.2014

Zum Beitrag: Zitat des Tages/Jahreswirtschaftsbericht/Handelsblatt: Hat Mark Schieritz die Währungsunion und die Grundlage für eine verteilungsneutrale Lohnpolitik (auch) nicht verstanden?

Lieber Herr Hild,

Ihren Beitrag zur kostenneutralen und verteilungsneutralen Lohnpolitik habe ich mit Interesse und Zustimmung gelesen.

Zum Thema Mindestlohn vermisse ich in der Diskussion Hinweise, dass die Steuerzahler grundsätzlich insolvente Unternehmen am Leben erhalten. Wenn Unternehmen Löhne zahlen, von denen Arbeitnehmer nicht leben können, sind sie eigentlich insolvent. Sie existenzieren nur deshalb weiter, weil die Arbeitnehmer Gelder (Steuergelder) aus Nürnberg erhalten.

Herzliche Grüße

Claus Köhler

Anmerkung der Redaktion: Claus Köhler ist Professor emeritus in Volkswirtschaftslehre und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Zum Ende des vergangenen Jahres ist sein Buch “Wirtschaftspolitische Ziele in der globalen Welt” erschienen. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.

26.11.2013

Zum Beitrag: Zitat und Statistik des Tages/Armin Schild/Tariflöhne/Mindestlohn/Verteilungsspielraum: Sollte sich ein gesetzlicher Mindestlohn an der Tariflohnentwicklung orientieren?

Berechtigte Kritik am Beitrag “Sollen Tariflöhne den Mindestlohn bestimmen” – die jedoch an der inhaltlichen Aussage nichts ändert

31.10.2013

Zum Artikel: Für Tagesspiegel sind auch unqualifizierteste Zwischenrufe Journalismus

Sehr geehrter Herr Hild,

die (grundgesetzlich garantierte) unantastbare Würde des Menschen gründet sich vor allem auf den Begriff der Freiheit, und die Idee der Freiheit verbietet doch schon jede Form der Unterwerfung.

Arbeit an sich ist würdig, wo sie freiwillig (ohne Zwang), wo sie (in der Regel) gern verrichtet wird und der “Schaffende” auch von Zeit zu Zeit von der Sinnhaftigkeit seines Tuns erfüllt ist.

Überall dort wo Zwang, Knechtschaft, Ausbeutung an der Tagesordnung sind und den Menschen auf den Status eines “Bettlers” reduzieren ist sie menschenunwürdig.

Wo genau soll eigentlich (nach Meinung Frau Weidenfelds) die Grenze zwischen Wert und Würde des Menschen verlaufen?

Wonach bemisst sich eigentlich ihr eigener Produktivitätszuwachs (schreibt sie jedes Jahr mehr Zeilen) und wie hoch genau ist der

Anteil ihrer Artikel am erwirtschafteten Gesamtumsatz des Zeitungsverlages, bei dem sie beschäftigt ist?

Und reichen ihr selbst denn schon als Honorar Lorbeerkranz und Eichenlaub?

Mit vielen Grüßen

Michael Wrazidlo

02.08.2013

Zum Artikel: Eurokrise/EZB-Präsident/Konjunktur: Draghis Konjunkturanalyse sieht und verspricht keine schnelle Erholung

Lieber Herr Hild,

Ihr Artikel heute zu Draghi hat mich etwas traurig gestimmt. Es sieht ganz danach aus, dass die EZB gar nicht mehr das Ziel verfolgt, eine Inflation knapp unter 2% zu haben (das ist schlecht für Südeuropa). Ich musste sofort an einen Artikel denken, den ich vor mehreren Wochen “gefunden” habe, und zwar mit dem etwas provokanten Titel: “Stabilizing prices is immoral”. Der Artikel scheint ziemlich viel Beachtung gefunden zu haben.

Als ich diesen Artikel gelesen hatte – und Ihr Beitrag zu Draghi bestärkt meine Gedanken dazu – dann kann ich nur sagen: wie naiv sind die Leute (und wie sehr repräsentiert Draghi in erster Linie die Vermögenden). Alle Bürger in unserem Lande mokieren sich darüber, dass Inflation unsere Ersparnisse auffrist. Parteipolitiker schwimmen kräftig mit dieser Welle mit.

Der Autor des Artikels, Steve Waldman, macht deutlich, dass es im Grunde genommen zwei Gruppen sind, die an stabilen Preisen interessiert sind: Die Produzenten und die Gutverdiener. Alle anderen – und das ist hier in Deutschland meiner Einschätzung nach schon eine Mehrheit – sollte eher ein Interesse an Inflation haben, weil die netto eher (leicht) verschuldet sind, und natürlich auch, weil es den Staat entschulden hilft.

Als ich den Artikel wieder gesucht habe, fand ich in ihm ein zu Ihrem Artikel passendes Satz-Paar, das ich hier direkt zitiere:

“There’s little or no discussion of anti-hysteresis — the possibility that inflationary booms have long-term positive effects on aggregate supply.”

Und nach einigen weiteren Sätzen folgt eine umgekehrte, nachfrageorientierte Sichtweise:

“In a world where (anti-)hysteresis is important, ´excessive´ demand may lead to only temporarily higher inflation but permanently higher employment and output, and conversely.”

Zitiert aus: http://www.interfluidity.com/v2/date/2013/04. Die Zitate stehen oben, und sind wiederum zitiert aus einer anderen Quelle.

Zum Artikel, den ich oben genannt habe:

http://www.interfluidity.com/v2/3359.html

Beste Grüße,

Rob Maris

17.07.2013

Zum Artikel: Gastgewerbeumsatz: Den Deutschen geht´s sooo gut! – Besoffen vor Freude gehen sie nicht mehr essen und trinken

Hallo,

Sie sprechen mir mit dem Kommentar aus der Seele. Rundum.

Ich bin selbst Volkswirt, Schwerpunkt Wirtschaftspolitik, traue mir also zu, die von Ihnen angesprochenen Wirtschaftsjournalisten zu bewerten.

Besonders was Herr Beise absondert, kann bei ausgebildeten Makroökonomen nur Kopfschütteln auslösen.

Jeder seiner Kommentare basierend auf einer stabilen, also offenbar völlig unreflektierten neoliberalen Grundhaltung und immer schlicht abwegig.

Ich kann mir seine Berufung als Chrefredakteur auf seinen Posten nur durch Protektion erklären.

Freundliche Grüße

Dr. Günther Hornung

24.06.2013

Zum Artikel: Haushaltskonsolidierung/Bundestagswahlprogramme/CDU/SPD: Die große Koalition

Absehbar münden die Sparbemühungen unserer Politikelite in Politikverdrossenheit.

Wie das geht? Ganz einfach. Allein zum Erhalt der bestehenden Infrastruktur benötigt der Staat die eine oder andere Milliarde – oder vielleicht sogar Billion.

Was schief läuft, kann man ansatzweise hier lesen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/diw-fordert-milliardeninvestitionen-in-infrastruktur-a-907378.html

oder hier hören: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/05/01/drk_20130501_1305_df77df7f.mp3

Die ruinierte Infrastruktur wird gewiss nicht unbemerkt bleiben und gewisse Boulevard-Blättchen werden mit Vergnügen die gewählten Politiker an den Pranger stellen. Insbesondere Verkehrspolitiker oder auch Sozialpolitiker werden Opfer dieser “auf Kante genähten” Sparpolitik werden.

Der Bürger denkt dann – egal wen man wählt , alle nur unfähig! Und sie haben recht. Leid tun, müssen einem die Sparpolitiker allerdings nicht.

Nur die Demokratie – die kann einem leid tun.

Martin Andresen

3. Juni 2013

Zum Artikel: Deutsch-französische Beziehungen/Eurokrise: Deutsche Politiker und Medien – ungebildet, ungehobelt, unheimlich

Furor teutonicus eoconomicus: Europa-Politik nach Gutsherrenart

(Reflexionen zu Ihrem Beitrag „Deutsch-französische Beziehungen/Eurokrise: Deutsche Politiker und Medien – ungebildet, ungehobelt, unheimlich“ von Thorsten Hild, 31. Mai 2013)

Der Artikel faßt prägnant das propagandistische Trommelfeuer zusammen, dem sich Frankreich seit Monaten aus allen deutschen Rohren ausgesetzt sieht, es möge doch, bitte schön, endlich mit seinen sozialistischen und staatsdirigistischen Mätzchen Schluß machen und auf den marktwirtschaftlichen Tugendpfad zurückkehren. Der anschwellende Bocksgesang der letzten Wochen mit diesem Tenor an die Adresse von Präsident François Hollande, ausgerechnet zum 50. Geburtstag des historischen Elysée-Vertrages, läßt die Verve des Furor teutonicus eoconomicus immer ungehemmter deutlich werden, alle diplomatischen Floskeln der deutsch-französischen Freundschaft vergessend. Der deutsche digitale Stammtisch ist dann auch unisono davon überzeugt, daß all dieser soziale Schnickschnack an der Seine, wie Luxusrente mit 50, kostenlose Kindergärten, freies Schulessen, 40 Tage Urlaub, 30-Stundenwoche usw. direkt von Schäuble bezahlt werden. (Daß sich das Land über 5400 vorzeitig pensionierte und mit vollen Bezügen üppig alimentierte Generäle leistet, war allerdings bislang noch nicht Gegenstand allgemeiner teutonischer Entrüstung.)

Dabei ist die ganze Debatte um die sog. Wettbewerbsfähigkeit nichts anderes als eine Contradictio in adiecto, ein semantischer Unsinn: Bei jeder Art von Wettbewerb geht es um Konkurrenzvorteile, um Rangordnung, um Niederringen des Gegners. Von den Franzosen mehr Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Deutschland zu fordern wäre das gleiche, als wenn Bayern München vor dem Endspiel In Wembley von Borussia Dortmund eine bessere Taktik, mehr körperlichen Einsatz oder eine andere Aufstellung gefordert hätte.

Der gegenwärtige komparative Vorsprung Deutschlands gegenüber Frankreich beruht ja gerade darauf, sich mit flächendeckender Drosselung der Lohnstückkosten als Sogwirkung der Agenda-2010-Politik gegenüber seinen Partnern einen Wettbewerbsvorteil ergaunert zu haben, der vor allem darin besteht, den Leistungsträgern der lebendigen Arbeit die Früchte der Produktivitätsfortschritts vorzuenthalten und einseitig dem Faktor „Kapital“ in den Schlund zu werfen. Wieso es nun zum Segen für Deutschland und seine Vormachtstellung sein soll, wenn das die anderen, etwa Frankreich, genau so machten, bleibt schleierhaft: Wenn alle gleichermaßen „wettbewerbsfähig“ sind, ist es niemand mehr. Der deutschen Exportwirtschaft sollte es eigentlich Wurscht sein, wie hoch die französische Staatsquote ist, Hauptsache dieser Markt ist weiterhin aufnahmefähig für deutsche Exportgüter. Eine weitere Senkung der Arbeitskosten bedeutete hingegen weitere Reduzierung der Massenkaufkraft und damit Schwächung der Binnennachfrage. Dies bliebe logischerweise nicht ohne Auswirkungen auch auf die deutschen Ausfuhren nach Frankreich. Die Staatsquote in China („Sozialistische Staatswirtschaft“) dürfte ungleich höher sein als in Frankreich, ohne daß sich die deutsche Exportwirtschaft daran stören würde, wohl eher im Gegenteil.

Um bei der Sportmetapher zu bleiben: Deutschlands Stärke beruht entscheidend auf Sozialdoping. Nun fordert der Spitzenreiter von den Abgeschlagenen, v.a. Frankreich, doch bitte schön endlich auch zu dopen.

Beim näheren Betrachten der einzelnen Forderungen drängen sich Zweifel auf, daß sie wirklicher ökonomischer Rationalität entspringen, etwa die Forderung nach einer Rentenreform nach deutschem Vorbild. Die Sozialschutzleistungen betragen laut Eurostat in Frankreich 31,6 % und in Deutschland 30,1 % des BIP. Der Anteil an öffentlichen Ausgaben für das Rentensystem betrug 2009 13,6 % in Frankreich und 12,1 % in Deutschland. (Beide Zahlen sind allerdings insoweit inkommensurabel, da die budgetfinanzierten, also staatliche Transferleistungen darstellenden Beamtenpensionen in Deutschland darin nicht enthalten sind. Dies eingerechnet, dürften die öffentlichen Ausgaben für die Ruhestandssysteme in Deutschland über denen in Frankreich liegen.) Nach diesem Vergleich bleibt schleierhaft, wieso bei diesen geringen Differenzen in beiden Ländern die Eurorettung ausgerechnet mit einer Rentenreform in Frankreich kommen soll.

Was genau bedeuten dann nun Forderungen wie die des stellv. CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Fuchs an die Adresse Frankreichs, „zurückkehren auf den Pfad der Tugend “? Es ist schlicht die Forderung nach der Rückkehr nach einem sozialen status quo ante, als die Welt offenbar noch in Ordnung war und jenseits des Rheins noch nicht das sündige Lotterleben mit all dem sozialen Schnickschnacks eingerissen war. Doch wann genau herrschte dortzulande dieses Goldene Zeitalter der sozialen Tugenden und durch wen wurde es beendet ?

Die Antwort steht u. a. im „Programms des Nationalrates des Widerstandes“ (CNR), das vor fast genau 69 Jahren verabschiedet wurde. Bezeichnenderweise gibt es dazu nicht nur keinen deutschen Wikipedia-Eintrag, sondern nicht einmal die Einladung, einen solchen zu verfassen. Aber immerhin wird dieses Programm im gemeinsamen deutsch-französischen Geschichtsbuch mit einem kurzen Satz erwähnt, ohne allerdings nur ein Wort über dessen Inhalt zu verlieren. Wohl nicht ohne Grund, denn es handelt sich genau um jenes Grundsatzprogramm der sozialen Umgestaltung Frankreichs nach der Befreiung von der deutschen Besatzung, das die Grundlagen für ein Sozialregime legte, das Frankreich in den Augen von Michael Fuchs vom Tugendpfad abbrachte und das es nun endlich wieder zu beseitigen gilt.

Es ist dem kürzlich verstorbenen Stéphane Hessel zu verdanken, dem Mitverfasser der am 10. Dezember 1948 im Pariser Palais Chaillot verabschiedeten „Allgemeinen Deklaration der Menschenrechte“, daß auch in Deutschland ein breiter Leserkreis davon Kenntnis bekam. In seinem inzwischen legendären Pamphlet „Empört Euch“, dem auflagenstärksten deutschsprachigen Sachbuch aller Zeiten, erinnert er an die Grundsätze für die Neuordnung der französischen Nachkriegsgesellschaft, die am 15. März 1944 von der großen nationalen Koalition des antideutschen Widerstandes einmütig beschlossen wurde. Das CNR-Programm „beinhaltet Vorschläge tiefgreifender sozialer Erneuerung für ein befreites Frankreich, die das Fundament der neuen Demokratie unseres Landes bilden sollte.“ Darin wurde „die soziale Sicherheit im Sinne des Widerstandes begründet … mit dem Ziel, allen Menschen das Grundbedürfnis nach materieller Sicherheit zu gewährleisten. Ganz besonders in Zeiten, in denen sie nicht oder nur unzureichend aus eigener Kraft für ihr existenzielles Überleben sorgen können. Eine Rente, die allen Arbeitnehmern einen würdevollen Lebensabend sichert.“ Es sei um nicht weniger als „die Einrichtung einer wirklichen wirtschaftlichen und sozialen Demokratie“ gegangen, „die die Abschaffung des wirtschaftlichen und finanziellen Feudalismus beinhaltet.“ Das Interesse der Allgemeinheit müsse „vorrangig vor dem Interesse des Einzelnen sein, die gerechte Aufteilung des durch die Arbeitswelt geschaffenen Reichtums vorrangig vor der Macht des Geldes.“ Die Résistance zielte auf „eine vernünftige Organisation der Wirtschaft, mit der Gewährleistung einer Unterordnung des Einzelinteresses unter das Gemeininteresse und der Befreiung aus der Diktatur, wie es in den faschistischen Ländern sichtbar war“.

Wie zu sehen, geht es mit den unentwegten Attacken gegen das französische Sozialmodell nicht nur um notwendige Justierungen angesichts einer stagnierenden Wirtschaftsleistung, sondern um die generelle Annullierung jener essentiellen sozialen Folgen, die sich für Frankreich aus der Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg ergaben und welche die von de Gaulle begründete Nachkriegsordnung prägten.

Die deutschen Eliten sind sich in dieser Frage völlig einig mit dem französischen Patronat. So forderte bereits 2007, also noch vor der Finanzkrise, der damalige Vize-Präsident des französischen Unternehmerverbandes MEDEF, Denis Kessler: „Es handelt sich heute darum, 1945 hinter uns zu lassen und das Programm des Nationalrates des Widerstandes systematisch abzustoßen.“ („Challenges“ 4. 10. 2007) Die Werte der Résistance „abzustoßen“ bedeutet, die Werte ihrer Gegner zu rehabilitieren. Die Gegner der Résistance waren das hitleristische Deutschland und die Pétain-Diktatur. Die Werte der Résistance „abzustoßen“ bedeutet im Umkehrschluß die Unterminierung des „Fundaments der neuen Demokratie“ und die Wiedererrichtung „des wirtschaftlichen und finanziellen Feudalismus“ in Frankreich. Was denn sonst?

Frankreich von deutscher Seite unter dem Damoklesschwert der beträchtlichen Disparitäten in den gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen jetzt endlich wieder mal unter die Nase zu reiben, wer das Sagen in Europa hat und ihm das deutsche Agenda-2010-Modell aufzunötigen, hätte also einen doppelten Kollateral-Nutzen von beträchtlicher ideologischer und historischer Dimension: Man könnte den Franzosen zum einen auf diese Weise endlich den Rest ihrer sozialistischen Flausen auszutreiben, die sich dortzulande im Ergebnis der an Revolutionen reichen Geschichte des Landes eingenistet haben, sich von dort wie eine Pest über Europa ausbreiteten und auch in Deutschland zur sozialen Aufmüpfigkeit anstachelten, und zum anderen wäre es eine Satisfaktion für die Ruchlosigkeit der abermaligen deutschen Niederlage 1945.

Deutschland legte schon immer Wert auf große Symbolik, wenn es galt, dem unterlegenen Erbfeind in demütigender Gestik zu demonstrieren, wer der Herr im Hause Kontinental-Europas ist: Das Zweite Reich wurde im Spiegelsaal des Prunkschlosses von Versaille ausgerufen, gewissermaßen mit dem Soldatenstiefel auf dem Körper des am Boden liegenden Frankreichs. Hitler zelebrierte die Unterzeichnung des Waffenstillstandes vom 22. Juni 1940 demonstrativ im historischen Eisenbahn-Waggon von Compiègne, wie um die deutsche Schmach der Niederlage von 1918 effektvoll zu tilgen, die dort am 11. November besiegelt worden war.

Nach der Reichsgründung 1871 und dem Waffenstillstand 1940 wird es nun wohl Zeit für einen dritten – endgültigen? -Unterwerfungsakt Frankreichs unter die Führungsrolle Deutschlands in Europa. Für diesmal böte sich vielleicht ein Ort vergleichbarer symbolischer Wirkmächtigkeit an: das gerade renovierte alte Offizierskasino in Berlin-Karlshorst, wo am 8. Mai 1945 die deutsche Wehrmacht vor den Alliierten bedingungslos kapitulieren mußte, zum Entsetzen Keitels auch vor Frankreich…

Reinhardt Gutsche, Berlin

Zum Artikel: Fachkräftemangel/Ausbildungsverträge: Demographie? Konjunktur!

11. April 2013

Guten Tag Herr Hild!

Ich habe gerade Ihren Beitrag über den Fachkräftemangel gelesen und fand die Idee mit dem Übereinanderstellen der Ausbildungsverträge und der Konjunktur absolut aufklärend.

Als weitere Anmerkung dazu möchte ich gerne eine Beobachung aus der einzelwirtschaftlicheren Praxis anführen, die auch den Mythos von den “nicht ausbildungsreifen” Bewerbern relativiert.

Vor kurzem habe ich eine Liste der im April 2013 offenen Ausbildungsplätze für Ende 2013 der Region Süd-Schleswig-Holstein gesehen. Die meisten der wahrscheinlich über 100 Berufe hatten ca. 0-10, einige 10-20 offene Stellen. Anspruchsvollere Berufe waren meistens schon vergeben. Ein paar Berufe, vor allem Fachverkäuferinnen sowie solche mit kaufmännischen und handwerklichen Ansprüchen kamen sogar auf 20-50, während 3 Berufe den Rahmen völlig sprengten.

Diese 3 Berufe waren:

FachverkäuferIn (Bäckerei) = ca. 120 Stellen

VerkäuferIn = ca. 250 Stellen

Einzelhandelskaufmann/-frau = ca. 300 Stellen.

Da die realen Einzelhandelsumsätze in der Vergangenheit absolut flach waren, kann man sich denken, dass es sich natürlich um keinen effektiven Bedarf, sondern um eine Masche der Verkaufsbranche handelt. Man stellt lieber günstige junge Vollzeitkräfte ein, brüstet sich mit dem Image des Ausbilders und versucht mit den vielen jungen Gesichtern das Verkaufsklima zu verbessern. Auf der anderen Seite klafft dementsprechend ein Überangebot an älteren Arbeitnehmern dieser Berufsgruppe. Viele erhalten oft nur Minijobs.

Damit lässt sich vermutlich auch ein großer Teil der unbesetzten Ausbildungsplätze erklären. Es ist logisch, dass es für diese Branche nicht ausreichend viele Interessenten gibt und die wenigen Bewerber pro Ausbildungsplatz, die diese Stellen vielleicht auch nur notgedrungen in betracht ziehen, dann eventuell einfach als “nicht ausbildungsreif” abgestempelt werden, wenn sie dem Arbeitgeber nicht so geeignet wie eine einfach auf dem Arbeitmarkt zu erlangende Minijob-Kraft erscheinen.

Es ist wirklich schon ein starkes Stück, dass diese Ausbildungsmasche des Einzehandels nicht einmal in der Öffentlichkeit angesprochen wird, obwohl sie einen erheblichen Anteil an den offenen Ausbildungsplätzen durchaus erklären kann.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Beitrag zur Aufklärung leisten. Vielen Dank für Ihr bisheriges Engagement und machen Sie auf jeden Fall weiter!

Beste Grüße,

Jochen Schölermann

Zum Artikel: Die Gedächtnislücke – wie Politiker im Bundestag abstimmen und wie sie sich nach außen darstellen

7. März 2013

Ich habe Ihren Artikel jetzt erst entdeckt. Er ist ganz hervorragend. Da hilft es leider auch gar nix mehr, wenn z.b. Klaus Barthel und Hilde Mattheis heute Ihren Aufruf aus 2012 unterschrieben haben. Machen Sie trotzdem weiter so.

Anmerkung der Redaktion: Der Leser zog es vor, anonym zu bleiben. Ich stimme dem Leser in seiner Aussage zu, weswegen ich nach der Recherche für den Beitrag, auf den sich der Leserbrief bezieht, den Aufruf “Farbe bekennen…” auch nicht weiter verfolgt habe. Etwas anderes wäre es freilich gewesen, wenn sich Klaus Barthel und Hilde Mattheis zu ihrem Abstimmungsverhalten damals geäußert hätten. Denn Änderungen in der Meinung und der Politik sind ja gerade erwünscht. Das aber war nicht der Fall. Sehr traurig. Thorsten Hild

Zum Artikel: Eurokrise: Zum Himmel schreiende Berichterstattung über Frankreich

6. März 2013

Einverständnis mit dem Inhalt bzw. der Analyse des Falles. Wenn ich aber etwas tiefer nachdenke, fällt mir ein, dass Deutschland vor 10 Jahren der “Kranke Mann Europas” war. Damals wurde die Agenda 2010 eingeführt. Die Deutschen haben dies im Großen und Ganzen hingenommen. Zur Agenda 2010 könnte man bloß sagen, dass heftige Kritik im laufe der Jahren erst aufgetaucht ist. Und natürlich, Schröder wurde abgewählt.

Politikwissenschaftler haben schon vor Antritt der Schröder-Kabinette
vorausgesagt, dass nur eine SPD-geführte Regierung ernste Reformen umsetzen
könne, wegen der Bindung mit Gewerkschaften usw. So ist es auch gekommen.
Situation Frankreich: jetzt politisch vergleichbar (“Sozialisten”).
Eigentlich, eigentlich müsste Frankreich ohne große Proteste etwas
Vergleichbares hinbekommen. Dies erst mal als Denkanstoß – warum nicht? Ein
Nebengedanke dabei: Deutsche protestieren nicht so schnell, darüber müssten wir
uns vielleicht sorgen machen, obwohl diese Eigenschaft positiv ausgelegt werden
kann im sinne von politisch stabiler Standort für Investitionen.

Weitergesponnen aber: Deutschland könnte die Agenda 2010 deutlich zugunsten eines Abbaus des Leistungsbilanzüberschusses korrigieren, weil die Korrekturen zuvor ja zu
drastisch ausgefallen sind. Allen voran ist das Mindestlohn einzuführen, weil
die meisten Nachbarn auch einen Mindestlohn kennen.

Ansonsten spricht m.E. alles dafür, das Deutschland und die Partner einfach aufeinander zubewegen. Unter diesem Gesichtspunkt, und nur unter diesem darf man feststellen, dass Frankreich eigentlich nur minimal anpassen muss, weil das Land unter allen Ländern in der Eurozone tatsächlich eine mittlere Position einnimmt. Und gerade diese Sichtweise sollte sich ins Bewusstsein aller Journalisten (und Ökonomen)
hierzulande, die abschätzig über Frankreich berichten, einprägen.

Rob Maris

52372 Kreuzau

Zum Artikel: Der neue Messias oder das “Leben des Peer”

Bankenschreck Steinbrück

MdB, Herr Thierse, SPD wünscht“ Rückendeckung für Steinbrück“

Nach alle den Fettnäpfchen, in die der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, seit seiner Nominierung getreten ist, muss er natürlich Rückendeckung von einigen seiner Parteigenossen bekommen. Ansonsten könnte er ja gleich seine Kandidatur zurückziehen.

Was mich als Wähler und Steuerzahler nur an den Einlassungen des Herrn Thierse stört, ist die Chuzpe, die man im Falle Steinbrück aufbauscht.

Abgesehen von seinen Gehaltsvorstellungen und Vortragstantiemen, die ja fast schon vergessen und vergeben waren, wird nun eine neu Baustelle bekannt.

Erst, nachdem Gerichte entschieden haben, wird der Betrag von 1,8 Mil. bekannt, den Herr Steinbrück als Finanzminister der Kanzlei für Aufträge übertragen hatte, die ihn später als MdB für seinen Vortrag 15.000 Euro Honorar zahlte. Das hat „Geschmäckle“ und braucht nicht aufgebauscht zu werden.

Ein Mann, der den Bänkern für Honorar die „Leviten“ gelesen habe, ein Kenner der Finanzgeschäfte, dem ein Hochmaß an Kompetenz nachgesagt bzw. unterstellt wird. Der sicher alles besser machen und mit der nötigen „Beinfreiheit“ die derzeitige Finanzkrise in den Griff bekommen wird. Der als Bändiger der Banken und Finanzmärkte in die Offensive gehen und für bezahlbare Mieten und “soziale Gerechtigkeit” eintreten will.

Das könnte glücken, wenn man bedenkt, dass er sie ja z. T. mitverschuldet hat.

Herr Steinbrück ist in zurückliegender Zeit (als Ministerpräsident in NRW im Verhältnis zur WestLB und später als Bundesfinanzminister) als derjenige bekannt geworden, der für die Deregulierung und damit für die Schwächung der Bankenaufsicht  mitverantwortlich war.

Außerdem hat er als Finanzminister Bundesliegenschaften (Mietwohnungen) veräußert. Damit hat er Mieterhöhungen ermöglicht, die heute mit dem Mietgeld an Bedürftige für die Gewinne der Käufer/Fonds beitragen und somit vom Steuerzahler subventioniert werden. Damit nicht genug. Sein Werben und honoriertes Aufreten für die Privatisierung der Autobahnen durch “öffentlich private Partnerschaft” (OePP). Sein Honorar betrug 7.000, € (Frontal 21,19.02.2012). Der OePP gehören u. a. international agierende Großunternehmen wie StrBAG, Bilfinger&Berger, Hochtief an.

Mit seinem Eintreten für die OePP steht er nicht im Einklang mit den Linken seiner Partei und den Gewerkschaften. Er riskiert damit u.a. Arbeitsplätze aber auch Abhängigkeiten, die letztlich der Steuerzahler und auch die Maut zahlenden Unternehmen begleichen müssen. Und da spricht dieser Mann von sozialer Gerechtigkeit??

Horst Sellge

48329 Havixbeck

Zum Artikel: Die Arbeitszeitverkürzung ist längst da – warum die Arbeitslosigkeit dennoch steigt und wie sie gesenkt werden kann

15.02.2013

LESERBRIEF zum Artikel “Die Arbeitszeitverkürzung ist längst da…”

In seinem Artikel  vom 13.02. nennt Herr Hild zwei angeblich fundamentale
Schwächen des von Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup und mir verfassten Offenen
Briefes zur 30-Stundenwoche:

Erstens vernachlässigten die Verfasser das Wachstum des BIP als
Möglichkeit zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit bzw. versäumten sie zu
erwähnen, “dass alle Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels und gegen
die Naturzerstörung und die damit verbundene Forschung, Produktion und
Inbetriebnahme neuer Technologien weiteres Wachstum” bedeuteten. Richtig
ist, dass wir aufgrund faktischer Grenzen des Wachstums diese Alternative
bewusst nicht in Betracht gezogen haben, weil dieser Weg – wie wir das bei den
Erwartungen innerhalb der Gewerkschaften und der Links-Partei beobachten können
- bestenfalls Illusionen hervorrufen und von der historischen Notwendigkeit
und Möglichkeit der kollektiven Arbeitszeitverkürzung ablenken würde. Diese
unsere Sicht steht auch in keiner Weise im Widerspruch zum selektiven Wachstum
bei neuen Natur schonenden Technologien und Forschungen, wie wir das soeben beim
Umbau, weg von den konventionellen Energietechnologien und hin zu regenerativen
Energien, vor Augen geführt bekommen. Hier handelt es sich um eine
Wachstumsumschichtung, und so kann es in anderen Bereichen auch stattfinden.

Zweitens. Wir würden die eigentliche Ursache des Lohnverfalls und die
Entstehung des Niedriglohnsektors verkennen. Nicht die Massenarbeitslosigkeit,
wie wir behaupteten, sei die Ursache des Lohnverfalls, sondern die
Arbeitsmarkt- und vor allem die Hartz IV-Regeln. Hier übersieht Herr Hild
leider, dass die von Rot-Grün seinerzeit geschaffene “Liberalisierung des
Arbeitsmarkts” und die Hartz IV-Regeln als Repressionsinstrument nur mit
dem Versprechen, die Massenarbeitslosigkeit überwinden zu wollen, überhaupt
durchgesetzt werden konnten. Somit resultierten jene Instrumente, die Hild als
Ursache interpretiert, aus der Tatsache der Massenarbeitslosigkeit. Sie ist die
Hauptursache des Lohnverfalls und der Entstehung des Niedriglohnsektors. Auch
das Argument, vor den rot-grünen Arbeitsmarkt-Regeln hätte es
Massenarbeitslosigkeit gegeben, ohne dass daraus ein Lohnverfall hervorgegangen
wäre, widerspricht der Empirie. Der Lohnverfall begann mit der
Massenarbeitslosigkeit Ende der 80er Jahre, und er hält bis heute an, weil es
Massenarbeitslosigkeit gibt.

Prof. Dr. Mohssen Massarrat    Berlin, den 15.02.2013

Mitinitiator des Offenen Briefes

Zu diesem Leserbrief und meiner Antwort darauf siehe jetzt auch: Diskussion Arbeitszeitverkürzung: Leserbrief eines Mitinitiators des offenen Briefes zur Arbeitszeitverkürzung, Prof. Dr. Mohssen Massarat, und meine Antwort

Zum Artikel: Der neue Messias oder das “Leben des Peer”

28.09.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel! Zeigt er doch genau das auf, was Herr Steinbrück ist : Ein (neoliberaler) Wolf im (sozialdemokratischen) Schafspelz.

Schon seit Jahren verfolge ich die unheimliche Karriere des Herrn Steinbrück. Sein Tun als Finanzminister bspw. war mehr als beschämend. Ob seine Rolle bei der Hypo-Real-Estate, in der er der Deutschen Bank das Spielfeld komplett überließ, oder aber sein vehementes Eintreten vor dem höchsten Gericht gegen die Pendlerpauschale (natürlich gegen den Rat seiner eigenen Juristen und aus politischen Kalkül), sein Auftritt beim elitären Bilderberg Treffen in der Schweiz (manche sogenannte Verschwörungstheoretiker bezeichnen dasselbe als Königsmachertreffen), oder aber sein durch Abwesenheit bei wichtigen Sitzungen im Bundestag vernachlässigtes Mandat (Herr Steinbrück hat zeitgleich wichtige Auftritte bei Banken und Industrie, die ihm – nach Aussagen von Abgeordneten-Watch- einen wohl sechsstelligen Jahresbetrag einbringen), Herr Steinbrück hat vornehmlich eines im Sinne: Seinen eigenen Vorteil.

Insofern stellt das von ihm erstellte Papier zu den Finanzmärkten eine gezielte PR Kampagne zur Positionierung als Kanzlerkandidat dar. Auf die Taten wollen wir schauen, nicht auf die Worte! Das von den richtigen Argumenten in diesem Papier im realen Leben des Herrn Steinbrück als Kanzler nichts übrig bleiben wird, versteht sich von selbst. Und darum kann ich die Redaktion nur weiterhin bitten, Herrn Steinbrück kritisch in seinem Tun zu begleiten.

MfG

Sascha Mansour

Zum Artikel: Aktuelle Nachrichten und Hintergrund auf Wirtschaft und Gesellschaft: Wollen Sie den als Bundeskanzler?

17.09.2012

Hallo guten Morgen,

da gebe ich Ihnen vollkommen recht, diese Herren der SPD (Troika) kann man einfach nicht wählen.

Es sind für mich keine Politiker wie man sie in früheren Jahren gekannt hat. Es sind Politiker, die für mich irgendwie den Sinn für die Politik, vor allem für das Volk verloren haben.

Da ich ein einfacher Handwerker bin, habe ich mein Leben lang die ”SPD“ gewählt. Seit der Schröderzeit habe ich die SPD gezwungenermaßen gewählt, da die “CDU” dem Arbeitnehmer überhaupt nicht gut tut, da sie nur Gesetze für sich und der Wirtschaft verabschiedet.

Mittlerweile kann ich aber auch die SPD nicht mehr wählen, da sie für mich zur “Arbeiterverräterpartei“ geworden ist. Sie hat keinen Biss mehr und kriecht der CDU in den A…

Mit Geld können die auch nicht umgehen, denn dann hätten sie dem “ESM“ auch nicht zugestimmt.

Ich habe jedes Vertrauen in die Parteien verloren. Die kochen nur Ihr eigenes Süppchen. Die leisten zwar einen Eid wenn Sie gewählt werden. Darin heißt es auch unter anderem: “Zum Wohle des Volkes“. Aber es müßte heißen: “Zum Wohle meiner eigenen Taschen“ Dann käme man der Warheit schon etwas näher.

Mittlerweile sind wir fast wieder im Mittelalter angekommen. In dieser Zeit haben die Landesfürsten den Bauern auch die letzte Sau aus dem Stall herausgeholt, damit es ihnen gut ging.

Old Boy Jochem

Zum Artikel: Demographischer Wandel und Generationengerechtigkeit – Seichte Modebegriffe mit knallharter Botschaft – Ein Gastbeitrag von Christian Christen

Sehr geehrte Herren,

Denn wovon lebt der Mensch? Indem er stündlich

Den Menschen peinigt, auszieht, anfällt, abwürgt und frißt.

Nur dadurch lebt der Mensch, daß er so gründlich

Vergessen kann, daß er ein Mensch doch ist.

Ihr Herren, bildet euch da nur nichts ein:

Der Mensch lebt nur von Missetat allein!

(Dreigroschenfinale – Bert Brecht)

Seltsam, dass alle Dinge, unter denen die Mehrheit der Bevölkerung leidet, zum besseren Leben gehören sollen. Sozialstaatlichkeit ist kein Gebot mehr innerhalb der europäischen Nationen, sondern gibt´s nur noch als Zugabe – als milde Gabe – abhängig von der Kassenlage. Fachkräftemangel, demographischer Wandel, Schuldensünder sind doch alles nur Tarnworte mit denen der Abbau von Demokratie und Arbeitnehmerrechten vorangetrieben wird. Merkwürdig ist aber auch, wie Albrecht Müller auf den NDS-Seiten geschrieben hat, hier der geringe Widerstand, den die Gewerkschaften ihrer Entmachtung entgegensetzen.

Mit vielen Grüßen

Michael Wrazidlo

45355 Essen

Zum Artikel Achtung Lafontaines Linke und Achtung NachDenkSeiten: Domaintausch empfohlen

28.06.2012

Dass Sie mit ihrem Beitrag richtig liegen, zeigt jetzt irgendwie auch der Streit zwischen Jakob Augstein und Albrecht Müller. Ihr humorvoller Umgang, der dennoch auf den Punkt trifft, gefällt mir allerdings besser.

C.K.

Zum Aufruf: Farbe bekennen – gegen entwürdigende Hartz IV Praxis und für berufliche Förderung

06.06.2012

Für eine Streichung, eine sofortige Aussetzung der Sanktionen im SGB II. Es darf nicht sein, dass Sachbearbeiter_innen in den Jobcenter ein Machtinstrument in die Hand gegeben wird, individuell Menschen zu sanktionieren.

Selbstverständlich sind Sachbearbeiter_innen nicht frei von persönlichen Bewertungen über Menschen, die sie vor sich haben, egal aus welchem Grund, dabei spielt natürlich auch das Geschlecht, die Hautfarbe, die Nationalität, das Aussehen, die Kleidung, das Benehmen usw. eine Rolle.

Er oder sie wird sich nicht darum scheren, ob er/sie diesen Menschen unter das physische Existenzminimum sanktioniert oder nicht, wenn er/sie das Mittel zur Sanktion in der Hand hat.

Vom Parteivorstand erhalte ich die Nachricht

“..Zudem müssen die Sanktionsregelungen wissenschaftlich evaluiert werden, um zu überprüfen, inwieweit sie mit der Sicherstellung des soziokulturellen Existenzminimums in Konflikt geraten…”

Ja, was muss da noch wissenschaftlich evaluiert werden?

Außerdem läßt die SPD schreiben

“Sie können sich sicher vorstellen, dass sich in vielen Briefen auch der Unmut der Menschen ausdrückt, die Missbrauchsfälle persönlich kennen und die selbst wegen prekärer Beschäftigung weiter auf Grundsicherung angewiesen sind. Die Möglichkeit zu sanktionieren muss es daher meiner Ansicht nach geben, gerade auch im Sinne sozialer Gerechtigkeit und im Hinblick auf die Akzeptanz unseres Sozialsystems, bei denjenigen, die dieses finanzieren – dem Steuerzahler.”

Das ist ein Standardtextbaustein, den ich von vielen Abgeordneten erhielt auf meine Frage, warum sie dem Antrag der Linken im Deutschen Bundestag am 26.4.2012 zur Abschaffung der Sanktionen nicht zugestimmt haben.

Missbrauch ist jedoch kein Bestandteil des Sanktions § 31 des SGB II.

Woher sollen Menschen, die ihren Unmut ausdrücken, wissen, dass Menschen Sozialleistungen missbrauchen?

Würden die SPD Abgeordnete auch für die Todesstrafe plädieren, wenn sie viele Briefe erhalten würden über Straftaten, z. B. bei Kindesmissbrauch?

Kluge Menschen lassen sich nicht sanktionieren, sie halten einfach Termine ein und verhalten sich entsprechend, wenn sie eine fremdbestimmte Arbeit nicht annehmen wollen.

Werden sie sanktioniert, aus welchem Grund auch immer, bestreiten sie den Rechtsweg.

Wen trifft man bei den Sanktionen, die Schwächsten der Gesellschaft, die sich nicht wehren (können)

Die gibt die SPD sonst vor schützen zu wollen!

Gruss

Guenter Schwarz

Berlin

Zum Artikel Achtung Lafontaines Linke und Achtung NachDenkSeiten: Domaintausch empfohlen

05.06.2012

Soviel Unfug in wenigen Sätzen kann man ja leider nicht nur bei Ihnen bereits seit Monaten lesen. Die gesamte vermeintlich seriöse Presse “schießt” sich schon seit Langem auf Oskar Lafontaine und die Partei “Die Linke” ein, während die etablierten Parteien, besonders aber diese “gottverdammte” “Wahlbetrüger- SPD” sowie “Bündnis 90/ Die Grünen” wegen ihrer Wahlbetrügereien gänzlich in Ruhe gelassen werden. Auch daß diese Parteien nicht gegen die inzwischen gigantischen Steuerhinterziehungen ins Feld ziehen- der Bundesrechnungshof und die “Deutsche Steuergewerkschaft” schätzen sie auf jährlich ca. 70 Milliarden Euro-, darüber wird auch bei Ihnen mit keiner Silbe eingegangen. Die gängigen “Streichkonzerte” sind bei Ihrer Klientel wohl deutlich beliebter als bei den sogenannten “kleinen Leuten”! Wenn sich dann die “NachDenkSeiten” von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb die Mühe machen für ein mediales Gegengewicht zu sorgen, dann soll das einseitig sein? Wenn Sie in Ihrem Forum einen derart einseitigen Unfug verbreiten, dann sollten Sie wenigstens die Courage haben Ihrer Leserschaft mitzuteilen wer Ihnen Ihre monatlichen Rechnungen bezahlt, damit jederman präzise weiß aus welcher Ecke bei Ihnen “die Musik gespielt” wird, Sie unseriöser Scharlatan!

Mit “freundlichen” Grüßen

Hans-Jürgen Schroeder

Anmerkung vom “unseriösen Scharlatan” Thorsten Hild, Redaktion Wirtschaft und Gesellschaft: Ich denke, dieser Leserbrief spricht für sich selbst. Meine Antwort an den Leser:

Lieber Herr Schröder,

ich kann Ihnen versichern, dass ich völlig unabhängig von irgendwelchen Geldgebern schreibe. Gern veröffentliche ich Ihre Zeilen unten als Leserbrief auf Wirtschaft und Gesellschaft, wenn Sie das möchten?

Herzliche Grüße,

Thorsten Hild

Der Leser stimmte daraufhin der Veröffentlichung zu.

Zum Artikel Eurokrise offenbart Scheitern deutscher Reformpolitik

25.04.2012

Sehr geehrter Herr Hild,

ich las vor geraumer Zeit ihren Artikel „Eurokrise offenbart Scheitern deutscher Reformpolitik“ vom 25.10.2011. Auch die Ausführungen der „Nachdenkseiten“ und des „Spiegelfechters“ gehören zu meinen bevorzugten Lektüren. In diesem Zusammenhang möchte ich ein paar Gedanken zur Schuldenkrise und Staatsverschuldung äußern bzw. zu ihrer (Berger, Müller, Lieb) gängigen Auffassung, in Krisenzeiten Staatsausgaben zu erhöhen.

Es wird immer gesagt, dass in der Krise keine Ausgaben gekürzt werden dürfen bzw. das zahllose Versuche, sich aus einer Krise herauszusparen, durch die Praxis wiederlegt worden sind. Mit anderen Worten, in der Krise soll der Staat eher Wachstumsanreize setzen und Aus-gaben erhöhen. Dies nennt man antizyklische Fiskalpolitik.

Das mag ja alles richtig sein, wer aber die Sache zu Ende denkt und antizyklische Fiskalpolitik propagiert, der darf auf der anderen Seite die Notwendigkeit, in Hochkonjunkturphasen zu konsolidieren bzw. zu sanieren, nicht verschweigen. Aber genau das tun sie, egal ob „wirt-schaftundgesellschaft“, „Nachdenkseiten“ oder „Spiegelfechter“. Ich kann mich nicht erin-nern, mal in letzter Zeit einen Artikel gelesen zu haben, der auch nur im Geringsten auf diese Notwendigkeit (Konsolidierung) eingeht. Auch, dass diese dazugehörigen Konsolidierungs-maßnahmen von noch keiner Regierung für notwendig erachtet wurden, höre ich nicht.

Nach meiner Auffassung liegt die Lösung in einem gesunden Mix aus Sparen und Investieren. Alle Ausgaben sollten daher auf den Prüfstand (Schuldenbremse) und ich bin sicher, dass genug Potenzial vorhanden ist, bestimmte Ausgaben (Subventionen) gänzlich zu streichen, ohne größeren volkswirtschaftlichen Schaden anzurichten. Vielleicht ist es ja doch nicht nur reine neoliberale Ideologie, wenn von staatlichen Ausgabenkürzungen oder der Schuldenbremse gesprochen wird, sondern auch ein Stück weit das Wissen, dass anders diese horrende Staatsverschuldung nicht abzutragen ist?!

Mit freundlichen Grüßen

Henry Bartzsch

Anmerkung Thorsten Hild, Redaktion Wirtschaft und Gesellschaft: Zur Erklärung siehe jetzt auch hier:

Das große Missverständnis heißt: Erst sparen, dann investieren – Umgekehrt funktioniert es: Investieren geht dem Sparen voraus

22.04.2012

Zum Artikel Alltag im Regierungsviertel: Post vom Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Brüderle

Interessant, zu welchen wahrscheinlich verbotenen Methoden Herr Brüderle meint greifen zu müssen. Was mich aber immer wieder erstaunt, ist der Umstand, dass die FDP als Partei gilt, die die Staatsschulden bekämpft, während sie sich gleichzeitig als die “Steuersenkungspartei” geriert. Wer einem Staat die Einnahmen entzieht, indem er die Steuern senkt, holt das Geld auf anderem Wege – sprich über den Kapitalmarkt – in den Staatshaushalt. Statt Steuern produziert er Schulden. Die FDP ist als “Steuersenkungspartei” darum gleichzeitig Staatsschuldenpartei!

Martin A.

19.04.2012

Zum Artikel Abgenutzt – Warum Die Linke verliert

Treffender Artikel

Das ist in der Sache ein sehr überzeugender und gut geschriebener Artikel. Vieles kann ich aus der Innensicht bestätigen und könnte noch einiges ergänzen. Die Schlüsselprobleme haben Sie richtig benannt: die Personalauswahl, -führung und -entwicklung, die Frage der Organisationsentwicklung und Leitung qua fachlicher Kompetenz und die Frage, reichen einfache Parolen aus, um über das Kernklientel hinaus intellektuell ansprechend zu sein.

Mitarbeiter der Bundestagsfraktion Die Linke

14.04.2012

Zu den Artikeln Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: Die fünf Ausrufezeichen – Ein Gastbeitrag von Achim Meerkamp und Kommentar zur Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst: Die drei Fragezeichen

Sehr geehrte Redaktion,

die Gewerkschaften werden für immer mehr Beschäftigte gegenstandslos, da sie sich ausschliesslich um die Rechte und Gehälter von Festangestellten kümmern. Der wachsende Rest der Nicht-Festangestellten, Unstetig Beschäftigten-, bzw. befristet Beschäftigten, hat keinerlei Vorteile von etwaigen Lohnerrungenschaften von ver.di & Co.

So werden immer mehr “Angestellte” eben nicht angestellt, sondern fristen über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, ihr Dasein als sogenannte Unstetig Beschäftigte, welche zwar dieselben Pflichten haben, wie die Festangestellten (im selben Betrieb), aber nicht dieselben Rechte und auch bei Lohnerhöhungen in der Regel leer ausgehen. Sie werden auch gerne als “Freie Mitarbeiter” deklariert, was aber Augenwischerei ist und nicht der Realität entspricht, weil Unstetig Beschäftigte weisungsgebunden arbeiten. Auch schreiben sie keine Rechnungen, sondern bekommen Gehalt.

Unser Arbeitsrecht hat diesen rechtsfreien Raum bis heute nicht geschlossen, vielleicht auch, weil einer der größten Arbeitgeber mit “Pseudofreien” der Deutsche Bundestag ist? (Danach folgen diverse Medienunternehmen wie ARD, ZDF, Deutsche Welle TV, regionale Sender und Dienstleister für öffentliche Bereiche).

Die Gewerkschaften haben nur dann eine Zukunft, wenn sie sie dem Trend, Beschäftigte nicht mehr fest anzustellen, sondern unstetig zu beschäftigen, Sorge tragen. Denn die Zahl der Nichtfestangestellten übersteigt schon heute in vielen Unternehmen die Zahl der Festangestellten. So war beim ZDF das Verhältnis von Festangestellten zu freien Mitarbeitern (bzw. Unstetig Beschäftigten) beim Start des Senders 2.200 zu 3.600. Heute dürfte die Schere noch weiter auseinandergehen.

Bei den anderen genannten Medienunternehmen sieht es nicht anders aus.

Dieser Trend scheint die Gewerkschaften aber nicht weiter zu interessieren.

Freundliche Grüße,

Jens Tiefschneider

29.03.2012

Zum Artikel Abgenutzt – Warum Die Linke verliert

Sehr geehrter Herr Hild,

als ehemaliger (e-h-e-m-a-l-i-g-e-r) LINKE-Wähler sprechen Sie mir mit Ihrem Artikel “Abgenutzt – warum Die Linke verliert” aus der Seele. Anstatt für die aktuellen Probleme (EU, EURO, Vermögenssteuer, ACTA) dem Normalbürger (also mir) Lösungsansätze zu präsentieren, die man auch als Nicht-Politikprofi verstehen und nachvollziehen kann, spricht sie die Themen entweder überhaupt nicht an (ACTA), oder bedient sie mit den altbekannten Phrasen, wo man dann zwar applaudieren kann, weil sich irgendwer auf der Regierungsbank darüber ärgert, aber dann doch schnell merkt, dass es nur heisse Luft ist, die eben dazu da ist, Andere zu ärgern.

Mir fehlt auch die Präsenz der LINKE. Wo ist sie ausserhalb des Bundestages? Ich meine nicht die Fähnchenverteiler in den Fussgängerzonen. Ich meine die Protestkundgebungen, zu denen sie aufruft, Blogs zu aktuellen Themen, die sie eröffnet, Flashmobs, Facebook-Gruppen und andere wirksame Kommunikationskanäle. Ihre Facebookseite ist ein Lacher. Sie wurde scheinbar nur gemacht, um sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Keine Fremdverlinkungen zum FeFe-Blog, Avaaz oder anderen linksorientierten Seiten. Wie alle Parteien gibt auch die LINKE sich nah, ist aber in Wirklichkeit ganz weit weg. Kuschelig zurückgezogen in ihrem kleinen Schimpf-Cocoon, um hier und da mal Jemanden zu necken.

Und dann die Repräsentanten der Linken. Klaus Ernst ist, mal ganz im ernst, ne Lachnummer. Gysi ein redegewandtes Schlitzohr, der allerdings eine verklausolierte Sprache spricht und dem man nicht lange zuhören kann und Oskar Lafontaine ein sehr gebildeteter, aber auch sehr eingebildeter Schlagabtauscher. Nur, mit Reden allein wird der bundesrepublikanische Alltag nicht verändert!

Der Wagenknecht traue ich noch am Meisten zu. Umso weniger verstehe ich ihre Zurückhaltung. Sie ist gebildet, intelligent und könnte all Diejenigen erreichen, die die LINKE die letzten 15 Jahre nicht erreicht hat. Die Jungen und Mittelalten, die Aufmüpfigen und kritischen Etablierten. Aber sie (Wagenknecht) ist laut Parteihierachie offensichtlich noch nicht an der Reihe? Scheint dort ein bisschen zuzugehen wie in einem marokanischen Beduinenstamm oder dem englischen Königshaus ;) Erst wenn die Altväter weggestorben sind, dürfen die Jungen ran. Dann sind die Jungen aber nicht mehr jung und diejenigen Wähler, die die sie einst erreichen wollten, werden auch sie dann nicht mehr verstehen.

Ich werde daher nächstes Jahr überhaupt nicht wählen, auch wenn das politisch total unkorrekt ist. Aber die SPD macht seit 30 Jahren heimlich CDU Politik, die CDU und FDP seit 40 Jahren ausschließlich Reichenpolitik, die Grünen habens sich mit Joschka Fischers Kriegspolitik bei mir nachhaltig verscherzt und die LINKE, die einstige Hoffnung mündiger Bürger, läuft wie ein Hamster im Kreis. Einst schnell, jetzt zunehmend langsamer.

Die Piraten könnte ich wählen. Aber als selbsternannte Internetpartei kriegen sie es ja noch nicht einmal hin, sich ne simple Domain zu sichern! Wie soll man denen Verantwortung anvertrauen? Und ACTA haben sie auch verpennt. Dabei hätte das bei ihnen ganz groß und ganz Vorne stehen müssen. Stand es aber nicht. Nur ganz klein und ganz Hinten. Von den Datenschutz-Problemen rund um die RFID-Technik ganz zu schweigen. Das hat überhaupt keine Partei auf dem Schirm. Dabei ist es schon jetzt ein sehr wichtiges Thema. Es birgt nicht weniger als das Risiko der nicht mehr kontrollierbaren Ausspionierung aller Bürger.

Beste Grüße,

J.Tiefschneider

28.03.2012

Zum Artikel Abgenutzt – Warum Die Linke verliert

Irrtümer sind menschlich! Herr Thorsten Hild liegt komplett daneben. Oskar Lafontaine und Gregor Gysi sind nicht das Problem. Die Option ROT/ROT/GRÜN als eine mögliche Regierung, weil Frau Merkel ohne den Partner FDP keine Regierungsmehrheit erreicht, ist so oft in der Partei DIE LINKE teilweise sehr erbost diskutiert worden und nicht die alltäglichen Sorgen unserer Wählerschaft. Der unerträgliche Machtanspruch von FdS-Funktionären organisiert, hat den Abwärtstrend beschleunigt. Wie ist Dietmar Bartsch mit Oskar Lafontaine im engsten Führungszirkel umgegangen. Damit zeigte sich zum ersten mal die Minusentwicklung. Es wird sich zeigen das Lafontaine und Gysi ein Gewinner-Team sein wird, weil wir uns endlich mit der SPD beschäftigen können. Die Schuldenbremse bedeutet im Grunde genommen ein Ausgabenkürzungsprogramm (Schuldenbremse gleicht Hartz IV für ganz Europa), obwohl jeder wissen sollte wie die hohe Schuldenlast endstanden ist. Wie wirkt die Schuldenbremse, wenn es in der Wirtschaft mal schlechter läuft. Wer da die Zeche zahlt weiß heute schon jeder. Auch hier kann DIE LINKE u. a. punkten. Eins ist sicher Lafontaine ist kein Mann der Wirtschaft.

Wolfgang Menzel

28.02.2012

Zum Artikel Thierses Moral trägt nicht – sie vernachlässigt die soziale Frage und die politische Verantwortung

Prof. Dr. Fritz Vilmar

Emer. der FU Berlin/OSI

Die Kritik an der Besprechung Thierses ist nur zu berechtigt – das Fehlen seiner Hinweise auf die soziale Kälte, die in dem Sammelband als eine wesentliche Ursache für den deutschen Rechtsextremismus immerhin deutlich artikuliert wird, ist unverantwortlich. Schließlich wäre das bedrohliche Wiederanwachsen neofaschistischer “Kameradschaften” und Wahlerfolge gerade in ostdeutschen Elendsregionen überhaupt nicht erklärlich, wenn dort nicht die Hoffnungslosigkeit für die (Langzeit-)Arbeitslosen bei weitem erschreckender wäre als in Westdeutschland.

8.2.2012

Zum Artikel Lohnverhandlungen IG-Metall: Richtiges Ziel – falsche Argumentation

Früher habe ich den Deutschlandfunk gerne gehört – jetzt, seitdem ich Internet habe, tue ich das nur noch selten. Für mich ist das der Elitzsche Propagandafunk.

Zufällig kam mir aber diese Interview zu Ohren. Wie sich jetzt zeigt, habe ich nur die Hälfte aufgeschnappt. Ich wurde schon nach den einführenden Worten aggressiv und beginne dann das Radio zu bepöbeln – dann hört man natürlich nicht mehr alles. Die anmaßende und teilweise inquisitorische Haltung der Journalisten dieses Senders allen gegenüber, die nicht neoliberal eingestellt sind, widert mich an. Ich finde Frau Engels hat sich aber im Rahmen gehalten. Immerhin hat sie auch bestätigt, was, wenn es nicht passt, von diesen Leuten gerne vergessen wird, nämlich, dass die jetzige Krise Ausfluss der von unseren Leistungsträgern veranstalteten Finanzkrise von 2008/09 ist.

Was mich aber extrem wundert ist, wie schlecht sich die Gewerkschaftsseite verkauft. Könnte der Gewerkschaftler nicht darauf hinweisen, dass 20 Prozent Kapitalrendite als übertrieben gilt, aber 10 Prozent durch aus ok ist. Warum sind dann Arbeitnehmerforderungen bei 2 oder 3 Prozent zu deckeln? Es sind immerhin die Arbeitnehmer, die das BSP erarbeiten und nicht bloß Anteilseigner, die “arbeitsloses Einkommen” einstecken wollen.

Ich weiß nicht woran es liegt, wahrscheinlich informieren sich diese Leute zu sehr aus den Mainstream-Medien und darum wissen sie keine Gegenargumente. Hier ein weiteres Beispiel.

Vor einiger Zeit hörte ich – auch im Deutschlandfunk – ein Interview mit einem Juso-Menschen zur Rente mit 67. Die Jusos lehnen selbige ja ab, und der Moderator kam dem SPD-Nachwuchs mit der beschränkten Welt der Ursula von der Leyen. Diese hatte am selben Tag verkündet, wenn in Zukunft weniger Arbeitende mehr zu versorgenden Rentnern gegenüber stünden, dann gäbe es nur zwei Lösungswege: Entweder die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer steigen oder die Renten werden gekürzt. Auf diese simple Formel ließ er sich dann ein und folgsam am Ende von dem Herrn Journalisten die Forderung nach höheren Rentenbeiträgen in den Mund legen.

Die Idee, dass durch Produktivitätsgewinne Verteilungsmasse erzeugt wird, mit der man sowohl die Rentenbeiträge stabil als auch das Rentenniveau hoch halten kann, kam ihm gar nicht. Dumm gelaufen mit der politischen Bildung!!

Gruss

M. Andresen

7.2.2012

Zum Artikel Söder, Sommer, Rürup – irgendwie gehören sie zusammen und helfen, sicherlich anders als von ihnen gedacht, ein Stück weit die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa zu verstehen

Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte. Max Liebermann soll das mal gesagt haben, und die politischen Umstände waren damals sicher noch schlimmer als heute.

Aber mir gehts zur Zeit genauso, wenn ich Herrn Sommer höre. Nicht nur, dass er die Programmatik der Linken nicht gelesen hat, sondern offensichtlich teilt er auch den verbohrten Standpunkt der Kanzlerin zu den wirtschaftspolitischen Fragen betreffs Griechenland und Krise.

Wie kann sich ein solcher Mensch erdreisten, die Menschen in allen Gewerkschaften zu vertreten ?

Er wird der Grund sein -wenn ich es nicht mehr hören kann- , dass ich aus der IGM austreten werde.

Wie gesagt: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte !

Mit freundlichen Grüßen

Achim Deutsch

23.01.2012

Zur Buchrezension “Wie falsche Vorstellungen uns in die Krise ritten – und immer weiter hineinreiten”  – Eine Rezension des neuen Buches von Heiner Flassbeck: Zehn Mythen der Krise

Sehr geehrter Herr Hild!

Danke für die Besprechung des Buchs.

Es ist wirklich schwer zu verstehen, wie man auf Leute wie Assmussen

hereinfallen kann.

Der Bruder ist mir schon deshalb höchst verdächtig, weil er nicht

einmal die korrekte Wortstellung in einem Kausalsatz mit der

Konjunktion ‘weil’ beherrscht. Wie kann man da fundierte Kenntnisse

der Nationalökonomie erwarten?

“Die Hauptverantwortung für die gegenwärtige Krisenbekämpfung liegt

bei den Regierungen, weil diese Krise ist ja, um es ganz deutlich zu

sagen,…”

Gruß

Joachim Gröger

14.12.2011

Eine Leserin zum Artikel “Eurokrise: Was Rettung verspräche

Sehr geehrte Redaktion,

die in den Mainstreammedien und herrschenden politischen Kreisen vorhandene Konfusion um die Ursachen der gegenwärtigen Krise lässt sich umschreiben mit “Abenteuer Diagnose”, um im Bild Ihres Artikels zu bleiben. Diese Sendereihe schildert anschaulich die Schwierigkeiten der etablierten Medizin, Krankheitssymptome systemisch zu betrachten, eine erstaunliche Parallele zwischen der etablierten Medizin und Politik.

14.12.2011

Eine Leserin zum Artikel “Eurokrise: Gabriel versucht die Kanzlerin zu toppen – ein ökonomisch hoffnungsloser Fall

Sehr geehrter Herr Hild,

Sie schreiben mir mit jedem Wort aus dem Herzen. Einen dermaßen unzusammenhängenden, widersprüchlichen und mit Platitüden gespickten Text wie den von Gabriel in der FAZ habe ich selten gelesen.

Das Schlimmste ist, wie Sie zu Recht schreiben, dass die SPD als Oppositionspartei ein Totalausfall ist und dass damit die Wahrscheinlichkeit, dass es nach den nächsten Bundestagswahlen zu einem Kurswechsel kommt, gegen Null tendiert. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens politisch der SPD nahe gestanden, aber seit den Schröderschen Agenda-”Reformen” ist die Partei für mich unwählbar. Was als Alternative bleibt, ist die Linkspartei, die es jedoch angesichts der Medienhetze gegen sie schwer haben wird, wieder über fünf Prozent zu kommen. “Denk’ ich an Deutschland in der Nacht…”

Mark Krieger

6.12.2011

Ein Leser zur Berichterstattung von Wirtschaft und Gesellschaft zum SPD-Bundesparteitag:

Das Beste an diesem Parteitag war bis jetzt die Rede von Helmut Schmidt. Aufgrund des Erlebens einer wechselvollen Geschichte ist er wohl auch der Einzige, der nicht dem Quartals-Denken zum Opfer fällt.

Schmidt hat darauf hin gewiesen welchen “Wert” Europa in der Zukunft in der Welt haben wird/ kann, oder auch nicht.

Aber die “Kanzlerkandidaten” denken immer noch im Drei-Monats-Rhythmus. Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Ich hatte gehofft, dass die SPD sich zu den Fehlern der Schröder Zeit äußert und antritt, diese zu beheben.

Hoffentlich gibt es noch mehr Bürger, die weiter denken als bis zum Ende des Quartals.

Gesprochen wurde viel, versprochen auch. Aber wer glaubt noch daran?