Die Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung Schulden-/Vermögens-Uhr

Liebe Leserinnen und Leser,

Infrastruktur richtig finanzieren, Vollbeschäftigung erreichen, Haushalt konsolidieren und die Eurokrise überwinden helfen

Immerhin, eines hat der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig erreicht: Er hat auf die miserable Lage der Infrastruktur und deren ungenügende Finanzierung aufmerksam gemacht – für die er, als ehemaliges hohes Tier im Bundesfinanzministerium, und seine Partei, SPD, in Regierungsverantwortung und den Finanzminister stellend, freilich selbst mit verantwortlich zeichnen, was Albig, wie sich das heutzutage für einen ordentlichen, karrierorientierten Sozialdemokraten gehört, selbstverständlich unterschlägt. Für diese Art “Sozialdemokraten” ist es längst ebenso selbstverständlich geworden, Umverteilungswirkungen politischer Entscheidungen zu ignorieren, jedenfalls solange sie von unten nach oben umverteilen, vor allem den deutschen Michel belasten, nicht aber die Reichen und Großunternehmen. In dieses Muster passt auch Albigs Vorschlag, alle Autofahrer, unabhängig von ihren Einkommen, im Jahr mit 100 Euro zusätzlich zu belasten, um Finanzierungslücken zu schließen, die auch nur den Erhalt der Infrastruktur gefährden, nicht zu reden von ihrem auch nach ökologischen Gesichtspunkten adäquaten Ausbau. Der Einkommensmillionär mit Dienstwagen, genauso wie der Bundestagsabgeordnete, wären, würden sie auf ein eigenes Auto gleich ganz verzichten, was sie ohne Mobilitätseinbußen könnten, gleich ganz von der Mehrbelastung ausgenommen, während der Hartz IV-Aufstocker, der unter dem Damoklesschwert von Sanktionen auch einen Job annehmen muss, bei dem er darauf angewiesen ist, für seinen Arbeitsweg das eigene Auto zu nehmen, die 100 Euro berappen müsste. Das ist nicht nur ungerecht – seit der Agenda 2010 ein Synonym für “sozialdemokratisch” -, sondern schädigt auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Denn, anders als der Einkommensmillionär und gut versorgte Bundestagsabgeordnete, geben die vielen millionen auf das Auto angewiesenen “Normalverdiener”, Niedriglöhner und Hartz IV-Aufstocker jene 100 Euro an anderer Stelle weniger aus. Wie aber ließe sich das richtige Anliegen – die marode Infrastruktur endlich wieder auf Vordermann zu bringen – auch richtig finanzieren?…Infrastruktur richtig finanzieren, Vollbeschäftigung erreichen, Haushalt konsolidieren und die Eurokrise überwinden helfen (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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“Freihandel” in Theorie und Praxis – Von Christian Christen

Aktuell wird in den Medien und der Politik wieder verstärkt über “Freihandel” gesprochen. Den Anlass liefert u.a. die jüngste Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation (WTO) auf Bali und zum Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (Transatlantic Trade and Investment Partnership: TTIP). Während die WTO mit dem Abschluss von Bali den “Kompromiss” von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern feiert, ist die TTIP-Verhandlung anders gelagert. Hier sitzen Vertreter der Schwellen- und Entwicklungsländer nicht mit am Tisch und es geht auch nicht um die klassische Fragen, wie der Außenhandel auf Länder unterschiedlicher ökonomischer Ausgangslage wirkt und ob industriell rückständige Wirtschaften damit ihre Lage merklich verbessern und aufholen können. Über die TTIP soll sich insbesondere der ohnehin größte Wirtschaftsblock konsolidieren und verlorenes handels- und industriepolitisches Terrain gegenüber einigen Schwellenländern, allen voran China, zurückgewinnen. Dieses Ziel bestimmt die Debatten in den Industrieländern, um besser als bisher die Dynamik des Welthandels zur Stärkung der eigenen Exportindustrien zu nutzen.

Kriegsgeschrei in “Die Welt”: Vor lauter “Finanzkrieg”-Taumel können Zschäpitz und Steiner keine Statistiken mehr lesen

Das ist natürlich ein Blickfang: “Finanzkrieg löst in Russland eine Kauf-Panik aus“, haben Eduard Steiner und Holger Zschäpitz ihren Beitrag auf Welt online überschrieben. Glaubt man ihnen, ist der russische Konsument in Panik und hortet Waren, ist im Kaufrausch, trotz sinkender Einkommen. Laut ihrer Graphik berufen sie sich dabei auf Zahlen des russischen Amts für Statistik, Federal Statistics Service (FSS) und Bloomberg. In bestem “Welt”-Deutsch heißt es unter der Graphik: “Der Einkommen entwickelten sich so schlecht wie seit Jahren nicht mehr.” Die Graphik bildet zum einen die “Entwicklung der verfügbaren Einkommen” ab und zum anderen – allein diese Größe war mir bisher kein Begriff – die “Entwicklung der verfügbaren Einzelhandelsumsätze”. Was sind “verfügbare” Einzelhandelsumsätze? Während laut dieser Graphik die Einzelhandelsumsätze um vier Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen sind (was natürlich im Vergleich zur mageren bzw. negativen Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in Deutschland dem Journalisten von “Welt” gleich als “Kauf-Panik” erscheinen muss), sind die verfügbaren Einkommen um 6,8 Prozent eingebrochen. Zschäpitz und Steiner versetzt das in eine schrille Tonlage, die mich an frühere Wochenschauen erinnert:

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Zur Infratest dimap/Spiegel-Umfrage: Kein Grund zur Zufriedenheit

“Die Deutschen sind so zufrieden wie noch nie”, schreibt Spiegel online und verweist auf eine von ihm bei Infratest dimap in Auftrag gegebene Umfrage, deren Ergebnisse wohl in seiner aktuellen Druckausgabe erscheinen. Ein Grund mehr, sich den Spiegel nicht zu kaufen (lieber Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung abonnieren).

Deindustrialisiert sich Europa? Deutschland, Teil 4

Nachdem wir in Teil 1 und Teil 2 die Entwicklung, die Bedeutung und die Struktur der deutschen Industrie einer genaueren Betrachtung unterzogen haben, sind wir dazu übergegangen, die in Teil 3 untersuchte Entwicklung des deutschen Außenhandels weiter nach den Haupthandelspartnern und industriellen Warengruppen zu untersuchen. In Teil 4 haben wir die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Europäischen Währungsunion (EWU) untersucht. In Teil 5 sind die Handelsbeziehungen Deutschlands mit den USA Gegenstand der Untersuchung…Deindustrialisiert sich Europa? Deutschland, Teil 4 (vollständiger Beitrag nur im Abonnement)

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Rezension: So führen Geschichte der Wirtschaftswissenschaften und Methodenstreit nicht weiter

Titel - 19-04-2014

Der Titel klingt vielversprechend, wenn auch etwas gespreizt: “Die Ökonomik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alte und neue Perspektiven im Licht des jüngsten Methodenstreits.” Und auch der Name des Herausgebers, Heinz D. Kurz, lädt zur Lektüre ein. Jedenfalls diejenigen, die seine Herausgabe von David Ricardos Grundsätzen der Politischen Ökonomie und der Besteuerung in der Übersetzung von Gerhard Bondi aus dem Jahr 1994 gelesen haben oder ihn aus Artikeln in Zeitungen kennen, in denen es ihm stets gelingt, den großen wirtschaftshistorischen und -theoretischen Bogen auch über einen kleinen Raum zu spannen. Und ein weiterer erfahrener und – durchaus eine Seltenheit unter renommierten deutschen Ökonomen – undogmatischer Wirtschaftswissenschaftler und Autor, Jürgen Kromphardt, ist unter den Verfassern. Welche Studierenden der Wirtschaftswissenschaften kennen sie schließlich nicht, seine “Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus”? – Um ehrlich zu sein: Ich fürchte allzu viele! Und doch enttäuscht das Buch, das im Rahmen der “Schriften des Vereins für Socialpolitik” im Berliner Duncker & Humblot Verlag erschienen ist.