SPD-Kanzlerkandidatur: Nachlese – “einem ostelbischen Gutsherrn gleich…”

::Buchtipp::


“Die Anführer der SPD sollten ihren entwertenden Umgang mit den eigenen Mitgliedern, Multiplikatoren, Anhängern überdenken…Entscheidungen wurden oben im Arkanbereich getroffen, nahezu nach feudaler Machtart dekretiert. Schröder kürte 2004 mit der Verkündung seiner Demission Müntefering, einem ostelbischen Gutsherrn gleich, zu seinem Nachfolger im Parteivorsitz. Der im September 2008 am Schwielowsee von einer kleinen Gruppe zum Kanzlerkandidaten lancierte frühere Büroleiter Schröders, Frank-Walter Steinmeier, wiederum hievte Müntefering per Telefonanruf ein weiteres Mal an die Spitze der SPD. Dass in dieser traditionsreichen Partei, die als erste politische Formation überhaupt die Demokratie schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Strukturprinzip des innerorganisatorischen Aufbaus eingeführt hatte, die demokratische Willensbildung so gleichgültig übergangen wurde, gehörte zu den traurigsten Deformationen in der Ära Schröder-Müntefering-Steinmeier.”

Willkommen in der Gegenwart: Einzig notwendige Ergänzung am Ende des letzten Satzes: Gabriel-Steinbrück.

Zitiert aus: Franz Walter, Vorwärts oder Abwärts?, Zur Transformation der Sozialdemokratie, Berlin, 2010

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