Einzelhandelsumsätze/Konjunktur/Zitat des Tages/Die Welt/Ulf Poschardt: Was nun Herr Poschardt?

Wir schrieben am 3. Januar einleitend zu einer Analyse über das vermeintliche “Rekordhoch am Arbeitsmarkt” (im Abonnement): “Nach unseren regelmäßig nach den vierteljährlichen Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des statistischen Bundesamts erstellten Berechnungen war das Wirtschaftswachstum seit dem vierten Quartal 2012 nicht länger angemessen, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Die deutsche Volkswirtschaft ist 2012 real um 0,7 Prozent gewachsen. 2013 wird das Wachstum voraussichtlich ähnlich ausfallen, evtl. sogar leicht darunter liegen. Allein vor diesem Hintergrund sind die Meldungen der deutschen Presse über eine ´deutsche Konjunkturlokomotive´ und angeblich ´rauschaften´ Konsum ein schlechter Witz. Besonders irre erzählte dieses Märchen zuletzt Ulf Poschardt in der Welt: ´Im Augenblick geht es den Deutschen gut. Sie fühlen sich wohl, sind optimistisch wie selten zuvor, konsumieren geradezu rauschhaft und scheinen mit sich im Reinen´.”

Angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen im Dezember verdienen jene Aussagen Ulf Poschardts noch einmal gesondert hervorgehoben zu werden:

Im Augenblick geht es den Deutschen gut. Sie fühlen sich wohl, sind optimistisch wie selten zuvor, konsumieren geradezu rauschhaft und scheinen mit sich im Reinen.

Vielleicht sollte man, wenn man wie Ulf Poschardt über “DJ Culture” promoviert hat, doch besser die Finger von Konjunktureinschätzungen lassen, und seien es auch nur die lebensnahen Einzelhandelsumsätze, bei denen nun wirklich schon ein bisschen gesunder Menschenverstand und Realitätssinn als solides Handwerkszeug dienen könnten.

Die Deutschen haben so “rauschhaft” konsumiert, dass die Einzelhandelsumsätze im Dezember sogar nominal um 1,4 Prozent gegenüber Vorjahr, real um 2,4 Prozent gesunken sind! Nichts kann den Irrsinn, den deutsche Medien in der Wirtschafts- und Konjunkturberichterstattung bieten, besser dokumentieren, als diese Kennziffern.

Klasse schließlich auch selbst das Statistische Bundesamt: “Im gesamten Jahr 2013 setzte der deutsche Einzelhandel nominal 1,4 % und real 0,1 % mehr um als im Jahr 2012. Damit konnten die deutschen Einzelhändler im vierten Jahr in Folge nominale und reale Umsatzsteigerungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erzielen.” 0,1 Prozent klingt da doch auch bereits wie eine Erfolgsmeldung. Peinlich, peinlich.

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