Archiv für Gewerkschaften

Reallöhne: Zuwachs regelrecht eingebrochen

Reallohn - 26-06-2017

Das Statistische Bundesamt berichtete vergangenen Freitag über den Reallohnzuwachs im ersten Quartal 2017. Überschrift und Lesart der Statistik durch das Amt täuschen jedoch über einen wesentlichen Sachverhalt hinweg.

“Trotz deutlich stärker gestiegener Preise”, so das Statistische Bundesamt in seiner Überschrift, befänden sich die Reallöhne – die um den Zuwachs der Verbraucherpreise bereinigten Nominallöhne also – “weiter im Plus”.

Auszug aus dem Newsletter Mai 2017

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

ich hoffe, Sie haben einen schönen 1. Mai verlebt.

Deutschland, Tarifverdienste: Verteilungsspielraum ausgeschöpft?

English Summary: On the 1st March Destatis published the data on agreed earnings in the fourth quarter and in the year 2016. Did they develop according to the cost and inflation neutral margin of distribution?

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Entwicklung der Tarifverdienste bestätigt unsere Sorge und Kritik

Heute hat das Statistische Bundesamt die Tarifverdienste für das Jahr 2016 veröffentlicht. Sie sind, ohne Sonderzahlungen, lediglich um 1,9 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Der geringste Anstieg seit 2011. Der Zuwachs entspricht gerade einmal dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von “unter, aber nahe zwei Prozent”. Von der gleichzeitigen Entwicklung der Arbeitsproduktivität, sofern sie gestiegen ist, hätten die Arbeitnehmer demnach nicht profitiert. Beide, Inflationsziel und die Zuwachsrate der Arbeitsproduktivität, sollten als Verteilungsspielraum durch die Lohnentwicklung ausgeschöpft werden, um eine gleiche Einkommens- und Vermögensverteilung sowie außenwirtschaftliches Gleichgewicht und damit eine stabile Wirtschaftsentwicklung zu gewährleisten. Das Statistische Bundesamt merkt jedoch an: “Zur Kompensation von Preissteigerungen wird die Inflationsrate in Tarifverhandlungen häufig als Orientierungsmaßstab verwendet. Die niedrigen Inflationsraten der letzten Jahre könnten somit zur moderaten Entwicklung der Tarifverdienste beigetragen haben.” Diese Einschätzung ist zutreffend – und Ergebnis einer falschen Konzeption für Tarifverhandlungen. Sie bestätigt unsere Sorge und Kritik, die sich vor allem die Gewerkschaften gefallen lassen müssen.

Reallöhne: Lohnentwicklung unterstreicht verkehrte Diskussion

Reallöhne II - 22-12-2016

Heute hat das Statistische Bundesamt die neuesten Daten zur Entwicklung der Reallöhne veröffentlicht. Die Entwicklung der realen (preisbereinigten) Löhne ist die Differenz aus Nominallohnentwicklung und Verbraucherpreisentwicklung (Inflation). Wir hatten erst jüngst im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse zur Ausschöpfung des Verteilungsspielraums festgestellt, dass dieser weder durch die allgemeine Lohnentwicklung, noch durch die Tariflohnentwicklung in den zurückliegenden zwei Quartalen ausgeschöpft wurde (siehe zuletzt hier). Anders als die Arbeitgeberverbände, die Bundesregierung und die Gewerkschaften definieren wir den Verteilungsspielraum als Entwicklung der Arbeitsproduktivität plus Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die heute vom Statistischen Bundesamt präsentierten Daten zur Lohnentwicklung unterstreichen die verkehrte Herangehensweise von Bundesregierung, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften, die nicht das Inflationsziel der EZB, sondern die tatsächliche Inflation als Maßstab für eine angemessene Lohnentwicklung nehmen.

Deutschland, Tarifverdienste: Verteilungsspielraum ausgeschöpft?

English Summary: On the 24th November the Federal Statistical Office (Destatis) has published the detailed gross domestic product (GDP) results for the third quarter of 2016. On this basis our journal regularly analyses whether the growth was appropriate, whether wages developed according to the cost and inflation neutral margin of distribution and the relationship between stock exchange and GDP (see here and here). On the 29th November Destatis published the data on agreed earnings in the third quarter. Did they develop according to the cost and inflation neutral margin of distribution?

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Elektromobilität: Tritt die IG Metall endlich einmal nicht auf die Bremse?

Spiegel online berichtet, dass die IG Metall eine rasche Abkehr von Benzin- und Dieselautos fordere und beruft sich dabei auf ein Strategiepapier der Industrie-Gewerkschaft. Darin fordere die IG Metall “sich nicht in eine Rolle des ´Bremsers und Blockierers´ gegen strenge Grenzwerte drängen zu lassen”. Tatsächlich ergibt unsere Recherche, dass sich die IG Metall schon früher für die stärkere Förderung von Elektromobilität eingesetzt hat. Ein wichtiges Motiv: die “Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze“. Tritt die IG Metall bei der Energiewende also endlich einmal nicht auf die Bremse?

Lohnzuwächse, Gustav Horn: Welches sind die Stabilitätserfordernisse?

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunktur (IMK), Gustav Horn, schrieb gestern in MAKRONOM: “So erfüllen die aktuellen Lohnzuwächse in Deutschland nahezu alle Stabilitätserfordernisse”. Welches diese Stabilitätserfordernisse sind, schreibt Horn nicht. Er tut dies nicht zum ersten Mal (siehe unseren offenen Brief an Horn vom 22. März 2016, der bis heute unbeantwortet blieb). Horn schreibt in seinem aktuellen Beitrag lediglich: “Sicherlich, dieser Prozess muss noch über einige Jahre weiter gehen – aber die Verbesserung ist vor dem Hintergrund einer für die Gewerkschaften wieder etwas günstigeren Regulierung des Arbeitsmarktes, z.B. durch die Einführung eines Mindestlohnes, unverkennbar.” Unsere Berechnungen zur Ausschöpfung des Verteilungsspielraums durch die Lohnentwicklung (1) zeigen jedoch gerade, dass die aktuellen Lohnzuwächse in Deutschland ungeachtet der von Horn angeführten Veränderungen nicht das in unseren Augen wichtigste Stabilitätserfordernis erfüllen: die Ausschöpfung des Verteilungsspielraums.